Bürgermeister Falk Sluyterman hätte sich ein anderes Ergebnis gewünscht. 

Mittelzentrum 

„Wie soll ich das den Kollegen beibringen?“

Schongau - Kaum ist das Mittelzentrum Schongau-Peiting-Altenstadt als Ammer-Lech-Land offiziell gestartet, holpert das Projekt schon bei der ersten Entscheidung: Schongaus Stadtrat lehnte die Vorgaben für den Designwettbewerb des Logos kurzerhand ab.

„Ich hätte mir ein anderes Ergebnis gewünscht“, sagte Bürgermeister Falk Sluyterman mit gequältem Lächeln, als es im Stadtrat an die Abstimmung ging – und er als einziger für die Vorgaben des Designwettbewerbs für ein Logo stimmte.

Prozedere gefiel nicht

Vorangegangen war eine ausführliche Debatte. Dass es für das Ammer-Lech-Land, wie das Mittelzentrum künftig heißen soll, ein eigenes Erkennungs-Logo braucht, war unstrittig. Doch das Prozedere stieß auf völlige Ablehnung. Laut Sluyterman sollten je zwei Büros aus den drei Orten mit 500 Euro Aufwandsentschädigung beauftragt werden, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen. Der Sieger erhält noch einmal 3000 Euro, wieder finanziert durch die drei Kommunen.

Doch bereits im Vorfeld 1000 Euro auszugeben, nur damit sich ein Büro zur Teilnahme bequemt, „ist mir zu teuer“, sagte Michael Eberle (CSU). „Das war auch meine Reaktion, aber Peitings Bürgermeister Michael Asam hat den CSU-Gemeinderat Peter Ostenrieder zitiert, dass es ein ,No-Go‘ sei, sich als Grafikbüro ohne Geld an so einem Wettbewerb zu beteiligen“, so Sluyterman. Und Ostenrieder kenne sich als Diplom-Designer aus. „Wir wollen etwas Nachhaltiges schaffen, deshalb würde ich um Zustimmung bitten“, flehte der Bürgermeister. „Es sollte nicht an 1000 Euro scheitern.“

Die Abstimmung war eindeutig

Doch die Stadträte stellten auf stur. Eberle war sich sicher, für 3000 Euro Preisgeld auch ohne Anzahlung teilnahmewillige Büros zu finden. Sogar Ilona Böse (SPD) gab Eberle Recht, was selten vorkommt, wie sie selbst zugeben musste. Friedrich Zeller (SPD) wiederum störte sich nicht so sehr an den 500 Euro, sondern dass die Büros vor Ort sein müssen.

Der Vorschlag, ohne vorherige Ausgaben Büros aus dem Schongauer Land zur Teilnahme einzuladen, wurde schließlich mit 20:1 verabschiedet. „Ich bin schon gespannt, wie ich das meinen Bürgermeister-Kollegen beibringe“, stöhne Sluyterman.

Boris Forstner

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