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Staatsschutz ermittelt

Über 100 volksverhetzende Bilder in Schongau aufgehängt

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Schongau - In weiten Teilen der Schongauer Altstadt sind in der Nacht auf diesen Mittwoch zahlreiche Gebäude mit volksverhetzende Pamphleten mit Bildern von Angela Merkel und Sigmar Gabriel beklebt worden. 

Die Polizei spricht von mindestens 100 Fällen. Der Staatsschutz ermittelt.

Unschöne Überraschung am Morgen: An vielen Gebäuden sowie geparkten Fahrzeugen in der Schongauer Altstadt klebten am frühen Mittwochmorgen beleidigende bzw. volksverhetzende Pamphlete. Es sind weiße Zettel, vom Computer ausgedruckt. Eines zeigt Bundeskanzlerin Angela Merkel, der dickere Augenbrauen und ein kleiner Oberlippenbart aufgemalt worden sind – ganz in Anlehnung an Adolf Hitler. Darüber steht geschrieben: „Schwarze und andere Verberecher sind hier nicht willkommen.“ Dahinter drei Ausrufezeichen. Ein zweiter Zettel zeigt Vizekanzler Sigmar Gabriel mit den begleitenden Worten „Sozi-Doof – zurück in die Sonderschule!!!.“

Angela Merkel wurden dickere Augenbrauen sowie ein Bärtchen angemalt - in Anlehnung an Adolf Hitler.

„Da hat sich einer richtig Mühe gemacht, wir gehen von mindestens 100 Fällen aus“, sagte dazu am Mittwochmorgen ein Sprecher der Polizei Schongau. Nach Angabe der Beamten sind zahlreiche Gebäude entlang der Münz-, Christoph- und Dominikus-Zimmermann-Straße in der Schongauer Altstadt mit diesen Zetteln beklebt worden. Betroffen waren auch das Schongauer Rathaus sowie das Landratsamts-Gebäude am Schongauer Schloßplatz. „Einige der Flugblätter wurden sichergestellt und werden spurentechnisch untersucht“, so Schongaus Polizeichef Herbert Kieweg. Zudem bittet die Polizei um Hinweise auf den oder die Täter unter der Telefonnummer 08861/23460.

„Der Hausmeister hat es morgens gegen 6 Uhr beim Aufschließen bemerkt“, sagt Hans-Günter Schenke, der stellvertretende Dienststellen-Leiter des Landratsamtes in Schongau, über die Flugblatt-Aktion. Nach seinen Worten waren es etwa 20 Zettel, die an der Hauswand, an und im Briefkasten sowie an der nebenstehenden Strauß-Büste am Landratsamt klebten. „Sie zeigten ebenfalls die Bilder von Merkel und Gabriel sowie zusätzlich ein kirchenkritisches Schreiben“, so Schenke weiter. Er hat sich daraufhin bei der Polizei Schongau über das Ausmaß dieser unschönen Klebeaktion informiert. „Schließlich muss ich ja die Landrätin darüber informieren, und die Polizei schätzt die Sache ernsthaft ein.“

Stimmt. Denn nach der ersten Beweisaufnahme durch Beamte der Polizeiinspektion Schongau hat die Kriminalpolizei Weilheim, Abteilung Staatsschutz, die weiteren Ermittlungen übernommen.

Betroffen von der Klebeaktion war im übrigen auch die Geschäftsstelle der Schongauer Nachrichten in der Münzstraße. Auch dort klebten am Morgen die besagten Merkel- und Gabriel-Zettel im Schaufenster – sowie ein Extra-Blatt: „Zeitungsverlag: Völkischer Beobachter, das Blatt für Volksverhetzung und Gehirnwäsche“ stand darauf geschrieben.

Betroffen von der Klebeaktion war im übrigen auch die Geschäftsstelle der Schongauer Nachrichten in der Münzstraße. Auch dort klebten am Morgen die besagten Merkel- und Gabriel-Zettel im Schaufenster – sowie ein Extra-Blatt: „Zeitungsverlag: Völkischer Beobachter, das Blatt für Volksverhetzung und Gehirnwäsche“ stand darauf geschrieben.

Diese sowie fast alle anderen angeklebten Zettel sind im Verlauf des Mittwochs an den betroffenen Gebäuden entfernt worden. „Wobei es ein ekelhafter Klebstoff war“, wie Hans-Günter Schenke vom Landratsamt berichtet. Aber Hausmeister und Bauhof-Mitartbeiter haben alle diese Schmähzettel erfolgreich entfernt – ohne nennenswerten Schaden. „Geblieben sind nur der Ärger und die Arbeit“, so Schenke.

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