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Diese Grafik zeigt einen Teil der Vorschläge, die nicht alle umgesetzt werden. Deutlich zu sehen in dunkelgelb die quadratischen Schirme, die auch als Regenschutz zusammengefügt werden können. Darunter soll die mobile Bühne stehen.

Stadtrat Schongau

Pläne für Fußgängerzone am Marienplatz beschlossen

Schongau - Der Schongauer Stadtrat hat sich endgültig auf die Ausgestaltung der künftigen Fußgängerzone geeinigt. Es wird teil-mobile Schirme geben, große Bänke, eine Wasserrinne mit kleinem Becken für Kinder und eine mobile Mini-Bühne.

Planer Jochen Baur skizzierte zu Beginn der Stadtratssitzung kurz noch einmal einige Aspekte der künftigen Fußgängerzone auf dem Marienplatz. So zum Beispiel, dass es nur noch sechs Parkplätze geben wird und die Rentamtstraße nicht mehr durchgängig befahrbar ist, sondern zur Sackgasse wird. Dort sollen auch, ebenso wie entlang des Ballenhauses, Radlständer aufgestellt werden. Die vier Bäume rund um den Marienbrunnen sollen gegen kleinere ersetzt werden, es soll zahlreiche Bänke und frei aufstellbare Sonnenschirme geben sowie ein kleines Wasserspiel.

Doch bei Baurs weiteren Vorstellungen, nämlich den fehlenden Baum an der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt zu ersetzen sowie das Ballenhaus zu bepflanzen, legte die Denkmalschutzbehörde bereits ihr Veto ein: Das sei „nicht hinnehmbar“, zitierte Stadtbaumeister Ulrich Knecht aus einem Schreiben.  Auch zwei Bäume am Eingang zur Fußgängerzone, wie sie manch einer forderte, scheiden damit aus. „Es war klar, dass wir die Planung abstimmen müssen, und vor allem die Übermöblierung wird strikt zurückgewiesen“, so Knecht. Deshalb verstehe er, dass sich manche nach der großen Begeisterung und den vielen Vorschlägen bei der Ideenwerkstatt mehr erwartet hätten – darunter auch die ALS-Stadträte Bettina Buresch und Gregor Schuppe, die sich enttäuscht zeigten („Ich hatte mir die tollste Fußgängerzone der Welt erhofft“). „Der Platz ist einfach nicht groß genug, wir sind an die Vorgaben des Denkmalschutzes gebunden“, sagte Knecht.

Der Stadtbaumeister kassierte auch einige der Vorschläge von Baur wieder ein. So seien frei verstellbare Sonnenschirme, die jedermann auf- und zumachen kann, viel zu gefährlich. Auch die umklappbaren Bänke, deren Lehne auf beide Seiten wechseln kann, seien aus diesem Grund nicht machbar. „Da ist im Schadensfall immer der Betreiber dran, und wir können nicht den ganzen Tag eine Aufsicht auf den Marienplatz stellen“, so Knecht.

Die extrem windfesten Schirme sollten deshalb in fest verankerten Hülsen in den Boden gesteckt werden. So wären sie mobil, aber gleichzeitig nur von Mitgliedern des Bauhofs oder eventuell von Werbegemeinschaft Altstadt und Schongau belebt aufzuspannen oder zu versetzen Der Clou: Die quadratischen Schirme sollen mit einer Regenrinne verbunden werden können, wären also auch bei schlechtem Wetter ein Schutz. Eine vier mal vier Meter große Bühne soll diesen Bereich aufwerten und im Alltag, zusammen mit Bänken, als Ruhepunkt dienen. Die Stadt will erst einmal sechs Schirme für insgesamt zehn Hülsen besorgen, sodass die Schirme auch mal an anderen Standorten stehen.

Auch die Bänke müssen wegen des Wochenmarkts mobil bleiben, Knecht stellte stabile Konstruktionen mal mit, mal ohne Lehne vor. Laut Baur ist eine nächtliche Beleuchtung der Marienbrunnen-Bäume sowie des Ballenhauses von unten vorgesehen.

Ganz wichtig ist ein Trinkwasserbrunnen, da waren sich alle Stadträte einig. „Das wird immer wieder nachgefragt“, sagte Kornelia Funke, die auch als Stadtführerin unterwegs ist. Eberle forderte aber eine Lösung, die nicht so modern ist wie die Bilder, die Baur in seiner Präsentation zeigte. „Wir brauchen etwas Historisches, kein Hochglanz-Modell“, so seine Forderung. Der Brunnen wird unmittelbar neben dem Marienbrunnen stehen, weil dort praktischerweise eine Wasserfassung besteht. Eine Rampe für den Marienbrunnen, wie sie Christine Kuisel vom Verein Rolliwelten vorgeschlagen hatte, wurde dagegen verworfen: Es sei technisch zu aufwändig und bringe kaum etwas, weil der Blick in den Brunnen trotzdem kaum möglich sei. Der geplante Brunnen an der Münzstraße soll dagegen auch für Rollstuhlfahrer besser erlebbar sein.

Weil die Fundamente für die teil-mobile Schirmlösung teurer sind und die Bühne (15 000 Euro) vorher nicht vorgesehen war, schnellen die Kosten von 247 000 auf 285 000 Euro hoch – ohne Wasser (siehe Kasten). „Die Bühne ist eine gute Idee“, lobte Michael Eberle (CSU), Ilona Böse (SPD) fand die breiten Bänke toll für die Kinder zum Spielen. Mit 19:2 Stimmen fanden die Vorschläge eine große Mehrheit.

bo

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