Mario Lindauer: Vorstand der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel

Drei Wochen vor Projektstart

„Schongau bewegt“ nicht unbedingt alle

Schongau - Gut drei Wochen vor Anmeldeschluss für das Projekt „Schongau bewegt sich: Die Altstadt geht voran!“ wurden auch die Gewerbetreibenden in der Altstadt über die Modalitäten informiert.

Das Marketingprojekt der Schongauer Wirtschaftsförderin Yvonne Voigt soll den Gewerbetreibenden zugute kommen, allerdings sollen auch sie es mit Aktionen attraktiver machen. Dabei gab es auch die eine oder andere Ernüchterung. In der Altstadt gibt es über 200 Gewerbetreibende und Betriebe, die an der Aktion teilnehmen könnten, sich bewegen und eine virtuelle Strecke zurücklegen könnten. Sie alle hatte die Wirtschaftsförderin angeschrieben, daneben auch die Banken, Behörden und die Stadtverwaltung zur Teilnahme zu bewegen versucht. Nicht ganz ein Dutzend Vertreter hatten sich schließlich zur Informationsveranstaltung im Ballenhaus eingefunden, darunter auch Mario Lindauer von der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel und Franz Köpf von der Werbegemeinschaft Schongau. Sie alle ließen sich die Idee hinter der Aktion von Andreas Lenge informieren.

Die Belegschaft bewegt sich und bekommt Punkte

Lenge ist Geschäftsführer der Instingo GmbH, die diese Idee europaweit in Unternehmen und auch vereinzelt auch schon in Firmen umgesetzt hat: Die Belegschaft bewegt sich und erarbeitet sich Bonuspunkte. Das Projekt soll, wie schon berichtet, den Übergang zum neuen Parkkonzept für die Altstadt und die Fußgängerzone begleiten. Nun erfuhren die Gewerbetreibenden, was sie dazu beitragen sollen und wie sie profitieren könnten; und zeigten sich einigermaßen kritisch.

So bemerkte Mario Lindauer als erster, dass sein Bankhaus benachteiligt werde, arbeiten doch nur drei seiner viele Dutzend Mitarbeiter umfassenden Belegschaft in der Schongauer Altstadt. Während die Sparkasse oder die Stadtverwaltung hier ihren Hauptsitz haben und entsprechend viele Laufteams bilden können, bleiben die anderen Mitarbeiter der Raiba in den Filialen außerhalb der Stadtmauern außen vor.

Franz Köpf: Vorsitzender derWerbegemeinschaft Altstadt

Man könne so viele Anmeldungen nicht bearbeiten, gab Yvonne Voigt zu bedenken, weshalb man sich für dieses Jahr und in der Kürze der Zeit nur auf die Altstadt konzentrieren könne. „Vielleicht nächstes Jahr“, so Voigt, die entsprechend auch keinen Verein – wie angeregt – zu dem Event zulassen möchte. Gleichzeitig hofft sie, dass sich die Aktion herumsprechen und die Beteiligung dann beim nächsten Mal größer sein könnte.

Hinsichtlich der Benachteiligung kleiner Einzelhändler, die vielleicht nur ein oder zwei Mitarbeiter haben, hatte Voigt die Vorstellung, dass sich diese kleinen Gruppen mit ebenfalls kleinen Laufteams zu einem zusammenschließen. Immerhin dürfen die Händler, wie das Jeanscafé oder das Schuhgeschäft am Marienplatz nun ihre – hoffentlich treuen – Kunden für sich laufen lassen. Voigt aber machte klar, dass es einen Ansprechpartner im Geschäft für die Verwaltung geben müsse, da sie dafür keine Kapazitäten frei habe. Auch müssen sich die Geschäftsbesitzer um die Anmeldung der Läufer kümmern und auch die Schrittzähler kaufen.

Schrittzähler kosten nun 55 Euro statt bisher 45 Euro

Dieser wird für die Kunden allerdings 55 anstatt 45 Euro kosten, da man nur rund 100 Überwachungsbänder gesponsert bekommt, wie Voigt nochmals betonte. Zwischen 50 und 70 Euro wird es die Händler kosten, wenn ihre Werbung auf den Seiten erscheint, die die Laufaktion begleiten und über den Stand informieren sollen. Ebenfalls ein Punkt, der von Anwesenden kritisch gesehen wurde. Denn wie und wo könne man sich über den aktuellen Stand der Schritte informieren, wie abrufen, welche Aktionen gerade für wen geplant sind. Ziel ist es ja, die Menschen aus der Region direkt in die Geschäfte zu lenken.

So wollte Franz Köpf auch wissen, wie es in anderen Kommunen, die Instingo betreut hat, laufe. Auf Nachfrage musste Lenge zugeben, dass man mehrheitlich nur Unternehmen begleitet habe, wo etwa die Chefetage gegen die Mitarbeiter angetreten ist, wie etwa die Johannesbad-Gruppe. Auch Gewerbegebiete wie im Münchner Osten und deren Firmen konnte Lenge als Beispiel nennen, und immerhin eine Stadt: Winnenden. Ohnehin war Franz Köpf über die bisherigen Informationen nicht begeistert. Nicht nur er stellte fest, dass man das Projekt vielleicht besser auf das kommende Jahr verschoben hätte, um mehr Zeit für die Vorbereitungen zu gewinnen.

Oliver Sommer

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