CSU-Stammtisch im Schongauer Ballenhaus: Von links Landtagskandidat Harald Kühn, Bundestagskandidat Alexander Dobrindt, CDU/CSU-Fraktionssprecher Volker Kauder und Vize-Landrätin Andrea Jochner-Weiß. Foto: bse-picutes

CSU-Stammtisch in Schongau: Klartext statt Kauderwelsch

Schongau - „Ich bin ein Bayern-Fans“ - so hat sich Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, beim CSU-Stammtisch im Ballenhaus in Schongau gleich zu Beginn geoutet. Und dies als gebürtiger Hoffenheimer!

Ebenso verriet er, dass er als Kind eigentlich Zirkusdirektor werden wollte. „Das hat ja geklappt“, frotzelte Alexander Dobrindt. Der Bundestag als Zirkus! Da lachten die Zuhörer, gleich darauf sogar noch mehr, als Kauder den SPD-Vorsitzenden Gabriel als Pausenclown titulierte.

„Die SPD ist total von der Rolle. Die macht nicht nur sich, sondern das ganze Land lächerlich“, berichtete Kauder und nahm einen kräftigen Schluck von dem Weizenbier, das ihm Schongaus CSU-Vorsitzender Michael Eberle zuvor serviert hatte.

Geoutet hat sich am Stammtisch auch der CSU-Landtagskandidat Harald Kühn - dass er nämlich nie aktiver Fußballer war. Auch er bezeichnete es als erschreckend, was Rot-Grün an Vorschlägen entwickelt habe, die vor allem zu Lasten der Mittelschicht gingen.

Und CSU-Generalsekretär Dobrindt, der die Stammtischrunde wieder recht unterhaltsam leitete, hat genau nachgezählt: Insgesamt 583 Mal komme das Wort „müssen“ im Wahlprogramm der SPD vor.

Diskutiert wurde am Stammtisch auch über Kindererziehung und Mütterrente. „Eine echte Ungerechtigkeit“, schimpfte Dobrindt, dass nämlich Mütter, die vor 1992 Kinder geboren haben, schlechter gestellt würden. „Ich keinem Land in Europa wird so ideologisch über die Kinderbetreuung diskutiert wie in Deutschland“, hielt Kauder den politischen Gegnern vor. Seiner Meinung nach sei es auch nicht Sache der Regierung, jungen Familien bei der Erziehung ihrer Kinder Vorschriften zu machen.

Auch Vizelandrätin Andrea Jochner-Weiß, ebenfalls am Stammtisch, durfte zu Wort kommen. Sie hob vor allem das ehrenamtliche Engagement der Vereine hervor. „Gottseidank haben wir eine so gute Vereinsstruktur“, pflichtete Harald Kühn bei.

Mitdiskutieren durften aber auch die Zuhörer. Werner Wendlinger sprach die Pkw-Maut für Ausländer an, die von 80 Prozent der Bevölkerung befürwortet werde. Nur die CDU sei dagegen. Es gebe gute Gründe dafür und dagegen, entgegnete Volker Kauder. Über dieses Thema werde man nach der Wahl weiterreden. Und zu den CSU-Leuten sagte er: „Je besser ihr bei der Wahl abschneidet, desto stärker werdet Ihr Euch durchsetzen.“

„Wir tun alles dafür, dass wir in Bayern ein gutes Ergebnis erzielen“, versprach Dobrindt. Die Bürger hätten die Wahl: Freiheit und Wohlstand oder Bevormundung und Steuererhöhung. Und, an Kauder gewandt, sagte Dobrindt: Wenn’s in Baden-Württemberg weitergehe mit Rot-Grün, dann werde ihm (Kauder) in Bayern Asyl gewährt. Gelächter im Saal. Als Geschenk erhielt Kauder einen Proviantkorb und weißblaue Bade-Shorts.

mg

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