Schongau sagt "Nein" zu Peitinger Betonmonster

Schongau - Eigentlich sollte es nur eine Formalie sein: Die Stadt Schongau musste zu den Plänen Peitings für Windkraft-Standorte eine Stellungnahme abgeben. Doch dann kam alles anders.

Ein Windrad an der Litzauer Schleife? Schon die Burggener haben sich mit diesem Plan der Peitinger vergangene Woche schwer getan und eine Abstimmung erst einmal vertagt. Im Schongauer Bauausschuss wurden die von Peiting vorgeschlagenen Vorrangsflächen ebenfalls kritisch gesehen. Rund zweieinhalb Kilometer beträgt der geringste Abstand zur Schongauer Wohnbebauung, erläuterte Stadtbaumeister Ulrich Knecht, von den Geräuschen her sei das kein Problem. Es könne zwar sein, dass von Schongau aus die Rotoren zu erkennen seien, „aber wir sind nicht unmittelbar betroffen, deshalb hätte die Stadt keine Bedenken“.

Die hatte aber Helmut Schmidbauer (CSU). Wenn diese „Betonmonster“ in unmittelbarer Nähe zur Litzauer Schleife, dem letzten Stück unberührten Lechs, aufgestellt werden, habe er großes Bauchweh. „Das Vogelschutzgebiet dort kann man dann vergessen, und der Tourismus spielt auch eine Rolle.“ Es gebe sicher 1000 besser geeignete Standorte. „Das kann uns nicht kalt lassen, ich stimme dem nicht zu“, kündigte er an.

Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl (SPD) konnte mit diesen Einwänden nicht viel anfangen, „ich sehe da nichts Negatives“. Und auch Robert Bohrer (SPD) betonte, „man muss bei der Energiewende einfach mal springen und nicht auf dem Zehn-Meter-Turm stehenbleiben“. Vom Hohen Graben aus sehe man schon jetzt das Peitinger Windrad auf dem Bühlach. Er freue sich, dass die Peitinger schon so weit sind, und forderte, man dürfe Windräder nicht nur im Norden der Republik aufstellen, „wo es sowieso schon greislig ist“. „Damit es bei uns auch greislig wird“, erwiderte Schmidbauer und hatte in Vize-Bürgermeister Paul Huber (CSU) einen Unterstützer: „Mit so einem 200 Meter hohen Windrad haben wir dann die Höhe vom Auerberg, mir gefallen die nicht. Ich bin auch dagegen.“

Das sei ja alles schön und gut, warf Stephan Hild (UWV) ein. „Aber hat unser Votum denn großen Belang? Wird das die Peitinger Entscheidung beeinflussen? Es ist doch eigentlich egal, ob wir dafür oder dagegen sind“, sagte Hild. Die folgende Abstimmung ging schließlich mit 4:5 aus, Gerbl war danach etwas ratlos. „Wir müssen ja irgendetwas angeben, warum wir dagegen sind.“ Doch weder Schmidbauer noch Huber wollten darüber noch eine große Debatte führen. „Wir tragen einfach nicht mit, was die uns auf den Tisch gelegt haben“, sagte Schmidbauer. „Es gefällt uns einfach nicht“, sagte Huber, und fand schließlich den passenden Begriff : „Landschaftliche Beeinträchtigung.“ Damit war schließlich auch Bürgermeister Gerbl zufrieden.

bo

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