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Die Eröffnung der Fußgängerzone vor sechs Wochen würden viele Gewerbetreibende gerne wieder rückgängig machen.

Geschäfte beklagen Umsatzeinbußen

Frontal-Angriff auf Schongauer Fußgängerzone

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Schongau - Seit knapp fünf Wochen gibt es die Schongauer Fußgängerzone, jetzt gehen die ersten Gewerbetreibenden – allen voran Rene Repper – auf die Barrikaden: Viele beklagen erhebliche Umsatzeinbußen.

Dass Rene Repper zu den größten Gegnern der Fußgängerzone gehört, ist allseits bekannt. Vor einem Jahr hatte der Besitzer eines Media-Geschäfts am Marienplatz beim Bürger-Workshop im Ballenhaus unverhohlen damit gedroht, ohne Parkplätze vor seinem Haus müsse er sein Geschäft aufgeben. Zuletzt hatte Repper im März vor der Bürgerversammlung einen Plakat-Anhänger direkt vor dem Ballenhaus aufgestellt und in einer Art stummer Protest mit mehreren Argumenten „Nein zur Fußgängerzone, Ja zum offenen Marienplatz“ gefordert.

Seitdem ist es still geworden. Doch abgefunden hat sich Repper mit der Fußgängerzone nicht, und jetzt ist er wieder aktiv geworden: In seiner Eigenschaft als Ortsvorsitzender des Handelsverbands Schongaus ist er vor einer Woche durch die Geschäfte der Altstadt getingelt und hat die Ladenbesitzer gefragt, wie sich die Kundenfrequenz und der Umsatz entwickelt haben und ob die Parkplätze und die Befahrbarkeit wiederhergestellt werden sollen. „Das Schlimme ist, dass ich dafür Zeit hatte“, sagte Repper.

An Freitagen stehe er eigentlich mit bis zu sechs Mitarbeitern im Geschäft, doch beziffert er die Umsatzeinbußen insgesamt mit 65 Prozent, während seine beiden anderen Läden in Peiting und Weilheim wie gewohnt liefen. Deshalb liegt die Ursache für das Schongauer Minus für ihn an der Fußgängerzone und dem Wegfall der Parkplätze. „Ich kann mir jetzt überlegen, ob ich noch drei bis fünf Monate draufzahle oder gleich Mitarbeiter ausstelle“, sagt Repper drastisch.

Bei seiner Umfrage hat er gemerkt, dass er nicht allein ist mit den Einbußen, wobei direkt am Marienplatz das Bild ausgeglichen ist. Vor allem die Modegeschäfte scheinen gut mit der Fußgängerzone leben zu können: Sisters und Flair Mode haben keine Probleme, auch Frauenzimmer, Mode Huber und Trachten Ampertal beklagen sich nicht. Im Jeans-Café laufe das Geschäft etwas schlechter, dafür das Café besser. Auch Enzian-Reisen meldet gleichbleibende Geschäfte, ebenso das Café Express.

Vernichtend ist die Bilanz dagegen unter anderem bei den Optikern Gsinn (Minus 60 Prozent) und Kassebaum (Minus 40 Prozent). Auch im Hotel Alte Post wird weniger Umsatz und Kundenfrequenz angegeben, ebenso im Reformhaus Tischner und bei Goldschmiede Schmid. „Die Leute wollen wegen der Parkplatz-Situation nicht mehr nach Schongau fahren“, habe eine Kundin gesagt, so Inhaber Hans-Otto Schmid. Ähnliches ist aus der Brunnen-Apotheke zu hören: „Auswärtige haben den Eindruck, man könne nicht in der Stadt parken“, heißt es in der Stellungnahme. Dem müsse entgegengewirkt werden.

Auch in den Straßen rund um die Fußgängerzone war Repper unterwegs, und da wird die Lage zum Teil noch viel kritischer betrachtet als am Marienplatz selbst. Blumen Pröbstl in der Weinstraße klagt über „fühlbar weniger Umsatz und Kundenfrequenz“, Lederwaren Wieser und die Reinigung am Lindenplatz melden 50 Prozent Einbußen. Viele andere melden gleichbleibende Geschäfte, manche wie die vegane Zauberei (Karmeliterstraße) und Unikateria sogar mehr Gewinn. Doch selbst bei denen, die sich nicht beklagen, fordern fast alle mehr Parkplätze und die Wieder-Befahrbarkeit des Marienplatzes. Darunter übrigens auch die Fieranten des Grünen Markt am Freitag, die vom Metzger über Fischverkäufer bis zum Eiermann allesamt weniger Geschäft machen.

Für Repper ist das Munition genug, bei der Stadt den Antrag auf Wiederbefahrbarkeit des Marienplatzes und zusätzliche Parkplätze zu fordern. „Dieser künstlichen Parkplatzverknappung müssen wir entgegentreten“, sagte Repper. Der Platz sei wunderschön, die Schirme und Bänke können seiner Meinung nach gerne bleiben. „Aber die Leute haben eben diese Drive-in-Mentalität, die wollen vor der Ladentür parken.“ Er kenne auch andere Ladenbesitzer, die sich konkret Gedanken machen, aus der Altstadt weg auf die grüne Wiese zu ziehen, so Repper. „Deshalb ist Eile geboten. Jeder Tag, der den Einzelhandel Geld kostet, ist einer zu viel.

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