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Die Schongauer Stadträte sehen die Erweiterungspläne der Altenstadter Firma Emter sehr kritisch.

Bauleitplanung der Gemeinde Altenstadt

Schongauer Stadträte gegen Emter-Erweiterung

Den Schongauer Stadträten stinkt es gewaltig. Sie wehren sich gegen die geplante Erweiterung der Altenstadter Firma Emter. Schon heute seien die Geruchsbelästigungen unzumutbar. Laut Gutachten werden die Grenzwerte zwar eingehalten, aber auch ausgeschöpft. Möglicherweise muss auch bei der Futtertrocknung nachgebessert werden.

Schongau– Die Altenstadter Firma Emter GmbH/Öko-Power hat bisher zwei Standorte: Das Büro befindet sich südlich der Gemeinde Altenstadt in der Alpenstraße, das Betriebsgelände an der B 472. Derzeit ist die Gemeinde Altenstadt in der Aufstellung des Bebauungsplanes. Ziel ist es, die Firmenstandorte auf dem Betriebsgelände an der Bundesstraße zusammenzulegen und die Voraussetzungen für eine Erweiterung zu schaffen. 2022 sollen eine Werkstatt mit Spedition und ein neues Bürogebäude gebaut werden. Auch eine Phosphor-Recycling-Anlage ist geplant. Los gehen soll es aber bereits in diesem Jahr mit einer weiteren Trocknungsanlage für Klärschlamm sowie einer Anlage für die Aufbereitung von Gärresten.

Die Erweiterung soll Richtung Osten erfolgen

Die Erweiterungen sollen alle in Richtung Osten erfolgen, die Räte befürchten zusätzliche Geruchsemissionen für Schongau. Stadtbaumeister Sebastian Dietrich zitierte aus einem 45-seitigen Gutachten, das darlegt, dass sich die Firma zwar an die gesetzlich geforderten Grenzwerte halte, aber man an die maximalen Belastungsgrenzen heranreiche. Vielleicht ist zusätzlich die Futtertrocknung Altenstadt für Emissionen verantwortlich: Laut Gutachten entsprechen die Anlagen der Altenstadter Firma in der Triebstraße nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik.

Die Stadträte waren durch die Bank skeptisch

Die Stadträte waren durch die Bank skeptisch. „Wir können nicht wegdiskutieren, dass bereits der jetzige Betrieb eine enorme Geruchsbelästigung für das Wohngebiet in Schongau-West bedeutet“, so Roland Heger (UWV). „Man ist am Ende der Ertragbarkeit, es ist eine Zumutung für die Leute.“ Auch Gregor Schuppe (ALS) lehnte die Erweiterung ab. „Ich weiß genau, wie Emter riecht. Wenn das noch innerhalb der Grenzwerte liegt, wie wird es erst nach der Erweiterung?“ Bettina Buresch (ALS) sah es genauso. „Jede Erweiterung ist aus unserer Sicht eine Zumutung, das betrifft das ganze Stadtgebiet.“ Helmut Hunger (CSU) gab Buresch recht. „Dass Emter stinkt, wissen alle hier.“ Lediglich Markus Wühr (CSU) warb um Verständnis für die Erweiterungspläne, die die Zukunft der Altenstadter Firma sichere. „Wir Menschen produzieren Waren und Lebensmittel, deren Reste dort verarbeitet werden.“ Auch nutze die Stadt Schongau selbst die Trocknungsanlage für den Klärschlamm. „Der Gestank kommt über die Emter-Gülle auf den Feldern in die Stadt zurück“, so Wührs Hinweis. Fraktionskollege Robert Stöhr ließ dies nicht gelten: „Wenn das Gutachten schon sagt, dass wir mit den Grenzwerten an der Grenze sind, sollte man dieses genauer unter die Lupe nehmen, wir brauchen mehr Daten.“

Das Gutachten soll unter die Lupe genommen werden

Gegen eine Stimme einigten sich die Stadträte auf folgende Formulierung: Die Stadt Schongau erhebt wegen der zahlreichen Beschwerden seitens der Bevölkerung in Sachen Geruchsemissionen Einwände gegen die Bauleitplanung. Die Aussagen des Gutachtens sollen überprüft werden.

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