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Vorbild für Schongau: Ein Schrägaufzug in der Lechstadt wäre ähnlich lang und hoch wie dieses im Jahr 2010 gebaute Exemplar in der sächsischen Stadt Schwarzenberg.

Stadtrat Schongau

Schrägaufzug wäre gar nicht so teuer

Schongau - Finanziell ist es momentan nicht drin, das ist allen Beteiligten klar. Doch nach dem Grundschul-Neubau könnte ein Schrägaufzug zur Altstadt für Schongau aktuell werden. Denn dank üppiger Förderung wären die Kosten für diese nützliche Attraktion überschaubar.

Auch wenn mit Peter Blüml der glühendste Verfechter eines Schrägaufzugs zur Altstadt nicht mehr im Stadtrat sitzt, hat die CSU das Thema weiterhin auf der Agenda. Denn die Frage, wie die zunehmend aus der Altstadt nach außen verlagerten Parkplätze besser angebunden werden können, ist weiter akut – wenn auch nicht mehr so drängend, weil der Umbau der Münz- und Weinstraße (mit dem Wegfall zahlreicher Parkplätze) mangels Geld auf die Zeit nach 2020 verschoben wurde. In einem Antrag hat die CSU gefordert, die Stadt solle die Kosten für einen Schrägaufzug vom Buchenweg oder Volksfestplatz ermitteln.

Das hat das Stadtbauamt getan – und in der sächsischen 18 000-Einwohner-Stadt Schwarzenberg, der Perle des Erzgebirges, ein perfektes Beispiel gefunden. Auch dort liegt die Altstadt auf einem Felsriegel mit wenig Parkplätzen, der Weg dorthin von den umliegenden Parkplätzen ist beschwerlich. Deshalb wurde dort im Jahr 2010 ein Schrägaufzug realisiert, um auf 52 Metern Länge innerhalb von 54 Sekunden die 27 Meter Höhendifferenz zu überbrücken. „Das ist ähnlich wie bei uns“, sagte Stadtbaumeister Ulrich Knecht. Vom Buchenweg wären es auf 65 Metern Länge 24 Meter Höhendifferenz, am Volksfestplatz mit 94 Metern Länge und 40 Höhenmetern etwas mehr. Die Bedienung sei problemlos, Schwarzenberg verlange pro Berg- und Talfahrt 50 Cent, was akzeptiert werde, weil die Parkplätze vor den Toren der Altstadt kostenlos seien.

Es gäbe eine Förderung von 80 Prozent 

Gekostet hat der Schwarzenberger Aufzug 1,5 Millionen Euro, mit Preissteigerung seitdem wären es für Schongau zwei Millionen, schätzte Knecht – aber nur am Buchenweg. Wegen der längeren Fahrt würde ein Aufzug am Volksfestplatz eine Millionen mehr kosten. Zwei Millionen klingen unbezahlbar. Doch eine Anfrage bei der Regierung von Oberbayern habe ergeben, dass Schongau dank des Struktur- und Härtefonds der Städtebauförderung 80 Prozent gefördert bekäme. Blieben noch 400 000 Euro übrig. „Das ist auch eine Menge Geld“, sagte Knecht, aber eben überschaubar. Die Betriebskosten lägen jährlich – abzüglich der Einnahmen – bei 25 000 Euro, weil der Schrägaufzug noch als Aufzug gilt und nicht als Seilbahn, was weitaus teurer kommen würde.

„So ein Toilettenhaus an der Talstation wie in Schwarzenberg würde unserem Volksfestplatz auch gut tun“, sagte Michael Eberle (CSU), der sich für die Info bedankte. „Es schadet nicht, wenn man Ideen für die Zukunft hat.“ Der Meinung war auch Friedrich Zeller (SPD), der sich erstaunt zeigte, dass eine so hohe Förderung möglich sei: „Da schaut das mit der Finanzierung schon anders aus.“ Paul Huber (CSU) hätte noch gerne einen Vergleich mit einer Rolltreppe, die seiner Meinung nach noch einfach zu realisieren sei. Das will die Stadt noch nachholen.

Boris Forstner

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