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Apotheker Thomas Mark mit den unterschiedlichen Tüten-Varianten.

ab 1. april meist kostenpflichtig

Plastiktüten geraten zunehmend ins Abseits

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Schongau - Für Umweltschützer sind sie ein „No go“, ab 1. April sollen sie laut Empfehlung nun auch überall kostenpflichtig werden – die Plastiktüten. Schongauer Geschäftsleute halten diese Entscheidung für längst überfällig und zum Teil werden auch bereits Gebühren erhoben.

„Wir sollen ab 1. April etwas verlangen“, erklärt Thomas Mark, der in Schongau die Brunnen-Apotheke und in Burggen die St. Anna-Apotheke betreibt. Bisher sei dies nicht der Fall gewesen, die Plastiktüte gab’s auf Wunsch kostenlos. Allerdings verfügt er bereits über Papiertüten und Baumwolltaschen, die derzeit auch kostenfrei für den Kunden sind.

Und das soll laut Mark zunächst auch so bleiben. Allerdings schwebt ihm vor, ab Freitag für Plastiktüten einen Betrag zwischen zehn und 25 Cent - so die Empfehlung - zu erheben. Schließlich gebe es ja eine umweltbewusste Alternative.

Mark kann dem Umweltgedanken zwar auch viel abgewinnen, hält es jedoch für übertrieben, „dass den Menschen teils suggeriert wird, dass Plastik das neue Plutonium ist“. Dass man das Verpackungsmaterial verändern sollte, davon ist er allerdings überzeugt.

Papiertüten robuster als gedacht

Und dabei verweist er auf einen Fabrikanten, der auch die Papiertüten für Apotheken herstellt. „Ich war überrascht, wie reißfest die sind. Da hat jemand vier Fruchtsaftflaschen reingestellt und die Tasche geschwenkt, aber die ist nicht gerissen.“

Was er glaubt, wie die Kunden auf diese Änderung reagieren? „In Burggen beispielsweise haben viele ihre Tüte oder Tasche schon seit längerem dabei, wenn sie zum Einkauf kommen, in Schongau habe ich das noch nicht so mitbekommen. Aber da bin ich auch seltener.“

Im Müller-Markt wird bereits seit vergangenem Jahr eine Gebühr auf Plastiktüten erhoben. Die kleinen kosten fünf Cent, für die mittelgroßen und großen müssen zehn Cent bezahlt werden. „Über die Hälfte der Kunden findet das auch völlig ok“, sagt eine Mitarbeiterin, die namentlich nicht genannt werden möchte. Und sie hält diese Entwicklung auch für absolut richtig.

„Wir haben 40 Jahre nichts verlangt, da ist es doch wirklich zumutbar, wenn jetzt eine kleine Gebühr erhoben wird“, sagt sie – auch vor dem Hintergrund des Umweltschutzgedankens. Und sie untermauert das noch, meint: „Ich denke, dass es höchste Zeit für ein Umdenken ist und man seine eigene Tüte mitbringt.“ Dass es auch Kunden gibt, „die keine Tüte mehr haben wollen, seit sie etwas kostet“, kann sie bestätigen, weiß aber, dass es eine 100-prozentige Zustimmung wohl nie geben wird.

Plastiktüten sind auch im Modehaus Huber kaum noch ein Thema, wie Andreas Huber bestätigt. „Wir haben nur noch ein Notfallsortiment für ganz kleine Dinge“, sagt er und verweist darauf, „dass wir sehr umweltbewusst denken“. Und die Resonanz der Kundschaft sei auch überaus positiv. Zwar kosteten ihn im Einkauf die Papiertüten mehr als das Doppelte der Plastiktüten, aber damit werde der Kunde nicht belastet. „Wir geben das kostenfrei an ihn weiter und verlangen nichts für die Papiertüte.“

Plastikmüll soll vermieden werden

Um langfristig Plastikmüll zu vermeiden, schließt man sich auch in der Bücher-Galerie der freiwilligen Selbstverpflichtung an. Die besagt laut Inhaberin Susanne Segmihler-Pye, „dass wir künftig für die Abgabe von Plastiktüten zehn Cent verlangen, um langfristig Plastikmüll zu vermeiden.“ Und weiter: „Das hat unsere volle Unterstützung, zumal es bei uns alternativ auch Papiertüten gibt“, so Segmihler-Pye. Was die Papiertüten angehe, so habe es bislang noch keine Reklamationen gegeben. Problematisch könne es ihren Worten nach nur werden, „wenn es regnet, weil Bücher ein wertvolles Gut sind und schließlich nicht beschädigt werden sollen“. In diesem Fall könne sie nachvollziehen, wenn eine Plastiktüte geordert würde. Papiertüten habe man unterdessen schon seit Jahrzehnten, „weil ich mich mit dem Thema Umweltschutz schon immer beschäftigt habe“. Und sie glaubt auch nicht, „dass Leute komisch reagieren werden, wenn die Tüten bald etwas kosten, weil der Umweltgedanke mittlerweile doch bei ziemlich jeden angekommen ist und es schließlich auch die kostenfreie Papier-Alternative gibt.“ Zudem könne jeder ja auch seine eigene Tüte oder seinen eigenen Stoffbeutel mitbringen.

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