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Das Altenheim der Heiliggeist-Spital-Stiftung in Schongau

Heiliggeist-Spital-Stiftung Schongau

Altenheim-Sanierung nach Augsburger Vorbild?

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Schongau - Das Marie-Eberth-Altenheim wird in private Hände gegeben, abgerissen und neu aufgebaut. Dagegen offen ist die Zukunft des Heiliggeist-Spital-Altenheims, das nicht weniger sanierungsbedürftig ist. Als Vorbild könnte eine Einrichtung in Augsburg dienen.

In familiärer Runde hat sich am Montagabend der Ausschuss der Heiliggeist-Spital-Stiftung getroffen. Im Fritz-Holzhey-Stüberl wurden aktuelle Projekte des Altstadt-Altenheims präsentiert: Eine neue Lichtruf-Telefonanlage soll künftig die Arbeit der Pfleger, die nun alle mit einem eigenen Mobiltelefon ausgestattet sind, erleichtern. „Sie sehen jetzt auf dem Display, aus welchem Zimmer der Notruf kommt“, sagt Heimleiter Christian Osterried. Ein Anruf aus der Nasszelle habe mehr Priorität als ein Anruf aus einem „normalen“ Zimmer. „Die Mitarbeiter können über die Anzeige auf dem Display einschätzen, welcher Einsatz noch ein bisschen Zeit hat und welcher dringender ist.“

Neue Telefonanlage erleichtert Pflegekräften die Arbeit

Mit dem neuen Telefon haben sich auch die Gemüter der Heimbewohner beruhigt. „Sie haben Angst gehabt, als die alte Anlage nicht funktioniert hat“, sagt Osterried. Einzig das rote Signallicht, das fortan die ganze Nacht durchleuchtet, um die Notruftaste auch im Dunkeln schnell zu finden, stört den ein oder anderen noch.

Ebenso die Essenslogistik. Bislang werden die Mahlzeiten morgens, mittags und abends in der Küche gekocht, dann auf die jeweiligen Stationen ausgefahren. „Das ist etabliert, aber sehr unflexibel“, bemängelt Osterried und nennt folgendes Beispiel: „Wenn sich ein Bewohner nach seinem ersten Essen nicht beschwert, bekommt er, übertrieben gesagt, 15 Jahre lang das gleiche.“

Dezentralisierung der Essensausgabe

Die Lösung des Problems: Eine Dezentralisierung der Essensausgabe. Künftig sollen Frühstück und Abendessen auf den jeweiligen Stationen gemacht werden, sodass Nach- oder Umbestellungen wesentlich schneller und unkomplizierter vonstatten gehen. „Das verlangt von den Mitarbeitern eine komplette Umorganisation“, sagt Osterried. Und den Kauf vier neuer Industriegeschirrspüler für rund 4000 Euro.

Dr. Elisabeth Wagner, Vorsitzende des Schongauer Seniorenbeirats, wollte in Sachen neue Essenslogistik wissen, ob auf die Pflegekräfte dann noch mehr Arbeit zukommt? Osterrieds Antwort: „Nein, es handelt sich um eine Umverteilung der Arbeit.“ Ihm sei aber bewusst, dass die Pfleger vor allem zur Spitzenzeit in den Morgenstunden keine Zeit zum Brötchen schmieren haben.

Holzhey-Stüberl wird umgestaltet

Ein weiteres Problem sind die zu knappen Räumlichkeiten fürs gemeinsame Essen. Laut Osterried werde daher das ohnehin selten genutzte Fritz-Holzhey-Stüberl geräumiger umgestaltet, unter anderem die Garderobe versetzt, damit Rollstuhlfahrer problemlos aneinander vorbeifahren können. Besonders erfreulich: Die Kostens hierfür übernimmt Familie Holzhey. Für Telefonanlage, neue Essenslogistik sowie Boiler für Warmwasser und Heizung hat dagegen die Stadt Schongau rund 20 000 Euro zu berappen.

Augsburger Altenheim als Vorbild in Sachen Sanierung?

Um Welten teurer wird die Komplett-Sanierung der Heiliggeist-Spital-Stiftung. Doch die Stadt ist nicht nur wegen des Schulprojekts knapp bei Kasse. Deshalb werden Osterried, Bürgermeister Falk Sluyterman und der Rest des Heiliggeist-Spital-Ausschusses sich eine Referenzeinrichtung in Haunstetten (Augsburg) anschauen. „Die wurde generalsaniert und bietet alles, was es in Sachen Pflege so gibt“, sagt Osterried, der jedoch am Montagabend kein einziges Wort über den Verkauf des Marie-Eberth-Heims verlor – zumindest öffentlich.

Bereits seit Samstag ist bekannt, dass der Kreistag das Marie-Eberth-Altenheim am Krankenhaus Schongau an einen Privatinvestor verkauft. Der möchte das Gebäude abreißen und in größerer Form wieder aufbauen. Nicht nur Dr. Wagner hätte dazu gerne die Meinung der Heiliggeist-Spital-Vertreter gehört – jedoch vergeblich. „Das müssen wir erstmal ausloten und intern beraten“, so Sluytermans Antwort. 

js

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