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Dort ist bald die Arbeitsagentur zuhause: Das noch leerstehende Bürogebäude an den Schongauer Meisenhöfen

Entscheidung ist gefallen

Arbeitsagentur kommt in die Schongauer Meisenhöfe

Schongau - Die Arbeitsagentur wird mitsamt Jobcenter in die Meisenhöfe an der Marktoberdorfer Straße einziehen. „April oder Mai wäre unser Wunschtermin“, sagt Monika Lex, Vize-Geschäftsführerin der Arbeitsagentur Weilheim.

Als Ende Oktober die Pläne für einen Arbeitsagentur-Neubau an der Bahnhofstraße geplatzt waren, hatte Arbeitsagentur-Leiter Michael Schankweiler schon gesagt, man sei nahe dran an einer Alternativlösung. Die verkündete jetzt seine Stellvertreterin Monika Lex: „Wir haben uns auf die Meisenhöfe festgelegt.“

Das kommt einigermaßen überraschend. Denn die Meisenhöfe gehören der Firma Haseitl, sie hatte sich mit dem Gebäude im Frühjahr sogar explizit bei der Arbeitsagentur beworben – war aber nicht zum Zug gekommen. Stattdessen sollte das Bauunternehmen der Arbeitsagentur ein maßgeschneidertes Gebäude auf dem leerstehenden städtischen Grundstück gegenüber des Bahnhofs hochziehen. Das dauerte der Arbeitagentur aber offenbar zu lange, obwohl Haseitl den Neubau in Rekordzeit bis Januar 2017 hingestellt hätte.

Die Zeitfrage war letztlich entscheidend, sagt auch Lex. „Die Meisenhöfe waren bei der Ausschreibung aus verschiedenen Gründen ausgeschieden, wir hatten die Bahnhofstraße präferiert. Aber wir brauchen jetzt schnell eine Alternative.“ Das seit 2009 genutzte Provisorium im Josefsheim an der Liedlstraße sollte eigentlich schon längst Vergangenheit sein, die Räumlichkeiten sind wenig geeignet, dazu kommt die räumliche Trennung mit dem Jobcenter in der Christophstraße. Wegen des Flüchtlingsansturms braucht auch die Arbeitsagentur zusätzliches Personal, das Platz braucht, der momentan nicht zur Verfügung steht. „Wir könnten derzeit nicht einmal einen zusätzlichen Mitarbeiter unterbringen“, sagt Lex.

Deshalb das Umschwenken auf die kurzfristig machbare Lösung, die Bürgermeister Falk Sluyterman mit einer Mischung aus Schmunzeln und Kopfschütteln zur Kenntnis nahm. „Das hätte man vor zwei Jahren auch schon haben können. Aber wir sind natürlich froh, dass die Arbeitsagentur vor Ort bleibt.“ Die Lösung an der Bahnhofstraße hätte Sluyterman besser gefallen, weil das mit dem Neubau eine städtebauliche Aufwertung gewesen wäre und die Kunden vielleicht noch in der Altstadt vorbeigeschaut hätten.

Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln wäre direkt am Bahnhof tatsächlich erheblich besser gewesen. Das war auch für die Arbeitsagentur ein wichtiges Thema, schließlich sind viele Arbeitslose und Hartz IV-Empfänger nicht motorisiert. „Aber wir haben uns umgesehen, der Stadtbus hält nicht weit entfernt“, sagt Lex. Parkplätze gibt es direkt vor dem haus und in der Tiefgarage genug.

Vom Raumbedarf her passen die Meisenhöfe mit ihren fast 600 Quadratmetern nahezu perfekt. Laut Haseitl-Geschäftsführer Peter Schrehardt sind die Wohnungen in den Meisenhöfen alle längst verkauft. Auch das eine Geschäftsgebäude an der Straße ist schon seit Ende 2013 mit dem Landwirtschaftlichen Buchführungsdienst und einer Physiotherapiepraxis voll belegt. Nur das andere Geschäftshaus stand leer – und zwar bewusst. „Anfragen hat es permanent gegeben, aber immer nur für einzelne Geschosse“, sagt Schrehardt. „Wir haben aber auf einen Mieter gewartet, der das ganze Haus mietet.“ Das pokern hat sich gelohnt.

Und die Arbeitsagentur drückt aufs Tempo, um den geplanten Einzugstermin April/Mai zu halten. Vorgestern war eine vierköpfige Delegation vor Ort, um sich unter anderem die Möglichkeiten der elektrischen Leitungen anzuschauen. Es wird einige Umbauten geben. Schließlich spielt auch der Sicherheitsaspekt für die Mitarbeiter, der an den derzeitigen Provisorien kaum gewahrt ist, eine wichtige Rolle. „Wir können uns mit dem Gebäude arrangieren und unsere Wünsche zu großen Teilen umsetzen“, sagt Lex zufrieden.

Boris Forstner

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