+
Strahlendes Prinzenpaar trotz Terminstress: Denise Fichtl und Thomas Schertich haben noch einige kurze Nächte vor sich.

Zum Faschings-Höhepunkt

Schongauer Prinzenpaar im Auftritts-Stress

Schongau - Kurz, aber knackig ist der Fasching in diesem Jahr. Das Schongauer Prinzenpaar hat bis zu vier Termine bis spät in die Nacht, da kann man schon einmal ins Schwitzen kommen. Zumal es mit ein bisschen Walzertanzen nicht getan ist. Es kommt auf die Vorbereitung an – und die Logistik.

Einmal ist es tatsächlich passiert. Thomas Schertich alias Thomas I., Milchbaron zur Burg Rauhenlechsberg, kam frühmorgens von einem Ball heim, zog sich um – und ging direkt zum Melken in den Kuhstall. „Da waren meine Eltern angenehm überrascht“, erzählt der 27-Jährige lachend. Für den Schongauer Faschingsprinz, der mit seinen Eltern einen Milchviehbetrieb mit rund 100 Kühen in Apfeldorf bewirtschaftet, sind die Nächte derzeit kurz. Manchmal müssen die Eltern ohne ihn auskommen, es braucht viel Planung. Bisher hat alles gut geklappt, doch jetzt kommt die heiße Phase mit deutlich mehr Terminen – da muss alles stimmen.

Die Frisur der Prinzessin dauert eine Stunde

Das ist bei seiner Prinzessin Denise Fichtl nicht ganz so schlimm. Die Studentin aus Altenstadt hat Semesterferien, doch braucht sie deutlich länger, um sich in Denise I. zur alten Stadt der tanzenden Narren zu verwandeln. „Zwei Stunden vor dem Auftritt lasse ich mir daheim die Haare machen, das übernimmt eine gute Freundin“, sagt die 22-Jährige. Rund eine Stunde dauert es, bis alles hält. Anschließend geht’s zu ihrer Hofdame, dort wird gemeinsam geschminkt, ehe per Auto der Prinz abgeholt wird.

Einfach einsteigen und losfahren funktioniert aber nicht. „Meistens haben wir einen Fahrer, entweder den Präsidenten, den Hofmarschall oder jemand vom Elferrat“, sagt Fichtl. Ihr Kleid kann sie noch nicht anziehen, das würde kaum ins Auto passen. Deshalb wird es zusammengeklappt, auch der Prinz verstaut sein Gewand in einem Kleidersack und sitzt nur mit Weste im Auto. Denn auf die selbstgeschneiderten Kostüme muss das Paar ein Auge haben – einfach in die Waschmaschine stecken geht nicht, da müssen Flecken per Hand rausgeschrubbt werden.

Bei vier Terminen hintereinander wird's eng mit dem Zeitplan

Anstrengend wird’s bei drei, vier Terminen an einem Abend, da muss sich das Prinzenpaar ständig umziehen. Wie kommenden Samstag: Nach dem Faschingszug in Schwabsoien (14 Uhr) geht’s direkt anschließend um 17 Uhr zur Faschingszug-Party nach Apfeldorf. Um 21.30 Uhr folgt der Trachtenball in Peiting und um 22.30 Uhr der Sportlerball in Epfach. Weil auch Garde und Elferrat das Wechselspiel mitmachen, „muss man schon manchmal Druck machen, um den Zeitplan einzuhalten“, so Schertich. Nach dem letzten offiziellen Auftritt ist übrigens meist noch nicht Feierabend: „Da gehen wir anschließend auf den Ball, auf dem es uns am besten gefallen hat“, verrät Fichtl. Und das manchmal bis in die Früh.

Auch wenn das Prinzenpaar lange mitfeiert, einen Absturz mit viel Alkohol kann es sich nicht leisten. „Man muss rechtzeitig den Absprung schaffen, so diszipliniert muss man sein“, sagt Fichtl. Denn oft geht es nach zwei, drei Stunden Schlaf am nächsten Tag weiter, da kann das Prinzenpaar keinen Kater gebrauchen. „Zum Glück gibt es ja Schminke gegen Augenringe“, sagt Fichtl und lacht. Meist stehen nach Mittag schon Termine bei Kinderbällen an, „da wäre es blöd, wenn man nicht fit ist. Denn die Kleinen freuen sich am meisten über unsere Auftritte.“

Die Reden brauchen viel Vorbereitungszeit

Die Termine des Prinzenpaars liegen in der Regel zwischen Donnerstag und Sonntag, doch auch vorher hat das Duo nicht frei. Bei einigen Auftritten muss es eine Rede halten, die will vorbereitet sein. „Das ist nicht mehr so oft wie früher, aber sechs bis sieben sind es schon“, sagt Schertich. Vor dem Apfeldorfer Schwarz-Weiß-Ball beispielsweise habe man sich vorher allein für die Recherche eine Stunde mit den Organisatoren zusammengesetzt, danach muss alles noch in Reimform gebracht werden – eine anspruchsvolle Aufgabe.

Die Stunden und Tage, die für den Prinzenpaar-Job aufgewendet werden müssen, zählen die beiden aber nicht. „Wir machen das ja aus Spaß an der Freude“, so Fichtl. Und überhaupt: „Ich habe jahrelang in der Garde getanzt. Da muss man im Vorfeld eine Menge trainieren, die haben viel mehr Aufwand als wir“, so die Prinzessin.

Boris Forstner

Auch interessant

Heimatshop Winter Aktion, jetzt Rabatte von bis zu 30% sichern!

<center>Höfer2 - Silvaner Sekt brut 0,75</center>

Höfer2 - Silvaner Sekt brut 0,75

Höfer2 - Silvaner Sekt brut 0,75
<center>Schlüzi mit Masskrug - der Schlüsselüberzieher</center>

Schlüzi mit Masskrug - der Schlüsselüberzieher

Schlüzi mit Masskrug - der Schlüsselüberzieher
<center>Bayerisches Schmankerl-Memo</center>

Bayerisches Schmankerl-Memo

Bayerisches Schmankerl-Memo
<center>Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l</center>

Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l

Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l

Meistgelesene Artikel

Rauschgiftsuchhund durchschnüffelt verdächtiges Auto - mit Erfolg
Schongau – Erneut den richtigen Riecher bewiesen hat eine Schongauer Polizeistreife am Donnerstagabend, als sie gegen 19.10 Uhr auf Höhe der MöbelCentrale eine …
Rauschgiftsuchhund durchschnüffelt verdächtiges Auto - mit Erfolg
Bäume fallen für Neubau der Kanalbrücke
Schongau – Gestern kam es wegen Baumfällarbeiten an der Schongauer Kanalbrücke zu Geschwindigkeitsbeschränkungen, doch das war nur ein Vorgeschmack auf kommende Woche: …
Bäume fallen für Neubau der Kanalbrücke
So wichtig war die Sauna-Erweiterung
Schongau – Dank der bestens laufenden Sauna, die nach der Erweiterung noch mehr Erlöse abwirft als gedacht, hat das Schongauer Spaßbad Plantsch ein blendendes Jahr …
So wichtig war die Sauna-Erweiterung
Schimmelbefall und Eiskeller statt Aula
Schongau – Alles andere als angenehm ist seit einiger Zeit der Unterricht im Altbau der Schongauer Staufer-Grundschule. Frei nach dem Motto „Bikini oder Pelzmantel“ …
Schimmelbefall und Eiskeller statt Aula

Kommentare