Kurz vor dem Ende: Welcher Schriftzug danach die Mauern zieren wird, ist noch nicht bekannt. foto:bse-pictures

Das PS macht dicht

Schongau - Der Betreiber der mittlerweile legendären Diskothek am Schongauer Volksfestplatz hat seinen Pachtvertrag gekündigt: Das PS schließt am 21. März.

Schongau - „Mir war schlichtweg langweilig. Außerdem hab’ ich schon fünf Jahre vorher zu Freunden gesagt, irgendwann mache ich mal eine Disko auf.“ So erklärt Peter Schwarz schmunzelnd die Anfänge seiner Diskothek. Der langjährige Betreiber des stadtbekannten Nachtclubs blickt auf insgesamt 13 Jahre Partys feiern zurück. 800, um genau zu sein. Oder auch über 10 000 Plakate kleben. Damit ist jetzt aber Schluss. Der Pächter hat den Mietvertag zum März hin endgültig gekündigt.

Aufgemacht hatte Schwarz das PS jedoch nicht in den altbekannten Hallen. Am 10. Oktober 2002 übernahm er die Bar von Christian Mavrokefalos. Der hatte in der Bernbeurener Straße zuvor die „Diskothek Christian“ wiedereröffnet, die den Schongauern vor allem als „Alter Grieche“ geläufig war. „Servus, alter Grieche, ich möcht’ gern Deine Disko machen“, soll Schwarz damals zu Mavrokefalos gesagt haben. Der stimmte dann - nach kurzer Absprache mit seiner Frau - prompt zu, so Schwarz.

Ein Jahr später allerdings ersetzten blinkende Spielautomaten die Tanzfläche. Deshalb zog Schwarz in das Gebäude nahe des Lechs um, früher bekannt als „Weiki“ und eröffnete am 28. November 2003 das PS, so wie die Schongauer es kennen. „Vor allem unsere Getränke waren sehr exklusiv“, findet der Barbesitzer. Schließlich habe er Drinks wie den „Haxenspreizer“ oder auch den selbstgemachten Erdbeerlimes als einer der Ersten angeboten. Das PS war aber nicht nur als Partylocation oder letzter Treffpunkt zu später Stunde bekannt, sondern auch wegen des ein oder anderen Skandals in aller Munde. So bleiben Razzien oder Prügeleien wohl genauso in Erinnerung wie die unzähligen Mottopartys. Doch auch um den Namen spinnen sich bis heute ganz unterschiedliche Theorien. „Inspiriert dazu hat mich zwar eigentlich ein Film, wichtiger ist aber, dass PS ja auch Pferdestärke bedeutet, und da steht Power dahinter. Die steht im Vordergrund“, klärt der Betreiber jetzt auf. Das S könne dann eigentlich für alles stehen. „Für den kraftvollen und ausdrucksstarken Sound zum Beispiel, oder eben meinen Nachnamen. Meine Initialen waren erst der zweite Gedanke.“ Außerdem sei ihm immer wichtig gewesen, dass er sich mit seinen Projekten identifizieren könne. Nur dann würde man voll und ganz dahinter stehen.

Von einer direkten Abschiedsparty spricht Schwarz allerdings nicht. Die nächsten zwei Monate werden es alles Abschiedspartys sein, bis zur letzten großen am 21. März.

Ob es einen unmittelbaren Auslöser für die Kündigung des Pachtvertrages gab? „Nein, den gab es nicht“, winkt der Peitinger ab. Eher den immer drängenderen Wunsch nach Veränderung. Schwarz wird sich jetzt mit voller Tatenkraft dem M32 in Peiting widmen, das er in eine Cocktailbar umbauen will.

Damit verliert Schongau fürs Erste die einzige hier angesiedelte Diskothek. „Das ist auf jeden Fall ein weiterer Verlust für die Jugendlichen“, bedauert auch Jugendreferent Helmut Hunger. „Die müssen jetzt immer weiter wegfahren, um in einen Club gehen zu können, aber Schongau sollte lebenswert für alle Generationen bleiben. Dadurch entsteht hier erst mal wieder ein weiteres Mosaik.“

Es bleibt letztendlich die Frage: Was wird jetzt aus der Disko am Volksfestplatz? Dem Vernehmen nach soll es weitergehen. Genaueres ist aber bisher noch nicht bestätigt worden.

Elena Wlacil

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