Erneut Beschwerden Über Verköstigung

Essen im Krankenhaus „eine Zumutung“

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Schongau - Immer wieder kritisieren Patienten das Essen, das im Krankenhaus Schongau zubereitet wird. Josef Socher aus Altenstadt bittet nun sogar Landrätin Andrea Jochner-Weiß darum, Abhilfe zu schaffen. Der SN-Leser spricht von „aufgewärmtem Mix ohne jeglichen Geschmack“. Die Reklamationen seien spürbar zurückgegangen, heißt es dagegen seitens der Krankenhaus GmbH.

16 Tage lang musste der Altenstadter Josef Socher Ende April/Anfang Mai wegen einer Lungenentzündung stationär im Schongauer Krankenhaus behandelt werden. Ganz deutlich lobt er in einem Brief an die Schongauer Nachrichten die medizinische Versorgung: „Die Ärzte und das Pflegepersonal haben ihre Arbeit gut gemacht.“ Mit der täglichen Versorgung der hiesigen Krankenhausküche, die auch das Weilheimer Krankenhaus beliefert sowie Marie-Eberth-Altenheim und Geriatrische Reha, war er allerdings alles andere als zufrieden. Im Gegenteil: Der 82-jährige Landwirtschaftsmeister prangert „grobe Mängel hinsichtlich der Verköstigung im Krankenhaus Schongau“ an und hofft, mit seinem Brief „einen Anstoß zur Abhilfe dieses katastrophalen Zustandes“ erreichen zu können.

Bestätigung von vielen Seiten

Bei früheren Aufenthalten im Schongauer Krankenhaus sei er immer ganz zufrieden gewesen mit dem Essen, „ohne jede Kritik“, meint Socher auf Nachfrage. Umso größer sein Entsetzen über den „aufgewärmten Mix ohne jeglichen Geschmack, so dass man kaum etwas davon essen konnte“. Und selbst bei den Nachspeisen greife das Schongauer Krankenhaus auf „Becher von irgendwoher“ zurück statt etwa auf Joghurt aus der Region.

Verleidet worden war Socher sogar das Frühstück. Das bestellte Schwarzbrot „war jeden Tag aufgetaut und oft noch halb gefroren. Das Essen oft kalt, Suppe gab es gar nicht mehr.“ Dabei erinnert sich der Witwer noch gut daran, dass seine Frau, die vier Wochen lang im Schongauer Krankenhaus behandelt worden war, in dieser Zeit zwar nicht viel habe hinunterbringen können, aber immer wenigstens Suppe und Joghurt.

Socher hatte nach dem Krankenhausaufenthalt in Schongau eine rechte „Wut im Bauch“, wie er erzählt und wurde auch von allen Seiten – sogar von einzelnen Ärzten – darin bestätigt, das öffentlich zu machen und sich zu beschweren. „Es kann doch nicht sein, dass man für Millionen Euro das Krankenhaus saniert und an der Nahrung für die Patienten gespart wird – trägt das Essen doch in Tagen, wo man sich neben der Hoffnung auf das Gesundwerden oft auf nichts anderes freuen kann, sicher auch zur Genesung bei“, meint Socher.

Der Altenstadter hat sogar „Angst um den Ruf des Schongauer Krankenhauses“. Er sagt: „Hätte ich jetzt einen geplanten Eingriff, würde ich mir überlegen, nach Garmisch oder anderswohin zu gehen, aber nicht mehr nach Schongau oder Weilheim.“ Und Socher macht sich auch Gedanken um die älteren Mitbürger im Marie-Eberth-Altenheim: „Ich bedauere die Leute, die das essen müssen, wirklich. Das ist eine Zumutung. Da bin ich ja ein armer Hund, wenn ich da hinkomme.“ In seinem Leserbrief wendet er sich direkt an Landrätin Andrea Jochner-Weiß: „Sie sind in der Pflicht, Ihren Krankenhausverwalter in die Schranken zu weisen und diesen Missstand abzustellen. Selbst wird der Verwalter diesen seltsamen Mix bestimmt nicht essen.“

Beschwerden sind zurückgegangen

Im Schongauer Krankenhaus geht man recht offen mit der massiven Kritik um, die auch nicht die erste ist. „Ich sehe das als Geschäftsführer nicht rosarot, da bin ich Realist“, so Thomas Lippmann. Im vergangenen Jahr habe man eine Zentralküche in Schongau installiert, es gebe ein eigenverantwortliches Team, das die Großküche leite, führt GmbH-Sprecherin Isa Berndt aus. In der Anfangsphase (September bis Dezember 2015) habe es eine Reihe von Reklamationen gegeben, „die Beschwerden sind jedoch spürbar zurückgegangen“. Und selbstverständlich finde eine permanente Qualitätssicherung statt. Und wenn es ernste Beschwerden gebe, gehe er, Lippmann, auch mal selbst in die Küche, statt sich den Küchenleiter in sein Büro zu holen. Und es gebe dann auch Verbesserungen wie bei der Suppenthematik, sagt der Geschäftsführer. Wie Berndt ausführt, seien Suppen auf den Stationen jederzeit vorhanden – „frisch zum Erhitzen in der Mikrowelle oder zum Anrühren“. Lippmann: „Wir haben versucht, Lösungen zu finden, aber wir werden immer neue suchen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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