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Günter Veit mit den Besuchern beim Ehe-Seminar.

Seminar im Schongauer Ballenhaus

Tipps gegen den Ehe-Streit

Schongau - Für unsere Häuser tun wir mehr als für unsere Partnerschaften, findet Richard Kane. Weshalb der Brite die Marriage-Week erfunden hat, ein Rettungsseminar für Ehen. Erstmals gab es in Schongau einen Workshop zum Thema „Konflikte in der Ehe“, geleitet von guten Christen.

Wie bei einer Hochzeit ist der Ballenhaussaal hergerichtet. Um die Bistrotische mit Knabbereien, Sekt und O-Saft haben sich die Pärchen gruppiert, rund 20 wollen hören, was Cornelia und Günter Veit zu erzählen haben. Das Ehepaar aus Landsberg ist dort, eigenen Angaben zufolge, schon seit Jahren zum Thema Konflikte in der Ehe und wie man diese erfolgreich lösen oder sogar vermeiden kann, aktiv.

Die Ehe ist Gottes Idee

Dazu hat Veit einen Vortrag erarbeitet, im Wechsel mit seiner Frau will er den Weg weisen. Zunächst geht es aber um die Ehe. Die, so der gute Christ, wie sich Veit selbst nennt, Gottes Idee ist. Wie ja auch der Mensch, beide, Mann und Frau, nach Gottes Abbild geschaffen sind. Und Gott möchte Teil dieses Bundes zwischen Adam und Eva sein, erklärt Veit den Anwesenden. Seit zehn Jahren schon sei die Zahl der Trauungen in Deutschland konstant, knapp 400 000 Pärchen geben sich das Ja-Wort. Ein Drittel dieser Partnerschaften aber erlebe die silberne Hochzeit, 25 Jahre Beisammensein, nicht. Eines der Probleme sei, dass wir unsere Vergangenheit mit in die Ehe brächten, quasi die Ehe der Eltern. Und alle hätten die Vision, dass die eigene Ehe die beste werden soll, die man kennt. Dabei seien es gerade die Glamourehen, die nicht funktionierten, die nur Blendwerk sind. „Eine gute Ehe gibt es nicht automatisch“, so Veit.

Gegensätze ziehen sich an, weiß er. Weshalb gegensätzliche Menschen erst recht aneinander Gefallen fänden. Das ist das Problem. Was aber löse den Konflikt aus? Eines der Probleme ist wohl, dass wir uns zu wenig um den Partner kümmern, ihm oder ihr zu wenig Beachtung schenken. Nicht mehr zuhören, nicht mehr auf die Probleme und Sorgen des anderen eingehen. Dafür gibt es das „Das geWIEVte Konfliktgespräch“, erläutert Veit seinen Zuhörern ein Konzept, das auf den Theologen Volker Kessler zurückgehen soll und in dem es, in kurzen Worten, um die Wahrnehmung, die Interpretation, die Emotion und das Verhalten geht. Folge man diesen vier Stichpunkten WIEV, sei das der beste Weg, einen Konflikt zu entschärfen. Man solle sich zeitnah mit dem Partner unterhalten und die Wahrnehmung in Worte fassen. Dem Partner soll die eigene Interpretation des Wahrgenommenen, ob richtig oder falsch, dargelegt werden mit dem Wunsch, wie man(n) es besser oder eben anders machen könnte.

Übung macht den Meister

Ein Vorgehen, für das Veit auch sogleich eine Übung mit Fragebogen parat hält, damit die Pärchen sich darin üben können. Wobei der Landsberger nachschiebt, als Christ könnte man zunächst beten und sich danach an den Fragebogen machen. Auf jeden Fall sollte man Gott mit einbeziehen – beten verbinde, schweiße zusammen, erklärt das Pärchen auf der Bühne. Und die Referenten haben noch eine weitere Empfehlung für die Zuhörer parat: Eheseminare. Das könne auch ein schönes Geschenk sein. Sie hätten ein solches Seminar immer wieder gemacht und nur Gutes dabei erfahren.

Oliver Sommer

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