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Noch eine Baustelle: Im Januar will Kimba in die neuen Räume an der Liedlstraße einziehen.

Kimba

Stadt zahlt Miete für Tagesmütter

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Schongau - Wo früher ein Steuerberater seine Kanzlei hatte, werden bald Kinder spielen: Die Tagesmüttergemeinschaft Kimba zieht zum Jahreswechsel in neue Räume an der Liedlstraße, die nicht nur größer sind, sondern auch nichts kosten: Die Miete übernimmt nämlich die Stadt – anstatt des sonst üblichen Defizitausgleichs.

Die Anfangszeit war hart für die Tagesmütter, die sich zum Verein Kimba zusammengeschlossen hatten. Nachdem sie die Kinder zunächst in einer Privatwohnung betreut hatten, folgte Mitte 2013 der Umzug in neue Räume in der Kanzleistraße. „Da haben wir noch keine Fördermittel bekommen und viel ehrenamtlich gearbeitet“, sagt Birgit Risse, Vorstandsmitglied in dem gemeinnützigen Verein, der bis zu acht Kinder aller Altersstrukturen zum Teil stundenweise betreut.

Seit Januar 2014 ist Kimba staatlich anerkannt und damit die größten Finanzierungssorgen los, zumal die Stadt Schongau bereits vorher zugesagt hatte, wie bei anderen Kindergärten auch ein eventuell anfallendes Betriebskostendefizit zu 80 Prozent zu übernehmen. Kurioserweise war das bisher gar nicht nötig, das Geld hat gereicht. „Allerdings haben wir auch nie etwas investieren können“, so Risse.

Jetzt hatte sich Kimba doch mit einer Bitte an die Stadt gewandt

Der Verein hat nämlich schon seit Längerem größere Räume gesucht, um gleichzeitig bis zu zehn Kinder betreuen zu können, wie es auch genehmigt ist. In der jetzigen Unterkunft an der Kanzleistraße ist auf den 85 Quadratmetern die Kinderzahl auf acht beschränkt. „Wir waren schon mit dem Bürgermeister unterwegs und haben uns zwei oder drei städtische Unterkünfte angeschaut, aber es hat nicht geklappt“, sagte Risse. Klar war nur, dass man in der Schongauer Altstadt bleiben wollte.

Die rührige städtische Kindergarten-Beauftragte Rita Weckbecker gab schließlich den Tipp, doch mal nachzufragen, ob für den nach Schongau-West umgezogenen Steuerberater in der Liedlstraße als Nachmieter die Kinderbetreuung möglich wäre – Volltreffer. „Ende Juni haben wir den Vertrag unterschrieben“, so Risse. Weil man in den bisherigen Räumlichkeiten ein halbes Jahr Kündigungsfrist habe, könne man folglich zum neuen Jahr umziehen.

Derzeit werden die Räume hergerichtet. Sie bieten mit jetzt 112 Quadratmetern nicht nur deutlich mehr Platz, sondern sind mit der Aufteilung in mehrere Zimmer, einer Kochnische und einem größeren Bewegungsraum auch perfekt geeignet. Sogar einen kleinen Garten zur Blauen Traube hin gibt es. Damit sind zehn Betreuungsplätze gleichzeitig machbar.

Gleichzeitig will Kimba freitags eine Spielgruppe anbieten – und rannte damit bei Weckbecker offene Türen ein. „So etwas gibt es in Schongau trotz großer Nachfrage noch nicht und wäre eine Bereicherung des Betreuungsangebots“, sagte sie im Stadtrat. Es ist eine offene Gruppe, dort könne gegen eine Gebühr jedes Kind hinkommen“, sagte Weckbecker auf die Frage von Barbara Karg (SPD).

Stadt soll Miete übernehmen

Die Bitte von Kimba, die Stadt solle die Mietkosten von derzeit 690 und künftig 980 Euro übernehmen, hielt Weckbecker für absolut vertretbar. Denn in Weilheim und Landsberg gebe es ebenfalls eine sogenannte Großtagespflege (unter dieser Bezeichnung firmiert auch Kimba), allerdings werde dort das Personal von der Stadt angestellt – mit entsprechend höheren Kosten. Auch eine Spielgruppe gibt es laut Weckebecker in Altenstadt, Peiting und Herzogsägmühle, dort gibt es die Räume für die Anbieter ebenfalls kostenlos – und teilweise übernimmt die Gemeinde auch noch Kosten für Personal oder erhält finanzielle Zuschüsse. Die Zustimmung im Stadtrat fiel mit 21:1 Stimmen.

Risse freut sich über das positive Votum, drückt aber bei der Spielgruppe noch auf die Bremse. Denn dafür brauche man eine zusätzliche Betreuerin. „Bisher läuft die Spielgruppe noch intern, weil wir nur eine Tagesmutter dafür haben“, so Risse. Wenn, wie erhofft, ab Januar nach dem Umzug eine zweite Kraft anfängt, „können wir das öffentlich bewerben und die Plätze für Kinder aufstocken“, so Risse.

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