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Das Marie-Eberth-Altenheim des Landkreises im Vordergrund wird bald abgerissen. Zuvor entsteht aber in einem Neubau ein Teil des künftigen Heims, sodass kein Bewohner auf der Straße steht.

Verkauf durch den Landkreis

Marie-Eberth-Altenheim in Schongau: Abriss und Neubau

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Schongau - Der Landkreis verkauft das Marie-Eberth-Altenheim am Schongauer Krankenhaus: Diesen Beschluss hat der Kreistag gestern in nichtöffentlicher Sitzung gefällt. Das Haus wird abgerissen und ein doppelt so großer Neubau am selben Standort errichtet.

Vor zwei Jahren ist das Marie-Eberth-Altenheim 50 Jahre alt geworden. Dementsprechend sanierungsbedürftig ist der Bau, den die Generalswitwe Marie Eberth 1964 mit einer zweckgebundenen Spende ermöglicht hatte. Die Heimmindestbauverordnung macht strenge Vorgaben etwa zu Nasszellen und Brandschutz, die spätestens bis 2020 erfüllt werden müssen – danach würde das Heim gar keine Betriebserlaubnis mehr erhalten. „Zehn Millionen Euro Sanirungskosten wären nötig“, sagte Landrätin Andrea Jochner-Weiß, und zwar schnell – obwohl der Landkreis riesige Investitionen unter anderem in das Schulzentrum Schongau und die neue Weilheimer Berufsschule vorhat. Mit dem Ergebnis, „dass wir ein Heim hätten, das aufgrund zusätzlicher Einbauten noch weniger als die jetzigen 59 Plätze hätte. Das wäre wirtschaftlich absolut nicht darstellbar“, sagte Kämmerer Norbert Merk. Die Alternativen waren deshalb einfach: Das Heim nicht mehr weiterführen oder gleich abreißen.

Bauträger wollte auf jeden Fall in Schongau ein Heim errichten

In dieser Gemengelage erfuhr der Landkreis, dass ein privater Bauträger ein neues Altenheim in Schongau bauen will. Es war die Grünwalder Firma WOB, die als Bauträger schon zahlreiche Pflegeheime errichtet hat – darunter, zusammen mit der Schongauer Baufirma Haseitl, auch das 2013 eröffnete Haus in Steingaden. „Wir prüfen ständig mögliche Standorte und wussten, dass die beiden Altenheime in Schongau schon relativ alt sind“, sagt WOB-Geschäftsführer Herbert Schiessl. Ursprünglich habe man einen anderen Standort im Auge gehabt, doch der Vorschlag des Landkreises war interessant. Schließlich ist der Standort etabliert, der neue Betreiber könnte nicht nur Personal, sondern auch Bewohner übernehmen, dazu noch die Anbindung ans Krankenhauses – die WOB schwenkte um und arbeitete fortan mit dem Landkreis zusammen. Der Plan sieht vor, zunächst einen Teil des neuen Heims westlich des bestehenden zu bauen. Erst dann wird der sanierungsbedürftige Part abgerissen und neu aufgebaut sowie die Verbindung zum Krankenhaus wieder hergestellt. 120 Betten soll das neue Heim haben. „Es wird eine Herausforderung“, sagt Schiessl.

Dem Landkreis war wichtig, dass alles Mögliche für die Mitarbeiter getan wird. „Jeder bekommt ein Angebot“, versichert Jochner-Weiß. Es werde auch kein klassischer Betriebsübergang mit einem Jahr Kündigungsfrist sein. Denn das Heim wird ja bereits jetzt abgegeben, „und die bestehenden Mitarbeiter bleiben, wenn sie wollen, fest angestellt, bis der Teil-Neubau fertig ist“, so Jochner-Weiß. Das werde geschätzt in drei Jahren der Fall sein. „Und dann haben wir noch weitere fünf Jahre Übergangsfrist vereinbart, die Mitarbeiter haben also acht Jahre Sicherheit“, so Merk. Das sei außergewöhnlich, zumal auch die Zusatzversorgung des bestehenden Personals garantiert werde.

Jedes Zimmer im Pflegeheim soll eine eigene Küche haben

Betreiber des neuen Heims wird eine Betreibergesellschaft unter dem Dach der Inter Pares GmbH mit Sitz in Berlin sein, die bereits fünf Pflegeheime in Deutschland unter ihren Fittichen hat. Das sechste wird dieses Jahr in Bruckberg/Niederbayern eröffnet, es ist der bisher südlichste Standort – und wurde auch zusammen mit der WOB realisiert.

„Die Konstellation mit dem Krankenhaus ist sehr gut“, sagt Inter Pares Geschäftsführer Christian Potthoff. Es bieten sich dort viele Synergien, von der Nachsorge bis zur Küche. Wobei in jede Wohnung des Pflegeheims eine eigene Küche gebaut werden soll, damit auf Wunsch die Pflegebedürftigen und vor allem die Angehörigen sich auch selbst versorgen können, wenn sie das wollen.

Nachdem der Kreistag gestern mit großer Mehrheit dem Verkauf an die WOB zugestimmt hatte, informierte Jochner-Weiß um 17 Uhr bei einer Betriebsversammlung die Beschäftigten – das Marie-Eberth-Heim hat derzeit 32 Planstellen. Danach gab es Gespräche mit dem Heimbeirat. Sogar der Name „Marie Eberth“ soll erhalten bleiben – ein kleines Andenken an die lange Vergangenheit.

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