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Enthüllung der Gedenktafel an Heinrich Huber durch Fritz Mäuerle (r.) , ihm assistierte Helmut Schmidbauer.

Am ehemaligen Wohnhaus in Schongau

Gedenktafel für Heinrich Huber

Schongau - Zu seinem 100. Todestag wurde der Schongauer Chorregent, Musikmeister und Komponist Heinrich Huber mit einer Gedenktafel am ehemaligen Wohnhaus und einer Ausstellung im Stadtmuseum gewürdigt.

Ein Schongauer war er nur für knapp zwölf Jahre. Trotzdem hat sich Heinrich Huber um das Musikwesen in der Stadt Schongau verdient gemacht.

Als Leiter der Stadtkapelle war er für den Wandel von einer traditionellen altbayerischen Blasmusik hin zur modernen so genannten „Türkischen Musik“ mit Trommeln, Klarinetten, Flöten und allerlei Rhythmus-Instrumenten zusätzlich zu den typischen Blechblasinstrumenten verantwortlich. Er erwirkte im Stadtrat den Kauf von Musikinstrumenten und legte den Grundstein zu der starken bestimmenden Stellung der Stadtkapelle, wie Kreisheimatpfleger Helmut Schmidbauer ausführte. Als Chorregent über die Kirchenchöre, gemischten Chor und der Liedertafel, einem reinen Männerchor organisierte und dirigierte er Auftritte mit anspruchsvollen Oratorien und Messen und begründete damit die Schongauer Musiktradition, die heute noch in großen Veranstaltungen, wie dem festlichen Sommer in der Wies und Musik im Pfaffenwinkel weiterlebt.

Gut besucht: Die Ausstellungseröffnung im Schongauer Stadtmuseum.

Geboren wurde Heinrich Huber als Sohn eines Lehrers und einer Metzgerstochter am 2. November 1879 in Rain am Lech. Den ersten Musikunterricht erhielt er von seinem Vater, der allerdings verstarb, als Huber acht Jahre alt war. Die bodenständige Mutter drängte den musikalisch begabten Sohn in den ungeliebten Lehrerberuf. Bereits mit 19 Jahren trat er eine Stelle als Hilfslehrer in Füssen an. Da er aber unter einer vererbten Lungenkrankheit litt, beschloss er, auf Kirchenmusik umzusatteln und begann 1903 ein Studium in Regensburg.

1904 trat er eine Stelle als Chorleiter in Schongau an. Hier heiratete er im selben Jahr die Guts- und Brauereibesitzerstochter Emma Bader, mit der er drei Töchter hatte. 1908 legte er seine Ämter in der Stadt aus gesundheitlichen Gründen nieder und verlegte sich ganz aufs komponieren. „In einem wahren Schaffensrausch“, so Schmidbauer, entstanden sechs lateinische Messen, zwei Requiems, Predigten, Gesänge und Oratorien, die auch heute noch in der Kirchenmusikwelt geschätzt und aufgeführt werden. Dabei war Huber selbst sein schonungsloser Kritiker, wie aufgefundene Handschriften seiner Kompositionen, die mit Anmerkungen versehen wurden, beweisen. „Langweilig. Drei Takte für ein Wort!“, ist da zum Beispiel zu lesen.

Heinrich Huber war sich selbst der schonungsloseste Kritiker

Diese persönliche Note macht auch den Reiz der Ausstellung im Stadtmuseum aus. Unter den Namen der damaligen Chormitglieder konnten einige Besucher der Vernissage sogar Verwandte und Bekannte ausmachen.

Neben dem Lokalkolorit erfährt man noch viel über die Person Hubers, aufgegliedert in Bereiche zur Person, zu seinem Wirken in Schongau und seinem kompositorischen Werk. Auch zur Enthüllung der Gedenktafel am Marienplatz 11 hatten sich bereits zahlreiche Besucher eingefunden. Dazu begrüßte Fritz Mäuerle, Vorsitzender des Kulturvereins Schongauer Land, von dem die Tafel gestiftet wurde, noch eine Abordnung der Stadtkapelle sowie den Kirchenchor unter der Leitung von Andreas Wiesmann, die den Festakt musikalisch umrahmten.

Irmgard Freimut, Katy König und Andreas Wiesmann zeichnen zusammen mit Helmut Schmidbauer für die Ausstellung verantwortlich. Grundlage dafür war eine von Harald Johannes Mann veröffentlichte Biografie über Heinrich Huber.

Ursula Fröhlich

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