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Vor einem Jahr waren sie bei der Schongauer Sicherheitswacht noch zu fünft.

Aufruf der Schongauer Polizei

Sicherheitswacht sucht Verstärkung

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Schongau - Ruhestörer und Wildbiesler in die Schranken weisen. In dringenden Fällen Polizei oder Krankenwagen hinzurufen. Oder einfach nur Präsenz zeigen, um den Schongauer Bürgern ein sichereres Gefühl zu geben. Die Aufgabe der Sicherheitswacht ist vielschichtig. Interesse geweckt?

Die Schongauer Sicherheitswacht ist die vergangenen Jahre zusammengeschrumpft. Inzwischen sind sie nur noch zu viert. „Aus verschiedenen Gründen“, sagt Schongaus Polizeichef Herbert Kieweg. Der eine zog weg. Der andere müsse Schichtdienst machen. Oder aus Altersgründen. Dabei sei die Sicherheitswacht „als Ergänzung der Polizei“ eine gute und wichtige Sache. Aus diesem Grund sucht die Schongauer Polizei, die für Ausbildung und Aufwandsentschädigung verantwortlich ist, jetzt nach Verstärkung.

Heidi Schrödl kann das nur begrüßen. Sie macht das inzwischen seit vier Jahren. Und noch immer mit Begeisterung. „Wir sind in ganz Schongau unterwegs, zu Fuß oder mit dem Auto“, sagt die 60-Jährige. Richtig gefährlich wurde es für sie noch nie. „Weil es in Schongau insgesamt betrachtet sehr friedlich zugeht.“ Die meisten Problemchen haben sie und ihre drei Kollegen mit Betrunkenen, die oftmals (zu) laut und unverschämt durch die Altstadt ziehen.

Vorausgesetzt, sie sind dazu noch in der Lage. Während des Weihnachtsmarktes erwischte es zum Beispiel einen Asylbewerber. Als er zu tief ins Glas schaute, konnte er sich nicht mehr auf den Beinen halten. Schrödl und ihr Kollege waren aber rechtzeitig zur Stelle, alarmierten den Krankenwagen. Ähnliche Fälle erlebte Schrödl schon öfter. Noch wichtiger sei aber das Zeigen von Präsenz.

Hauptaufgabe: Präsenz zeigen

Immer wieder mal wird Schrödl von Passanten oder Bekannten angesprochen, sie solle doch bitte mal bei ihnen vorbeischauen, weil sich da öfter jemand herumtreiben würde. Ein kurzes „guten Abend, wir sind von der Sicherheitswacht“ reicht oftmals aus, um etwaige Rumtreiber bzw. Ruhestörer zur Vernunft zu bringen.

„Wir haben aber auch schon Kinder von einem Dach gerettet.“ Oder Alkohol aus den Mülleimern auf Spielplätzen gefischt, damit die Kinder am nächsten Morgen auf keine Dummheiten kommen, erinnert sich Schrödl, die das Aufgabengebiet der Schongauer Sicherheitswacht als sehr vielschichtig bezeichnet, sich über Verstärkung sehr freuen würde.

Immerhin gibt’s dafür auch etwas Geld. Acht Euro Aufwandsentschädigung die Stunde. Und eine rund 40-stündige Ausbildung bei der Schongauer Polizei, die auch rechtliche Aspekte beinhaltet. „Zum Beispiel darf die Sicherheitswacht bei einem Unfall Schaulustigen einen Platzverweis erteilten“, sagt Polizeichef Kieweg, der das komplette Aufgabenprofil der Sicherheitswacht sehr gerne ausführlich erklärt.

Bewerbungen bei der Polizeiinspektion Schongau

Interessierte dürfen sich also jederzeit unter der Telefonnummer 08861/23460 bei Kieweg melden. Das gilt auch für ausländische Mitbürger. Schrödl wünscht sich schon länger einen Kollegen mit Migrationshintergrund, „damit alle Bürger sehen, dass wir von der Sicherheitswacht wirklich für alle da sind“.

Johannes Schelle

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