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Beim gemeinsamen Friedensgebet: (stehend v.l.) Pfarrer Hartmuth Stamm, Pfarrer Karl Klein, Iman Veli Bayar und die Dialogbeauftragte Hava Sirin.

Ökumenisches Treffen in Moschee

Gemeinsames Friedensgebet ist Riesen-Erfolg

Schongau - Bei der derzeitigen politischen Weltlage hilft wohl nur noch Beten. Am Dienstagabend folgten weit über 100 Menschen quer durch alle Generationen der Einladung zum ökumenischen Friedensgebet in der DITIB-Moschee.

Dass die Moschee voll ist, konnten die Besucher schon an den unzähligen Schuh-Paaren sehen, die im Vorraum der Moschee kaum Platz hatten. Eine Moschee wird nämlich nicht mit Schuhen betreten. Und wirklich: Drinnen saßen die Menschen so dicht gedrängt, dass von dem grünen Gebetsteppich kaum noch etwas zu sehen war. „Das ist eine Revolution in Schongau, dass so viele Christen und Muslime zusammen beten“, fand Arif Sirin freudestrahlend. Und auch Gemeindevorsitzender Halit Köklü zeigte sich begeistert: „Schön, dass wir so viele Gäste hier begrüßen dürfen.“

Unter dem Motto „wenn nicht jetzt, wann dann?“ hatten die katholischen Gemeinden Schongau und Altenstadt, die evangelische Gemeinde und die türkischen Gemeinden Schongau auf Initiative der Religionslehrer Monika Soyer-Bauer und Florian Mühlegger und ihren Schülern zum gemeinsamen Gebet aufgerufen. „Ich bin so glücklich. Das war mein größter Wunsch, ein Zeichen zu setzen“, strahlte Soyer-Bauer im Anschluss an das Friedensgebet, das von den Pfarrern Karl Klein und Hartmuth Stamm sowie dem Iman Veli Bayar und der Dialogbeauftragten der türkischen Gemeinden Hava Sirin zelebriert wurde.

Für die Christen war es eine ungewöhnliche Erfahrung, so lange auf dem Boden zu sitzen oder knien. „Des is ma net g’wohnt“, war von einer Besucherin zu hören. Eine andere klagte: „Meine Knie tun weh.“ Mindestens ebenso gewöhnungsbedürftig dürfte für die Muslime gewesen sein, dass Männer und Frauen eng zusammengedrängt in einem Raum beteten. Für gewöhnlich beten Frauen und Männer hier getrennt.

Aber trotz aller Unterschiede haben Christen und Moslems ein gemeinsames Anliegen. Ein friedliches Miteinander der Menschen, Nationen und Religionen, wie es aus den Gebeten, die die Schüler vortrugen, ersichtlich war. Und man sah nach dem Gebet nur in freudige Gesichter. Für Pfarrer Hartmuth Stamm war die gemeinsame Aktion etwas ganz Besonderes. „Es war von Anfang an ein gutes Gefühl, das sich heute Abend bestätigt hat“, meinte er. Und das, obwohl die Veranstaltung ohne großen Vorlauf innerhalb von 14 Tagen von den Gemeinden auf die Beine gestellt worden war.

Auch Pfarrer Karl klein war voll des Lobs: „Es war sehr schön. Bleiben wir in Kontakt!“, meinte er abschließend in Richtung des Imans. Der hatte einen besonderen Wunsch an Klein. Ob dieser ihm nicht eine Bibel in türkischer Sprache besorgen könne? Eine Bitte, die Klein gerne erfüllen wollte.

Dialogbeauftragte Hava Sirin wurde nicht müde zu betonen, dass der Islam ein Glaube des Friedens sei. „Gott würde es nie zulassen, dass wir im Namen Gottes unschuldigen Menschen etwas zu Leide tun“, distanzierte sie sich ganz klar von religiösen Fanatikern. Dass „Leute aus unterschiedlichen Nationen und Religionen gemeinsam für den Frieden beten“, fand sie „wunderschön“. Monika Soyer-Bauer zitierte Papst Johannes Paul II., der bereits gesagt hatte „das Gebet vereint uns“ und Papst Franziskus, der auffordert, den „Dialog mit dem Islam in Demut und Zeugnis“ zu suchen.

Für Florian Mühlegger stand fest, dass das nicht die einzige Veranstaltung dieser Art bleiben wird. Dazu konnten alle anderen Beteiligten nur ihre uneingeschränkte Zustimmung geben.

uf

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