Ordnungsmacht und Künstlerinnen: (v.l.) Polizeivize Ronald Bauer, Beamter Andy Mollocher, Polizeichef Rudolf Fischer sowie Monika Humm und Eva Leitolf vor einem Humm-Bild. Im Bild oben ein überdimensional großer genetischer Fingerabdruck, verfremdet von Eva Leitolf, im Treppenhaus. : spe

In Schongau trifft Kunst auf Polizei-Alltag

Schongau - Sechs Jahre nach Bezug des neuen Inspektionsgebäudes hat die Schongauer Polizei fünf Bilder von Monika Humm aus München sowie Eva Leitolf aus dem Bayerischen Wald bekommen.

„Was lange währt, wird endlich gut. Jetzt sind wir richtig komplett.“ Für den Chef der Polizeiinspektion Schongau, Rudolf Fischer, war der Mittwoch ein besonderer Tag. Sechs Jahre nach Bezug des neuen Inspektionsgebäudes wurden ihm und seiner Belegschaft offiziell fünf Bilder von Monika Humm aus München sowie Eva Leitolf aus dem Bayerischen Wald übergeben, die fürs Treppenhaus und die Flure gedacht sind. Und die auch bereits hängen bzw. in die Wände eingearbeitet wurden. Die beiden Künstlerinnen waren von einer Fachjury einstimmig zu Siegerinnen eines Wettbewerbs gekürt worden.

„Der Idealfall ist, dass parallel zur Planung des Projekts auch die künstlerische Ausgestaltung konzipiert wird“, erklärte Peter Aumann, Leiter Hochbau am Staatlichen Bauamt in Weilheim, um noch zu ergänzen: „Das schaffen wir aber eigentlich nie.“ Die zweite Variante, es zeitnah hinzubringen, gelinge etwas häufiger. „In diesem Fall hat es gedauert, weil wir wissen mussten, wie viel Geld uns noch übrig bleibt“, so Aumann, „denn für die Gesamtmaßnahme stand nur eine bestimmte Summe zur Verfügung“. In Zahlen: Annähernd 32 000 Euro kostet der künstlerische Anstrich, Künstlerhonorare inklusive.

Noch einmal Aumann: „Die Polizei hatte lange Zeit, sich mit ihrem neuen Gebäude anzufreunden und auseinanderzusetzen. Jetzt ging es darum, auch noch künstlerische Elemente mit einzubinden, so wie das an öffentlichen Gebäuden gewünscht wird.“

Auf die Werke eingehend, meinte Aumann, „dass sie sehr unterschiedlich sind, aber alle das Thema Polizei zum Inhalt haben“. Dabei seien gleichwohl schwarz-weiße wie auch farbige Bilder entstanden. „Schaut man genauer hin, erkennt man die Parallelen. Die Arbeiten ergänzen sich wunderbar.“

Als Problem hat Aumann unterdessen ausgemacht, „dass es nur wenige Menschen gibt, die diese Arbeiten sehen können, weil das Inspektionsgebäude nicht frei zugänglich ist“. Er hoffe aber, dass die Polizei anlässlich eines weiteren Tags der offenen Tür Interessenten Einblicke gewähre. Aumann hofft zudem, „dass die Nutzer dieses Gebäudes der Kunst auch etwas abgewinnen können“.

Für Eva Leitolf ist Schongau ihr drittes Projekt von Kunst am Bau. Die ersten Werke hat sie in Berlin und München realisiert. Während der Vorbereitung auf ihre Bilder hatte sie eigenem Bekunden zufolge die Zusammenarbeit mit den Beamten gesucht. „Dazu habe ich mich erkennungsdienstlich behandeln lassen und Speichelprobe und Fingerabdruck abgegeben.“ Die Ergebnisse lassen sich an den Wänden des Treppenhauses überdimensional groß bewundern.

Monika Humm freute sich darüber, „dass ich gespürt habe, wie die Arbeit immer mehr Dynamik bei mir entwickelt“. Es sei ihr bei ihren Werken darum gegangen, „Dinge von außen nach innen zu bringen, aber auch, nicht nur etwas für das Haus zu machen, sondern auch etwas für die Vergangenheit zu tun“. Objekt ihrer Begierde war unter anderem der Polizeidienerturm.

Viel Lob für die Werke hatte auch Manfred Mayerle, Leiter der Bewertungskommission und selbst anerkannter Künstler aus München, übrig. „Alle Arbeiten haben hohes künstlerisches Niveau“, bescheinigte er den Künstlerinnen und verlieh seiner Freude darüber Ausdruck, „dass der Staat es sich leisten konnte, Arbeiten zweier Künstlerinnen auszustellen“.

Stephan Penning

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