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Täglich am Üben für das Landesfinale: (v.l.) Sean Mahner, Anton Riedenauer und Benedikt Esper.

jugend musiziert

Sie wollen nur spielen

Schongau - Langsam steigt die Spannung: Sean Mahner (12) aus Schongau, Benedikt Esper (13) aus Altenstadt und Anton Riedenauer (12) aus Schongau nehmen ab morgen in Regensburg am Landeswettbewerb von Jugend musiziert teil. Einen kleinen Dämpfer gab es aber schon in Vorfeld.

„Wir üben jeden Tag“, bekennen die drei Buben eifrig. Zusammen spielen sie zwar nicht, aber sie üben regelmäßig mit ihrem jeweiligen Partner in der Musikschule in Schongau. In der Kategorie „Duo: Klavier und ein Blasinstrument“ sind sie schon beim Regionalwettbewerb Mitte Januar aufgetreten, und so werden sie sich auch in Regensburg wieder präsentieren. „Neue Stücke lernen wir nicht“, sagt Benedikt, der Posaune spielt. Sein Begleiter am Klavier ist Maximilian Schmid (9) aus Peiting, der auch im Duo mit Baritonspieler Anton antritt, zum Pressetermin aber leider keine Zeit hatte.

„Zusammen üben wir einmal in der Woche“, erklärt Sean. Der 12-Jährige ist ein Multitalent in Sachen Musikinstrumente. Angefangen hat er mit der Gitarre, dann kamen das Klavier, die Klarinette, und nun spielt er Oboe. „Wir haben ihn dazu überredet“, sagt Musikschulleiter Karl Höldrich. Klarinettenspieler gibt es wie Sand am Meer, und so eine Oboe ist immer gefragt. Sean war offen für das Erlernen eines neuen Musikinstruments. „Es ist von der Atemtechnik her schwieriger als die Klarinette“, erklärt er. Aber ansonsten gefällt ihm die Oboe sehr.

Viel Freizeit muss investiert werden

Eine große Portion Musikbegeisterung ist das Grundgerüst bei allen drei. Denn viel Freizeit muss da schon investiert werden in diese Leidenschaft. Nicht nur das Üben erfordert Langmut, auch die Vorbereitung auf den Landeswettbewerb ist mit viel Organisatorischem verbunden. Die Anfahrt zum Wettkampf, das Hotel, der Transport der Musikinstrumente, all’ das muss selbst organisiert werden. „Wir haben es da noch leicht“, sagt Benedikts Vater im Hinblick auf die Posaune seines Sohnes. Die passt locker in ein Auto. Für die Harfenspieler gestalte sich das schon komplizierter.

Zum Landeswettbewerb in Regensburg kommen 160 junge Musiker. Eine Jury ermittelt daraus die Preisträger, die am Bundeswettbewerb in Berlin teilnehmen dürfen. Das ist ein Riesenansporn für alle jungen Musikbegeisterten. Posaunist Benedikt erwähnt aber den kleinen Dämpfer, den die drei Buben erst vor ein paar Tagen erfahren haben. Sie spielen nämlich noch in der Altersgruppe II, und diese Teilnehmer werden dann, trotz erreichter Punktzahl, nicht zum Bundeswettbewerb geschickt. „Irgendwo muss man eine Altersgrenze setzen“, versucht Höldrich zu trösten. Aber erfahren, ob sie es geschafft hätten zu diesem letzten Wettbewerb, das werden die drei auf jeden Fall: Wenn die Jury ihnen die geforderte hohe Punktzahl gibt, dann wissen sie, dass sie weiter gekommen wären.

Was zählt, ist die Musik

„Ich freue mich auf jeden Fall auf den Wettbewerb“, sagt Benedikt. Er hat ein wenig Pech, denn eigentlich wäre er vom Alter her eine Klasse höher eingestuft. Da sein Partner Maximilian aber erst neun Jahre alt ist, wird gemittelt. Aber irgendwie stört das die drei nicht. Was für sie zählt, ist Musik zu machen. Das macht Spaß und treibt sie an. Sean setzt sich heute ans Klavier und spielt ein paar fetzige Jazztakte. Anton bläst kräftig das Bariton. Ganz wie sein Vater, der auch auf diesem Instrument in der Schongauer Stadtkapelle spielt. Und Benedikt ist froh, dass er aus technischen Gründen keine Kinderposaune mehr spielen muss. Denn seitdem er so lange Arme bekommen hat, kann er die „richtige“ Posaune spielen. Bis zum sechsten Zug kommt er locker, und es hört sich einfach klasse an.

Regina Wahl-Geiger

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