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Weil ein Hund in Schongau zugebissen hat, wurde der Besitzer jetzt verurteilt.

Schongauer zu Geldstrafe verurteilt

Hunde-Attacke in Schongau: Besitzer erbost über Verurteilung

Schongau - Am dritten Verhandlungstag war für die Weilheimer Richterin Katrin Krempl alles klar: Im Fall des Hundeangriffs auf eine Schongauerin im vergangenen Jahr wurde der Angeklagte zu einer Geldstrafe verurteilt. Der war nach dem Urteil erbost.

Zur Klärung des dubiosen Falls trugen einige eindeutige Zeugenaussagen bei. Ein Nachbar hatte am Tattag beobachtet, dass das große zweiflügelige Tor zum Anwesen des Angeklagten offen stand. Die Hunde konnten somit entweichen.

Wie es dazu kommen konnte, erklärte der Vater des Angeklagten. Er wartet als gelernter Betriebsschlosser eigentlich das Tor. „Es war absolut in Ordnung“, sagte er vor Gericht. Und theoretisch ist die Sicherung mit einer sogenannten Falle, die zuschnappt und ohne mechanische Hilfe nicht mehr zu öffnen ist, ausreichend für die Unterbringung solch gefährlicher Hunde. Zumal um das Anwesen auch ein fast zwei Meter hoher Zaun läuft. Dies bestätigte ein eigens zugezogener Sachverständiger von der Polizeihundestaffel.

Es stellte sich jedoch nach der Aussage des Vaters heraus, dass diese Falle bei Temperaturschwankungen nicht mehr funktioniert. „Das Tor dehnt sich um Millimeter aus“, so der Vater vor Gericht. Wenn dann das Tor heftig zugeschlagen würde, könne die Falle brechen. So nachweislich auch bei diesem Tor.

„Das war Ihnen bekannt“, hielt die Richterin dem Angeklagten vor. Sie kam zu dem Ergebnis, dass der Angeklagte deshalb immer hätte überprüfen müssen, ob das Tor richtig geschlossen sei oder nicht. „Bei diesem nachweislich gefährlichen Hund war Ihr Verhalten fahrlässig“, betonte die Richterin. Krempl ließ sich auch von den lapidaren Äußerungen der Verteidigerin nicht beeindrucken. Diese spielte die Verletzungen der 26-jährigen Geschädigten als „kleine Kratzer“ herunter. „Der Hund wird im Internet als sehr gefährlich angegeben“, sagte Krempl und kam in diesem Zusammenhang auf die Besitzverhältnisse zu sprechen. Als der Angeklagte den Hund im Münchner Tierheim abgab und als er ihn zum Verkauf im Internet anbot, gab er sich als Halter und Besitzer des Hundes an. „Damit ist das für mich ganz klar“, sagte Krempl dazu.

Sie zeigte sich damit unbeeindruckt von den Aussagen einiger Nachbarn. Diese konnten auf Fragen nach dem Besitzer der Hunde keine eindeutigen Angaben machen. Die Hunde waren wohl eher auf dem Grundstück, als dass man mit ihnen spazieren ging.

Die Beurteilung der Richterin hinsichtlich des Hundehalters ärgerte den Angeklagten. „Sie haben hier zig Zeugen, die zu meinen Gunsten aussagen. Das gibt es doch gar nicht“, rief er. Die Richterin blieb unbeeindruckt. Sie verurteilte den sichtlich erbosten Angeklagten wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 100 Tagessätzen á 30 Euro. Eine Geldsumme, die dem Angeklagten dann auch noch zu hoch erschien. Er hatte im Vorfeld nur vage Angaben zu seinen Einkünften aus einer selbstständigen Tätigkeit gemacht, besitzt jedoch fünf Autos. Mit ein Grund für die Richterin, die Summe so zu berechnen.

Bei der Urteilsbegründung protestierte der Angeklagte lautstark und unterbrach immer wieder schimpfend die Richterin. „Ich sehe schon, Sie sind völlig uneinsichtig“, meinte Krempl dazu. „Ein anderer Richter wird das sicherlich anders sehen“, rief der Angeklagte noch, bevor er erbost den Gerichtssaal verließ.

Regina Wahl-Geiger

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