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Die Böbinger Ammerbrücke ist eine von zwei Staatsstraßen-Brücken im Landkreis, die stark sanierungsbedürftig ist.

Nach SPD-Beschwerde

Wie marode sind die Brücken wirklich?

Schongau - „Jede dritte staatliche Brücke in Weilheim-Schongau ist marode“ – mit dieser Nachricht ging der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Lotte an die Öffentlichkeit. Michael Kordon, Leiter des Staatlichen Bauamts in Weilheim, nahm im Gespräch mit dieser Zeitung dazu Stellung.

Von den 79 Staatsstraßenbrücken im Landkreis Weilheim-Schongau seien 26, also 33 Prozent, sanierungsbedürftig, erklärt Lotte und beruft sich auf eine Auskunft der Staatsregierung, die sein Fraktionsvorsitzender Markus Rinderspacher angefordert hatte. „Was die CSU-Regierung hier mit den Brücken treibt, ist versteckte und verschleppte Staatsverschuldung“, so Lotte, der Betreuungsabgeordneter für den Landkreis ist. Da zu wenig Brücken saniert würden, befürchtet er: „Hier wird die Sicherheit der Menschen gefährdet.“

Michael Kordon reagiert gelassen, als er mit den Zahlen konfrontiert wird. „Die Frage ist: Was versteht man unter ,sanierungsbedürftig’?“, sagt er. Die Situation der Staatsstraßenbrücken im Landkreis Weilheim-Schongau sei „an sich nicht so dramatisch“.

Zwei der Brücken haben allerdings eine Zustandsnote von 3,5, wie Kordon erklärt. Damit gehören sie zur schlechtesten von sechs Kategorien. Brücken mit Noten von 3,5 bis 4 sind laut bayerischem Verkehrsministerium in einem „ungenügenden Zustand“, und ihre Stand- und/oder Verkehrssicherheit ist erheblich beeinträchtigt oder nicht mehr gegeben. Es sei erforderlich, sie umgehend instandzusetzen beziehungsweise zu erneuern.

Eine der beiden Brücken mit Note 3,5 ist die 1953 errichtete Ammerbrücke zwischen Peißenberg und Böbing. Sie werde in diesem Jahr saniert, kündigt Kordon an. Damit entkräftet er den Vorwurf des SPD-Abgeordneten Lotte, es seien für 2016 keine Reparaturen an den Staatsstraßen-Brücken im Landkreis geplant.

Die Sanierung der Ammerbrücke bei Peißenberg ist allerdings laut Kordon heuer „die einzige größere Baumaßnahme“ an jenen 26 Brücken, die in die drei schlechteren Kategorien eingeordnet wurden und laut Verkehrsministerium kurzfristig bis umgehend instandgesetzt oder erneuert werden sollten. Doch es gebe eine ganze Reihe von Brückenbauprojekten, die in Planung sind, so Kordon. „Wir müssen kontinuierlich dranbleiben, damit sich die Vorhaben nicht stauen.“ Der Zustand der Brücken werde immer wieder kontrolliert.

Bei der zweiten Brücke mit Note 3,5 handelt es sich um die Ammerbrücke zwischen Fischen und Dießen. Diese sei zwar „relativ stark geschädigt“, erklärt Kordon, „sie bricht aber nicht zusammen“. Die Planungen für die Arbeiten an dieser Stelle dauerten allerdings länger als bei anderen Vorhaben – schließlich handle es sich um einen „ökologisch relativ sensiblen“ Ort.

Es gebe zwar viel Handlungsbedarf bei den Staatsstraßenbrücken im Landkreis, sagt German Aben-thum, Sachgebietsleiter für Brückenbau beim Staatlichen Bauamt. Doch wer die Brücken derzeit passiere, brauche keine Angst zu haben, dass diese einstürzen – schließlich müssten Brücken bei einer entsprechenden Gefahr gesperrt werden.

Das Staatliche Bauamt Weilheim ist auch für 142 Bundesstraßen- und 36 Kreisstraßenbrücken im Landkreis zuständig. Tendenziell seien die Brücken, über die die Kreisstraßen verlaufen, in einem besseren Zustand als die Staatsstraßenbrücken, sagt Kordon. Das gilt auch für die Brücken der Bundesstraßen. Ein Großprojekt, das weiter verfolgt wird, ist aber die Erneuerung einer Bundesstraßenbrücke: und zwar die der Echelsbacher Brücke über die Ammer im Südwesten des Landkreises.

Stephanie Uehlein

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