Tobias Kalbitzer bekommt als Asyl-Koordinator einen Nachfolger auf 450-Euro-Basis.

Schongau besetzt Stelle

Sieben-Stunden-Woche für Schongaus Asyl-Koordinator

Schongau - Als Nachfolger für Vize-Bürgermeister Tobias Kalbitzer wird die Stadt einen eigenen Asyl-Koordinator einstellen. Die erhoffte Zusammenarbeit mit Altenstadt und Peiting kam nicht zustande.

Mitte September hatte Vize-Bürgermeister Tobias Kalbitzer den Posten eines Asyl-Koordinators übernommen, aber schon damals klargemacht, dass er den stressigen Posten nebenbei nur bis Weihnachten bekleiden will. Dann sollten die Strukturen so weit aufgebaut sein, dass ein anderer übernehmen könnte.

Idealerweise sollte der Koordinator für das gesamte Mittelzentrum mit Peiting und Altenstadt zuständig sein, hatte CSU-Fraktionschef Michael Eberle damals vorgeschlagen. Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) führte Gespräche mit den Bürgermeisterkollegen Michael Asam und Albert Hadersbeck, die jedoch erfolglos blieben: „Aus verschiedenen Gründen finden wir nicht zusammen“, sagte Sluyterman. Auf SN-Nachfrage sagte Peitings Bürgermeister Michael Asam, er habe einen Mitarbeiter im Rathaus mit dem Thema betraut, der Ansprechpartner für den örtlichen Freundeskreis Asyl ist. „Die Helfer wollen selbst keinen Koordinator für alle drei Orte, die tauschen sich untereinander aus“, hat Asam erfahren. Also „stehen wir alleine da“, konstatierte Sluyterman in der Stadtratssitzung.

Kalbitzer machte klar, dass er froh sei, die spannende, aber anstrengende Aufgabe wieder abgeben zu können: „Das ist für mich auf Dauer nicht leistbar.“ Er habe kürzlich mit der Penzberger Asyl-Koordinatorin gesprochen, die zehn Wochenstunden arbeite, „das muss gut klappen“. In Weilheim müsse der evangelische Pfarrer, der nebenbei als Koordinator arbeite, seinem Einsatz Tribut zollen, der höre auf. Deshalb wäre es angebracht, eine Stelle zu schaffen, so Kalbitzer. „Ich würde meinem Nachfolger aber raten, nicht 24 Stunden erreichbar zu sein wie ich.“

Laut Sluyterman wäre es ideal, wenn jemand zwei Stunden täglich zur Verfügung stehen würde. Beim Landratsamt habe man angefragt, ob so eine Stelle finanziell bezuschusst werden könnte, doch da „sind wir auf Ablehnung gestoßen“, so Sluyterman. Aber beim Blick auf die Prognosen werde man dort auch erkennen müssen, dass man eine Kommune wie Schongau nicht allein lassen könne. „Wir haben uns zumindest dafür eingesetzt, dass am Landratsamts-Dienstsitz in Schongau neben Weilheim eine eigene Stelle geschaffen wird“, so der Bürgermeister. Das würde aber den eigenen Koordinator der Städte und Gemeinden auch nicht ersetzen. Das bestätigte Kalbitzer: Das Landratsamt kümmere sich um Unterkunft und Essen, beim Koordinator sei die Integrationsarbeit wichtig. „Das Landratsamt hat klar gesagt: ,Uns ist egal, wer ein Fußballturnier für Flüchtlinge veranstaltet, aber wir nicht‘“, zitierte Kalbitzer.

Dennoch kommt Bewegung in die Sache. Denn vergangene Woche hatte der Weilheimer Pfarrer Jost Herrmann, der auch als Asyl-Koordinator aufhört, ein Treffen unter anderem mit Bürgermeistern und Landratsamt angeregt. „Wir haben uns ausgetauscht, sind aber noch zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen“, sagte Helmut Hartl, Asyl-Verantwortlicher beim Landratsamt. Man werde sich im Januar noch einmal treffen.

Bis dahin ist es für Schongau aber zu spät. „Zehn Stunden pro Woche sind das Minimum, es ist einfach so viel zu organisieren“, sagte Ilona Böse (SPD). Auch ihrem Parteikollegen Friedrich Zeller war klar, dass es einen Koordinator vor Ort braucht, und schlug Integrations-Manager als neuen Namen vor. Laut Sluyterman gebe es bei der Stadt eine unbesetzte Stelle, auf die man den Asyl-Koordinator setzen könnte, zum Anfang für 28 Stunden pro Monat auf 450-Euro-Basis. „Das wäre eine Steigerung zum jetzigen ehrenamtlichen Posten“, so Sluyterman. Das wurde einstimmig beschlossen.

Boris Forstner

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