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Seniorenheim-Katzen „Minke“ und „Pünktchen“ machen Bewohner glücklich: Doch jetzt müssen sie weg

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Von: Barbara Schlotterer-Fuchs

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„Minke“ und „Pünktchen“ bei einer Spazierfahrt im Gehwagen-Körbchen einer Altenheim-Bewohnerin.
„Minke“ und „Pünktchen“ bei einer Spazierfahrt im Gehwagen-Körbchen einer Altenheim-Bewohnerin. © Sandra Schütz

Minke und Pünktchen müssen gehen: Die Kätzchen der Marie-Eberth-Altenheim-Senioren haben offenbar im benachbarten Krankenhaus für Unmut gesorgt.

Schongau – Es ist ein trauriger Tag für die Bewohner des Marie Eberth-Altenheims in Schongau: Mit Minke und Pünktchen hat es sich nach einem Jahr ausgekuschelt. Weil die Katzen-Geschwister beim Spazierengehen des öfteren im benachbarten Schongauer Krankenhaus herum strawanzt sind, mussten sie jetzt weggegeben werden.

Ein Rückblick: Es ist Corona. Nicht nur wegen des Besucherstopps keine leichte Zeit für die Bewohner eines Seniorenheims. Im Mai ziehen deshalb Minke und Pünktchen im Marie Eberth-Altenheim ein. Die Katzengeschwister sind da gerade mal zwölf Wochen alt, und – wie soll man es am besten beschreiben? Sie sind einfach zuckersüß-flauschig und herzzerreißend niedlich. Die Samtpfoten erobern im Eilverfahren die Herzen aller Heimbewohner, werden im Gehwagen spazieren gefahren und kuscheln mit im Pflegebett.

Seniorenheim-Katzen: Für Bewohner „ist es schön, auch noch im Alter Kontakt zu Tieren zu haben.“

„Bei uns wohnen viele ältere Menschen, die früher selber eine Katze hatten“, weiß Wohnbereichsleitung Sandra Schütz. Ein Altenheim, betont sie, das ist nicht nur ein Heim. „Est ist das Zuhause für den letzten Lebensweg.“ Und so sollte es sich auch für die Bewohner anfühlen. „Für sie ist es schön, auch noch im Alter Kontakt zu Tieren zu haben.“

Kuscheln ist angesagt – mit den Bewohnern, aber auch mit Wohnbereichsleitung Sandra Schütz.
Kuscheln ist angesagt – mit den Bewohnern, aber auch mit Wohnbereichsleitung Sandra Schütz. © Sandra Schütz

Minke und Pünktchen wurden sterilisiert, gechippt, geimpft. Als Freigänger-Katzen wollte man sie nicht im Heim einsperren. Täglich durften die beiden ihre Draußen-Touren unternehmen. Und genau hier liegt das Problem.

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Katzen-Paar aus Seniorenheim stattet Schongauer Krankenhaus Besuche ab

Nicht nur einmal stattet das Katzen-Paar dem Schongauer Krankenhaus einen Besuch ab. Stationsleitungen rufen im Altenheim an, die Katzen müssen vom Altenheim-Personal abgeholt werden. Das Ganze sorgt wiederholt für Ärger. „Es war schwierig, immer wieder gab es Konfrontationen“, erzählt Sandra Schütz. Die Krankenhausleitung habe schließlich enormen Druck ausgeübt. Sie soll damit gedroht haben, das Tierheim zu informieren.

Im Marie Eberth-Altenheim zieht man die Reißleine. Der Beschluss ist gefasst: Minke und Pünktchen müssen weg. „Auch wenn es keine Rechtsgrundlage dafür gibt: Wir wollten nicht noch mehr Ärger“, so Schütz. Eine Bekannte der Einrichtungsleitung hat die Katzengeschwister diese Woche aus dem Heim abgeholt und bringt Minke und Pünktchen bei sich unter.

Seniorenheim-Katzen: Krankenhausleitung Schongau habe keine Kenntnis von Besuchen

Für das Personal und die Bewohner ist das ein trauriger Tag: „Die alten Leute haben sich an die Katzen gewöhnt, sie haben sie gestreichelt, mit ihnen gekuschelt, sie gefüttert, rein und raus gelassen.“

Im Krankenhaus Schongau widerspricht man der Darstellung. Von den Katzen-Besuchen hätte die Krankenhausleitung keine Kenntnis, so Sprecherin Isa Berndt. „Tatsächlich ist es aber so, dass Tiere in einem Krankenhaus aus hygienischen Gründen natürlich nichts zu suchen haben – auch, wenn man sich vielleicht denkt: Eine kleine Katze, ach wie süß!“

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