Die rosa markierte Fläche Schongaus hat jetzt schnelles Internet. Das wollen (v.l.) Thilo Kurtz (Telekom), Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl und Karl Manstorfer (IK-T) ausbauen. bo

Schongau soll noch schnelleres Internet bekommen

Schongau - Dank eines neuen Förderprogramms des Freistaats könnten nun auch Gewerbetreibende in Schongau in den Genuss von schnellem Internet kommen.

Die kürzlich freigeschaltene Internet-Ausbaustufe gilt für 450 Haushalte im Forchet IV und V sowie im Lerchenfeld. Auch die Firmen im Äußeren Westen, darunter die Möbelcentrale, hatten damals Interesse angemeldet, waren aber nicht in den Genuss gekommen und müssten sich Geschäftsanschlüsse besorgen, die erheblich teurer sind. Denn das Förderprogramm des Freistaats war vor allem für Privathaushalte gedacht, von denen es im Äußeren Westen keine gibt. Wer dagegen im Lerchenfeld seinen Betrieb hat, dem fielen VDSL-Verbindungsraten bis zu 50 Megabit - die reichen für die meisten Unternehmen aus - quasi in den Schoß. Zuvor gab es, je nach Entfernung zum nächsten Netzknoten, nur ein Steinzeit-Internet von mancherorts nicht einmal einem Megabit Übertragungsrate.

Schon vor mehr als einem Jahr hatte die von der Stadt beauftragte Firma IK-T von einem geplanten Förderprogramm des Freistaats auch für Unternehmen gesprochen, das kommen soll. Das ist jetzt seit Anfang Dezember tatsächlich da - und für die Stadt so interessant, dass sich Bürgermeister Gerbl gleich Vertreter von IK-T und Telekom ins Rathaus eingeladen hat. „Wir haben im Westen zwar jetzt die größte Internet-Baustelle beseitigt. Aber es gibt im Schongauer Stadtgebiet auch andere Gebiete, die nicht besonders gut angebunden sind.“

Laut IK-T-Geschäftsführer Karl Manstorfer gehe es bei dem neuen „Breitbandförderprogramm“ nicht mehr um die Grundversorgung, sondern um Bandbreiten von mindestens 30 bis mehr als 50 Megabit. „Jede Kommune kann dafür, auch gestaffelt in mehrere Projekte, bis zu 500 000 Euro Fördergeld abrufen. Gefördert werden dann 40 bis 60 Prozent der Kosten, je nach Finanzlage der Kommune.“ Der größte Unterschied zum alten Programm: Jetzt soll gezielt in Gewerbe- und Mischgebiete investiert werden. Wenn dann zwischendurch auch Privatleute wohnen, haben die Glück gehabt und können ebenfalls in den Genuss kommen.

Die Voraussetzungen sind einfach: Laut Manstorfer müssen sich nur mindestens fünf Gewerbetreibende in einem einigermaßen überschaubaren Gebiet zusammenfinden. Sogar nur einer davon muss nachweisen, dass er dringend Übertragungsraten von 50 Megabit benötigt - das schafft schon ein Architekt, der Pläne per Internet verschicken muss. Dann kann es losgehen. „Der Äußere Westen ist das erste Gebiet, das ich dafür im Auge habe“, sagt Gerbl.

Vorher stehen aber noch andere Dinge an: Zum einen muss Gerbl das Projekt erst noch dem Stadtrat vorstellen, der zustimmen muss. Und dann steht eine Umfrage bei den Gewerbetreibenden an, wie interessiert sie wirklich sind.

Denn auch wenn sich im Forchet oder Lerchenfeld schon einige Bewohner das neue schnelle Internet gesichert haben - vielen reicht offenbar die langsame Version. Denn ohne einen Antrag bleibt alles, wie es ist, sagt Thilo Kurtz von der Telekom. „Für das schnellere Internet müssen wir nämlich bei manchen einen Teil der Hardware auswechseln, sonst funktioniert das nicht.“

Boris Forstner

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dem Landkreis droht ein Ärztemangel
Dem Landkreis droht ein Ärztemangel
Nach zweiwöchigem Kraftakt ist der Schongauer Bahnhofsumbau abgeschlossen
Nach zweiwöchigem Kraftakt ist der Schongauer Bahnhofsumbau abgeschlossen
Schongau: „Alles friedlich“ bei den Querdenkern
Schongau: „Alles friedlich“ bei den Querdenkern
Peiting trauert um Jochen Zeller: Café-Central-Wirt stirbt bei Autounfall - und hinterlässt kleine Tochter
Peiting trauert um Jochen Zeller: Café-Central-Wirt stirbt bei Autounfall - und hinterlässt kleine Tochter

Kommentare