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„Schongau rundum im Fluss“

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Schongau - Ein Lechstrand mit Beachvolleyballplatz, eine Skaterstrecke entlang des Flusses oder ein Aufenthaltsort - Natalie Grotz hat in ihrer Bachelorarbeit Ideen für Schongau entworfen.

Es ist oft nicht einfach, für eine Studiumsarbeit ein Thema zu finden. Natalie Grotz (24), die in Fachhochschule Weihenstehphan Landschaftsarchitektur studiert, wollte etwas zum Thema Jugendliche machen. „Damals ging das Thema Gewalt durch Jugendliche durch die Medien, das wollte ich in meiner Arbeit aufgreifen“, sagt Grotz. Freiräume, neue Treffpunkte schaffen quasi als präventive Maßnahme - das war der Ansatz. Doch München, an das Grotz zuerst dachte, ist mit solchen Plänen übersättigt. Da kam Grotz auf Schongau. Hier ist sie schließlich aufs Welfen-Gymnasium gegangen, hier kennt sie sich aus, und sie weiß auch, was Jugendliche hier brauchen.

Zum Start Anfang 2011 rief sie kurzerhand bei der Stadt an und fand bei Stadtbaumeister Ulrich Knecht ein offenes Ohr. „Wir haben spontan gesagt: Das unterstützen wir, stellen Planunterlagen zur Verfügung, wenn wir im Anschluss die Arbeit bekommen.“ So ist es dann auch gekommen. Und die Pläne von Grotz sind wahrlich visionär.

So kann sie sich im Osten der Lechvorstadt einen Strand vorstellen - ein Kiesstrand direkt am Lech, mit Sitzgelegenheiten und Feuerstellen zum Grillen. Direkt nebenan hat Grotz einen Beachvolleballplatz vorgesehen, außerdem einen Kiosk als Jugendtreff. Höhepunkt ist eine Fußgängerbrücke über den Lech, die fast direkt am Loamer Stichl auf die Hauptstraße trifft und eine neue Verbindung zwischen Schongau und Peiting schafft. Weiter westlich, neben der Lechbrücke, hat Grotz einen sogenannten Lechblick vorgesehen. Großzügige Sitzstufen befestigen die Böschung und werden nach und nach bis unten zum Wasser fortgesetzt.

Noch weiter im Westen, südlich der Tennisplätze und der Disco, hat Grotz in ihrer Arbeit schließlich noch eine Skaterstrecke vorgesehen, die sich entlang des Lechs bergab schlängelt und unterwegs mehrere Rampen und Skater-Elemente aufweist.

„Die Kosten waren für die Arbeit kein Aspekt, es ging nur um die Ideenfindung“, betont Grotz. Aber natürlich ist die Finanzierbarkeit ein entscheidender Punkt. „Eine Brücke und ein Kiosk sind hohe Ziele“, sagt Knecht, der auch gerne Visionen entwickelt. Deshalb ist er von vielen Ideen fasziniert: „Eine neue Verbindung nach Peiting weg von der Straße ist toll.“ Auch von einem Beachvolleyballplatz träumt er.

Helmut Hunger, zusammen mit Ilona Böse Jugendreferent im Stadtrat, lobt ebenfalls die „neuen Perspektiven“. Jetzt müsse man sich zusammensetzen und diskutieren, was möglich ist.

Dass die Stadt Handlungsbedarf hat, weiß auch Knecht. „Wir müssen für die Jugend Geld in die Hand nehmen.“ Zu viele Baustellen sind offen. Da ist der fehlgeplante Bolzplatz an der Marktoberdorfer Straße, der in Kürze einen Wohn- und Geschäftsbebauung weichen soll. Und der Skaterplatz am V-Markt ist ein Provisorium, das nur schlecht angenommen wird. Gesprochen wurde auch schon über einen Dirtbike-Platz auf einem ehemaligen Spielplatz im Nordwesten Schongaus. Und vielleicht kann sich Natalie Grotz bei einem Heimatbesuch einmal freuen, wenn tatsächlich eine ihrer Visionen Wirklichkeit geworden ist.

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