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Der Spalierbaum am Haus von Franz Rieger in Altenstadt treibt bereits Blüten. Ein starker Frost könnte dazu führen, dass es nichts wird aus den Birnen. 

Blüten versinken im Schnee

Wenn der Frost kommt, zittern die Gartler

Angesichts des Wintereinbruchs in den vergangenen Tagen und der drohenden Frostgefahr sind viele Gartenbesitzer in großer Sorge, dass die Obstbäume und Beerensträucher auch heuer wieder großen Schaden davontragen. „Es ist Schlimmes zu befürchten“, hört man die Gartler jetzt schon klagen.

Schongau – „Eine geschlossene Knospe von Apfel oder Birne verträgt bis zu vier Grad minus Frost, Steinobst wie Kirsche und Zwetschge nur zwei Grad minus“, erklärt Heike Grosser, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Weilheim-Schongau. Die geöffnete Blüte vertrage zwei Grad minus, und noch schlechter sei es bei der jungen Frucht, „da ist schon ein Grad minus zu viel“.

Grosser geht davon aus, dass die Apfelbäume in freien und hohen Lagen noch wenig blühen, und sich die Frostschäden dort in Grenzen halten. „Die Zwetschgen und Birnen oder gar ein Pfirsich wird wahrscheinlich in diesem Jahr keine Früchte tragen“, befürchtet die Kreisfachberaterin.

Einen Frostschaden erkennt man an dem schwarz verfärbten Fruchtknoten mit Griffel und Narbe in der Mitte der Blüte, verrät Heike Grosser. Besser dran sind Blüten an geschützten Stellen, z.B. Spalierbäume an Hauswänden, die Wärme abstrahlen. Aber auch Teiche geben Wärme ab, ebenso eine Steinmauer, die möglicherweise etwas Wärme gespeichert hat.

Was kann man tun, wenn ein Frosteinbruch im Frühjahr bevorsteht? „Frostschutzberegnung wird in professionellen Anlagen durchgeführt, aber nicht im Hausgarten“, sagt Grosser. Das funktioniert so: Wird Wasser zu Eis, wird Wärmeenergie frei. Diese Erstarrungswärme erwärmt dann etwas den Bereich der Blüte und kann etwa zwei Grad Temperatur ausgleichen.

Ein Schutz vor der Kälte sei auch mit Vlies oder Tüchern möglich. „Bei einem einzelnen kleinen Baum können sicher auch ein paar Eimer heißes Wasser unter dem Baum die Temperatur positiv beeinflussen“, verrät die Kreisfachberaterin. Kahler Boden ohne Bewuchs unter dem Baum erhöhe zudem die Wärmeabstrahlung des Bodens. „Liegt Schnee, bringt es nichts“, sagt Grosser.

„Voriges Jahr hatten wir um diese Zeit ebenfalls einen Kälteeinbruch“, erinnert sich Franz Rieger aus Altenstadt, früher jahrelang Vorstand beim örtlichen Obst- und Gartenbauverein. Auch er weiß: Wenn die frostgeschädigten Blüten anfangen zu faulen, dann wird’s nichts mehr mit den Früchten. An Riegers Jostabeerensträuchern waren in den vergangenen Wochen schon die Hummeln dran und haben die Blüten bestäubt. Jetzt hofft er, dass der Frost nicht mehr gar so hart zuschlägt. Die Sträucher und die kleineren Spindelbäume will er notfalls mit Vlies etwas abdecken, damit noch etwas zu retten ist. Auch der Zwetschgenbaum in Riegers Garten blüht bereits so schön. „Hoffentlich übersteht er die kommenden kalten Nächte“, wünscht sich Franz Rieger.

Wenn die Blütenknospen bereits geöffnet sind und der Frost voll zuschlägt, „dann droht ein Totalausfall“, befürchtet Wolfgang Tenzer, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Bernbeuren. „Schon letztes Jahr hatten wird durch den Frost im Frühjahr Ernteeinbußen im Herbst“, berichtet Leonhard Socher, Gartler-Chef aus Birkland. Und wenn es weniger Äpfel gibt, dann gibt es auch weniger Most, sagt er.

Michael Gretschmann

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