Das künftige Parkraumkonzept soll nur noch drei statt acht Zonen haben. Gelb markiert die Straßen, in denen künftig maximal eine Stunde geparkt werden darf – was auch für Anwohner gilt. In den grünen Straßen darf unbefristet geparkt werden, allerdings gegen eine progressive Gebühr von anfangs 50 Cent pro Stunde. Blau markiert die Straßen mit Höchstparkdauer zwei Stunden (50 Cent/Stunde). In den blauen Straßen, die mit dem kleinen roten Dreieck markiert sind, dürfen nach 18 Uhr nur noch Anwohner parken – und das gilt auch am Wochenende.

Neues Parkraumkonzept

So soll in Schongau künftig geparkt werden

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Schongau - Es kommt einer Revolution gleich, das künftige Parkraumkonzept für die Schongauer Altstadt. Zahlreiche Änderungen sind vorgesehen. Die wichtigsten: Es gibt keine Parkscheiben mehr, dafür soll das Parken auf den zentralen Hauptachsen eine Stunde lang kostenlos sein.

Über das Parkraumkonzept in Schongau wird seit Jahren diskutiert. Dauerparker raus, aber die Altstadt-Bewohner nicht vergrätzen, dazu wegfallende Parkplätze durch Fußgängerzone und Umbau von Münz- und Weinstraße mit einer besseren Bewirtschaftung der bestehenden Stellplätze und zusätzlichen Parkplätzen außerhalb der Altstadt kompensieren – das waren die wichtigsten Punkte, die das Konzept erfüllen muss. „Besucher, Anwohner, Einpendler und Gewerbetreibende unter einen Hut zu bringen, ist richtig schwer“, weiß Bürgermeister Falk Sluyterman.

Am 11. Mai ist eine erste Info-Veranstaltung für die Bürger geplant

Wirtschaftsförderin Yvonne Voigt hat sich nun in die Materie reingekniet, sich ein halbes Jahr an der Quadratur des Kreises versucht und insgesamt fünf Konzepte erstellt und wieder verworfen. Der sechste Versuch ist jetzt reif für die Umsetzung. „Im Stadtrat haben wir das Konzept schon nichtöffentlich vorgestellt“, so Sluyterman. Der Großteil habe die Pläne akzeptiert, deshalb wolle man jetzt die Öffentlichkeit beteiligen. Gestern wollte die Stadt Info-Flyer verteilen, am 11. Mai ist die erste von möglicherweise mehreren Info-Veranstaltungen geplant. „Man kann sicher an der ein oder anderen Stelle nachjustieren, aber komplett über Bord geworfen wird das Konzept nicht“, stellte Sluyterman klar. Beschließen muss es letztlich der Stadtrat.

Die größte Änderung: Es wird keine Parkscheiben mehr geben. Bisher war es möglich, in zahlreichen Nebenstraßen bis zu zwei Stunden mit dieser Scheibe kostenlos zu parken – was zur Folge hatte, dass sich die Fahrer regelmäßig ihr Auto einige Zentimeter bewegt und die Scheibe vorgedreht haben, um den ganzen Tag kostenfrei in der Altstadt zu parken. Das wird es nicht mehr geben – es ist der augenfälligste Versuch, Dauerparker auf die kostenlosen Parkplätze außerhalb der Altstadt zu verweisen.

Wer länger in der Altstadt parken will, muss tief in die Tasche greifen

Wer unbedingt länger in der Altstadt parken will, kann das in einigen Straßen tun – muss dafür aber tief in die Tasche greifen. „Es kostet 50 Cent die Stunde, mit Progression“, sagt Voigt. Das heißt, ab der fünften Stunde kosten die 60 Minuten schon einen Euro, ab der neunten Stunde 1,50 – damit kommt ein Tages-Dauerparker auf fast zehn Euro. Es soll aber ein günstigeres Tagesticket geben.

Apropos Ticket: Künftig muss immer eine Karte am Automaten gezogen werden, auch wenn man kostenfrei parkt. Und umsonst parken ist in Voigts Konzept überraschenderweise an vielen Stellen möglich: An der kompletten Münz- und Weinstraße sowie in teilen von Christoph- und Lechtorstraße, also an allen wichtigen Einfallrouten in die Altstadt sowie den zentralen Standorten, dürfen Autofahrer künftig bis zu eine Stunde kostenlos parken. Bisher waren nur 20 Minuten kostenlos, was auch immer wieder für Streit sorgte – wenn etwa Touristen dachten, sie können die freien 20 Minuten an die Stunde bezahltes Parken dranhängen.

Eine Stunde kostenloses Parken an zentralen Straßen

Die lange kostenlose Parkdauer ist ein klares Entgegenkommen für die Geschäftsleute. „Denn der Marienplatz hat von der Fluktuation her als Parkplatz gut funktioniert im Vergleich zu anderen Zonen“, sagt Voigt. Deshalb wird diese Kostenfrei-Zone auch auf die oben genannten weiteren Straßen ausgedehnt, wo bisher bei bisher drei Stunden Parkdauer zu wenig Austausch herrschte.

Auch Anwohner müssen sich umstellen. In der kostenfreien Zone dürfen sie künftig nicht mehr länger als eine Stunde parken, sondern müssen auf die beiden anderen Zonen ausweichen. Dass so ein Auto künftig in bester Lage zwei Wochen lang einen Parkplatz etwa in der Münzstraße blockiert, weil der Besitzer in Urlaub gefahren ist, wird damit ausgeschlossen. Außerdem ist die Tiefgarage tagsüber tabu, die soll auch für Anwohner kosten. Dafür hat die Stadt extra Straßen festgelegt, in denen außerhalb der Geschäftszeiten zwischen 18 und 8 Uhr nur Anwohner parken dürfen. „Jede Parkzone ist von jedem Ort der Altstadt im Umkreis von 150 Metern zu erreichen“, wirbt Voigt. Sie hofft, mit diesem Konzept ihrem Ziel näher zu kommen: „Dass Schongau eine lebendige Erlebnis-Einkaufsstadt ist, in der man auch gut wohnen kann.

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