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Unmittelbar neben dem Krankenhaus führt die Bahnstrecke vorbei – dort könnte ein Halt entstehen.

Grünen-Antrag für Kreistag

Vorstoß für Bahn-Halt am Krankenhaus

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Schongau - Gesprochen wird schon lange darüber, die Kreis-Grünen machten nun einen Antrag an den Kreistag daraus: Das 60-köpfige Gremium soll sich dafür einsetzen, dass die Strecke für Personenzüge in Schongau bis zum Krankenhaus verlängert und dort ein Bahn-Halt eingerichtet wird.

Bislang endet die von der Bayerischen Regiobahn (BRB) betriebene Pfaffenwinkelbahn Weilheim-Schongau am Bahnhof in Schongau. Auf den Gleisen der sich Richtung Landsberg anschließenden Fuchstalbahn verkehren nur Güterzüge der Augsburger Localbahn. Sie ist vor allem für die Papierfabrik UPM unterwegs. Seit langem schon wird diskutiert, dass eine Verlängerung zum Krankenhaus Sinn machen würde. Passiert ist nichts, „doch hinter den Kulissen war man nicht untätig“, sagt Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) – gleich mehrere Aspekte machen Hoffnung.

Da ist zum einen das sogenannte Lastenheft, das vor rund einem Jahr Verbesserungsmöglichkeiten bei der Pfaffenwinkelbahn aufgezählt hat. Ein Haltepunkt Schongau-Nord am Krankenhaus ist dort aufgeführt. Eine der Voraussetzungen, nämlich eine Beschleunigung der gesamten Strecke, um den Fahrplan auch mit zusätzlichem Haltepunkt weiter gewährleisten zu können, wurde dann Anfang Juni aktuell. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt begab sich mit Lokalpolitikern auf die Strecke und verkündete anschließend ein ganzes Maßnahmenbündel, mit dem die Strecke bis 2019 schneller, sicherer und komfortabler werden soll.

Zusätzlicher Bahn-Halt wirklich schwer umzusetzen? 

„Bei diesem Termin habe ich den Minister auf den zusätzlichen Bahn-Halt am Krankenhaus angesprochen“, sagte Sluyterman, der Dobrindt wegen seines Einsatzes ausdrücklich lobte. Auch ein Vertreter des bayerischen Verkehrsministeriums war bei der Fahrt dabei, und der erläuterte noch einmal, warum der zusätzliche Bahn-Halt so schwer umzusetzen sei. Man befinde sich nämlich damit auf der Strecke der Fuchstalbahn, auf der abgesehen von Tourismusfahrten seit Jahrzehnten kein Personenverkehr mehr stattfindet. Deshalb gilt eine Verlängerung der Pfaffenwinkelbahn bis zum Krankenhaus offiziell als Reaktivierung – „den Zuständigen ist es egal, ob es sich um 30 Kilometer bis Landsberg oder einen Kilometer zum Krankenhaus handelt“, sagt Sluyterman kopfschüttelnd.

Doch nicht zuletzt durch die Schließung des Peißenberger Krankenhauses habe die Debatte neue Fahrt aufgenommen. Es sei noch wichtiger als früher, dass Patienten und Besucher mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen können. Und die Anbindung des Schongauer Krankenhauses an den öffentlichen Personennahverkehr ist laut Karl-Heinz Grehl, Ortssprecher von Bündnis90/Die Grünen in Weilheim, der auch Kreisrat und stellvertretender Landrat ist, derzeit „gotterbärmlich“. „Die Anbindung ist wichtig“, so Grehl, dadurch könnte das außerhalb der Stadt liegende Krankenhaus nur gewinnen. Auch für Berufsschüler wäre es eine attraktive Anbindung.

30 000 Bürger fordern Verbesserungen

„Man muss die Verantwortlichen eben überzeugen, dass es keine so großen Hürden braucht“, gibt sich Sluyterman kämpferisch. Deshalb unterstützt der Bürgermeister, selbst Kreisrat, den Grünen-Antrag im Kreistag ausdrücklich. Es ist seines Wissens das erste Mal, dass sich das Gremium mit dem Thema beschäftigt. „Dort ist es auch richtig aufgehoben, wir Schongauer können allein wenig bewirken“, sagt Sluyterman. Auch Grehl glaubt, „dass es eine starke Mehrheit für den Bahn-Halt am Krankenhaus gibt“.

Auch die Macht des Mittelzentrums Ammer-Lech-Land, das den zusätzlichen Bahn-Halt ebenfalls als wichtiges Projekt identifiziert hat, will Sluyterman in die Waagschale werfen: Zusammen mit den Kollegen aus Peiting und Altenstadt will er im Frühjahr einen Brief an die Verantwortlichen schreiben und im Namen von fast 30 000 Bürgern Verbesserungen fordern.

Boris Forstner

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