Stadtrat Schongau

Parkraum-Konzept für die Schongauer Altstadt: Der Stadtrat entscheidet

  • schließen

Schongau - Bei seiner Sitzung am Dienstag, 28. Juni, um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses, entscheidet der Schongauer Stadtrat über das umstrittene Parkraum-Konzept für die Schongauer Altstadt.

Mit einem komplett neuen Parkraum-Konzept für die Altstadt war Schongaus Wirtschaftsförderin Yvonne Voigt vergangenen Monat in eine Info-Veranstaltung gegangen – und hatte Lob, aber auch Kritik gehört. 

Vor allem Anwohner wehrten sich dagegen, in bestimmten Zonen tagsüber nicht mehr parken zu dürfen, und allgemein wurde das Konzept trotz erheblicher Reduzierung der Parkzonen als immer noch zu kompliziert angesehen – der Ruf „Überall eine Stunde kostenlos parken“ dürfte Voigt lange in den Ohren geklungen haben.

Den endgültigen Beschluss, wie in Schongaus Altstadt künftig geparkt werden darf, wird am Dienstagabend, 28. Juni, 19 Uhr, der Stadtrat treffen. Doch in einem Zwischenschritt informierte Voigt schon einmal die Stadträte, wie sie mit den Kritikpunkten umgehen will. „Leider hatten wir zu jedem Punkt recht unterschiedliche Positionen, deshalb ist kein Leitbild möglich“, sagte Voigt. Einige Punkte haben sie aber überrascht: Zum Beispiel, dass die in der Altstadt Beschäftigten offenbar nicht als Belebung wahrgenommen werden.

Die „Eine-Stunde-kostenlos-parken-Regel“ hält Voigt für gut: „Es wäre ein offensives Signal, wenn es sich finanziell trägt.“ Man müsse genau prüfen, ob andere Einwände dagegen sprechen. Eventuell könne man die Altstadt in zwei Zonen einteilen, zum einen mit befristeter Parkzeit, zum anderen ohne. Denn die reine nächtliche Anwohnerparkzone, die in Voigts Konzept vorgesehen war, wird von vielen als überflüssig angesehen.

Dass immer ein Parkschein gezogen werden muss, auch wenn jemand nur fünf Minuten steht, stieß ebenfalls auf Kritik. „Wir wollen aber den Missbrauch reduzieren“, bekräftigte Voigt. Man werde prüfen, ob das Handy-Parken – also das bequeme Ticket-Lösen per Smartphone – eine Lösung sein könne.

„Das geht in die richtige Richtung“, sagte Michael Eberle (CSU), der ein Fan der Eine-Stunde-kostenlos-Regel ist. „Das wäre auch ein schöner Werbe-Effekt, und dass wir mit den Parkgebühren Einnahmen erzielen, ist nicht das oberste Ziel.“ Wenn durch eine gästefreundliche Regel die Altstadt belebt wird, „bekommen wir Einnahmen besser über Gewerbe- und Einkommenssteuer“, so Eberle. Voigt entgegnete, durch zusätzliche Automaten und das Handy-Parken werde man zusätzliche Kosten haben. „Wir werden schon etwas ans Stadtsäckel denken müssen.“

Ilona Böse (SPD) regte noch ein Parkleitsystem an, damit Parkplätze bereits vor dem Befahren der Altstadt erkennbar sind, während Nina Konstantin (ALS) die eine Stunde Freiparken zu lang ist. „Nirgendwo anders gibt es eine längere kostenlose Parkzeit als 30 Minuten.“ Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) entgegnete, „wenn es der Wille der Bürger ist und die Altstadtgeschäfte so besser mit Läden auf der grünen Wiese mithalten können, halte ich das für gut.“ Damit traf er exakt den Nerv von Stephan Hild (UWV), dem die Stunde zuerst auch zu lang erschien, „aber unter dem Belebungs-Aspekt ist das in Ordnung.“ Nicht jeder werde sich zu 100 Prozent in dem künftigen Konzept wiederfinden können, „da muss man an die Bürger appellieren“.

Das Parkraumkonzept soll bei der Stadtratssitzung am Dienstag, 28. Juni, 19 Uhr, im Rathaussaal beschlossen werden. Informationen zum aktuellen Diskussionsstand gibt es auf www.schongau.de rechts unter „Bürgerbeteiligung Parkraumkonzept“.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zwei Cafés für den Marienplatz
Zwei Leerstände am Marienplatz könnten bald der Vergangenheit angehören: Ein großer beim ehemaligen Schrimpf-Anwesen, bei dem sich endlich etwas tun soll, und ein …
Zwei Cafés für den Marienplatz
Neujahrsempfang mit Hauch von Abschied
Wurde vor Jahren noch um den Bundeswehr-Standort Altenstadt gebangt, kommt man mittlerweile gar nicht mehr nach mit den zahlreichen Investitionen in Millionenhöhe, die …
Neujahrsempfang mit Hauch von Abschied
Brauneggers ungewöhnliche Vereidigung
Feierlicher Akt in der Sitzung des Denklinger Gemeinderates am Mittwochabend: Der am Sonntag neugewählte Bürgermeister Andreas Braunegger ist vereidigt worden.
Brauneggers ungewöhnliche Vereidigung
Mit dem Stollennachbau eine weitere Attraktion erhalten
„Hier herinnen sind die alten Kostbarkeiten bestens aufgehoben,“ hat Adriane Fliegauf im vergangenen Jahr freudig gesagt, als sie dem Museum im Klösterle ein Prager …
Mit dem Stollennachbau eine weitere Attraktion erhalten

Kommentare