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Da leuchten die Bremslichter: Ein Schüler läuft über die Marktoberdorfer Straße zum Bus. Das war aber die Ausnahme.

Neue Haltestellen am Schulzentrum

Trotz Gedrängels: Alle im richtigen Bus

Schongau- Auf die Baustellen-Situation am Schulzentrum in Schongau müssen sich jetzt auch die Schüler einstellen – vor allem die rund 900 Fahrschüler. Sie rannten gestern nach Unterrichtsende los – zu den neuen Haltestellen, die beidseitig der Marktoberdorfer Straße eingerichtet worden sind. Zu einem Chaos, wie mancher befürchtet hat, ist es aber nicht gekommen.

„Langsam, nur nicht drängeln“, so die Anweisung von Georg Speiser vom Kontrolldienst des RVO. Der Regionalverkehr Oberbayern war gestern Mittag gleich mit drei Vertretern in Schongau, um sich vor Ort ein Bild zu verschaffen, wie alles so abläuft, wenn 900 Fahrschüler mit weiteren Wegen und geänderten Haltestellen konfrontiert werden.

„Man sieht, wie wichtig die neue Busspur ist“, sagt Ralf Kreutzer, RVO-Niederlassungsleiter. Und er lobt die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Schongau. Die hat nicht nur die vom RVO gewünschte Busspur angelegt, sondern auch Schilder mit Ortsangaben an den neuen Haltepunkten aufgestellt, damit die Schüler genau wissen, an welcher Stelle ihr Bus hält und wo sie einsteigen müssen.

Auf zum Nadelöhr: In der engen Unterführung wurde es mittags etwas eng.

Bereits am frühen Morgen waren Joachim Komander, Anton Jungandreas und ein weiterer Mitarbeiter vom Schongauer Bauhof für eine Stunde abgestellt worden, um die neue Situation zu überwachen. Denn die Dauer der Laufwege von den Schulen zu den Interimsbushaltestellen hat sich bekanntlich – je nach Standort – um 60 bis maximal 90 Sekunden verlängert.

„Mit allen beteiligten Busunternehmen ist vereinbart worden, dass die Zeitdifferenz durch längere Aufenthaltszeiten der Busse an den Haltestellen in der Marktoberdorfer Straße ausgeglichen wird“, so Yvonne Voigt, Pressesprecherin der Stadt. Die betroffenen Fahrer seien per Dienstanweisung davon in Kenntnis gesetzt worden. Und für die Sicherheit der Schüler habe man an den Interimshaltestellen zusätzliche Warteflächen ausgewiesen und an den Einstiegen Drängelgitter montiert – zumindest auf der einen Seite der Marktoberdorfer Straße. „Auf der Seite, wo sich das Schulzentrum befindet, werden diese Drängelgitter noch angebracht“, kündigte Sebastian Dietrich vom Stadtbauamt an. „Da geht’s nur noch darum, die genaue Position dieser Gitter festzulegen.“

Unter Aufsicht: Ein Mitarbeiter des Bauhofs beobachtet die Schüler beim Einsteigen. Es fehlen noch die Drängelgitter.

Lothar Anzengruber, Einsatzleiter beim RVO, blickte gestern immer wieder auf die Uhr. Er notierte genau auf, wann die Schulbusse eintreffen, wann sie abfahren und ob der Fahrplan eingehalten werden kann. „Das klappt ja super“, konnte er sich und seinen Mitarbeitern ein wenig auf die Schulter klopfen. Lediglich der Bus nach Epfach traf eine Minute später ein. Aber solche kurzzeitigen Abweichungen lassen sich im Stadtverkehr bekanntlich nie ganz vermeiden.

Auch Frank Pfaffenberger, Konrektor der Mittelschule, bestätigte im Gespräch mit der Heimatzeitung, dass alles relativ gut geklappt habe. „Es gibt keinen Schüler, der seinen Bus nicht erreicht hat“, freute er sich. Weniger gefallen hat ihm allerdings, dass es immer noch Schüler gibt, die über die vielbefahrene Marktoberdorfer Straße laufen – anstatt die Fußgängerunterführung zu benutzen. Und manche Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto abholen, haben kurzzeitig mal die Zufahrt blockiert. Nicht so Stefanie Mock aus Schongau, die ihren Wagen am Parkplatz beim Gartenweg abstellt, wenn sie ihre beiden Kinder von der Schule heimholt.

„Wir machen im Bus immer eine Durchsage, damit jeder Schüler weiß, wo es hingeht und niemand im verkehrten Bus sitzt“, so Schulbusfahrer Hans-Jörg Kilg aus Oberammergau. Die meisten der Fahrschüler kennt er und weiß somit auch, wohin er sie befördern muss.

Und wenn beim Einsteigen zu sehr gedrängelt wird, dann ermahnt auch Anton Jungandreas vom Bauhof die Schüler: „Seid doch vernünftig, dann klappt das Einsteigen umso schneller.“ Auch in den nächsten Tagen wird der Schulbusverkehr in Schongau weiter überwacht.

Michael Gretschmann

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