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„Anpacken anstatt herumzureden“: Unter diesem Motto stand die Ramadama-Frühjahrsaktion der Schongauer CSU.

Ramadama der CSU

Als Höhepunkt ein Wildsaukopf

Schongau - Mit ihrem traditionellen Ramadama will die Schongauer CSU die Bürger aus dem Winterschlaf rütteln und zum Mitmachen animieren. Bevor der achtlos weggeworfene Müll von frischen Trieben überwachsen wird. Es gab wieder besondere Fundstücke.

Eigentlich wäre es ein überflüssiges Spiel, wenn sich alle Bürger an gewisse Spielregeln halten würden: Den Dreck und Abfall, den ich im Freien produziere, entsorge ich selbst oder nehme ihn wieder mit. Doch so läuft es leider nicht, wie die rund 50 Teilnehmer am Samstag wieder erfahren mussten. Mancher Teilnehmer hätte sich mehr Hilfe gewünscht: „Viele Bürger regen sich auf, wenn sie in den Straßen von Schongau achtlos weggeworfenen Müll erblicken. Bei so einer Aktion könnten sie sich aktiv beteiligen, um etwas für die Sauberkeit ihrer Stadt zu tun“, sagt Hans Hartung.

Er selbst ist bepackt mit aufgesammelten Müll, darunter eine Klobrille in Originalverpackung. Die Verpackung nagelneu, die Brille durchwachsen abgesessen. Mahlzeit! Neben ihm Toni Negele. Seit 25 Jahren stellt er sich der guten Sache zur Verfügung. Er hat die Strecke von Verklärung Christi bis zur MöbelCentrale abgegrast und sich unzählige Male bücken müssen. Das hält fit.

Es gibt eine außergewöhnlichen Fund!

Premiere hatte Timo Heymann. Gerade mal sieben Jahre alt, aber schon profihaft ausgerüstet. Mit Mama Anja suchte er per Fahrrad und Anhänger die Wege neben der Bahnlinie Richtung Krankenhaus ab. Unzählige Flaschen, zum großen Teil zerbrochen, brachten die beiden in Wechselfahrt direkt zum Glascontainer. Ein außergewöhnlicher Fund im Gestrüpp entpuppte sich als Wildsaukopf. Lehrstunde für’s Leben.

Auch Bettina Buresch konnte neue Erfahrungen sammeln. An den Ruhebänken am Hollberg muss ein Liebhaber von gewissen Rebsorten im Tetrapack diese nach Leerung in Plastiktüten gesteckt, mit Steinen beschwert und dann den Hang hinunter geworfen haben. Einige hundert Liter hat er bis jetzt geschafft, dazu noch Wodka Gorbatschow. „Also stimmt es wohl, Alkohol macht Birne hohl.“

Elf Jahre alt, schon sechs mal dabei. Hut ab vor Anton Büchler. Kein Zwang durch die Eltern, die selbst mit dabei sind. Anton macht es gerne, „damit die Stadt besser aussieht.“ Schade nur, dass er keinen seiner Mitschüler dafür begeistern konnte.

„Von der CSU organisiert, aber wir sind heute ein buntes Völkchen“, sagt Ortsvorsitzender Dr. Oliver Kellermann. Er bedankte sich bei den fünf Vereinen, die in jedem Jahr dabei sind: Jugendfeuerwehr (begleitet durch Aktive), Soldaten- und Veteranenverein, Bund Naturschutz, Kleintierzüchter und Junge Union. Erstmals mit ins Boot holen konnte Asyl-Koordinator Wolfgang Markus zehn Flüchtlinge. Die Männer aus Pakistan und Afghanistan waren mit Eifer dabei und am Ende Glieder der Kette, die über 645 Kilogramm Müll zusammengetragen hatten.

Hans-Helmut Herold

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