Schulzentrum Schongau

Sparen bei Gymnasiums-Erweiterung?

Schongau - 100 Millionen Euro gibt der Landkreis in den nächsten Jahren für die Schulen aus. Deshalb wird überlegt, ob nicht hier und dort etwas gespart wird – zum Beispiel bei der Erweiterung des Schongauer Welfen-Gymnasiums.

Es war nur ein kurzer Randaspekt bei der Vorstellung des Haushalts im Kreis- und Finanzausschuss, doch der hatte es in sich: Kreiskämmerer Norbert Merk stellte in den Raum, ob der Ausbau des Schongauer Welfen-Gymnasiums wirklich in der geplanten Größe erfolgen müsse. Denn die Schülerzahlen sinken laut Merk deutlicher, als noch bei der Sags-Prognose vor einigen Jahren prophezeit: Besuchten im Schuljahr 2011 1133 Schüler das Schongauer Gymnasium, waren es in diesem Schuljahr zum Stichtag 1. Oktober nur noch 961.

Es sei völlig unstrittig, dass der marode Kollegstufenbau abgerissen und ersetzt werden muss, ebenso die Container, die von der Übergangs- zur Dauerlösung geworden sind. „Die Schülerzahlen sind die dritte Komponente, und da sind wir schon jetzt bei der Zahl, die eigentlich erst in einigen Jahren erreicht werden sollte“, so Merk. Die Demografie schlägt offenbar deutlicher durch als angenommen. Wobei der Rückgang an der Pfaffenwinkel-Realschule mit zehn Prozent deutlich geringer ausfalle.

Man könnte auf ein Stockwerk verzichten

Bisher ist vorgesehen, das Gymnasium für knapp 20 Millionen Euro mit drei großen Würfeln, die versetzt angeordnet werden, zu erweitern. Man könnte vielleicht einen Würfel weglassen oder vielleicht auch nur auf ein Stockwerk verzichten, überlegte Merk. Die Schulleitung habe man bewusst noch nicht informiert, „da noch gar nicht klar ist, ob die Politik will, dass dieser Weg gegangen wird“. Man habe, im Sinne eines verantwortungsvollen Umgangs mit Finanzmitteln, in der Landkreis-Verwaltung nur mal den Vorschlag gemacht. „Und wir sind uns sehr bewusst, was das auslösen kann“, sagte Merk.

Im Normalfall wütende Proteste von Schulleiter Wolfgang Gebler, der in der Vergangenheit schon bei einigen Themen – zum Beispiel der Mensa – auf Konfrontationskurs zur Landkreis-Verwaltung gegangen war. Doch Gebler reagierte auf Nachfrage erstaunlich gefasst: „Das ist nicht ganz neu und war während der Planung schon einmal zur Diskussion gestanden.“ Damals habe sich auch der Elternbeirat eingeschaltet, nach Gesprächen mit der Landrätin sei die Eindampfung der Pläne vom Tisch gewesen. „Die Bedarfsplanung wurde von Herrn Steinbach vom Landratsamt damals gewissenhaft gemacht und es gab keinen Grund, das zu ändern.“

Die Optik könnte leiden

Wenn der Landkreis jetzt anhand der Schülerzahlen das Thema erneut auspacke, sei das legitim, so Gebler. Wobei er zu bedenken gibt, dass das Konzept sehr schlüssig sei, einer der Neubauwürfel beispielsweise direkt an die naturwissenschaftlichen Räume im bestehenden Gebäude anschließe. Das müsste gut durchdacht werden, „ich stelle mir das sehr kompliziert vor“, so Gebler. Auch die Optik könnte leiden. Und schließlich müsse der Landkreis so einen Schritt mit einer Raumplanungs-Änderung gegenüber der Regierung von Oberbayern gut begründen.

Das weiß natürlich auch Merk, und er betont, dass noch längst nichts entschieden sei. „Wir haben erst einmal den Vorschlag gemacht. Jetzt müssen die Kreisräte entscheiden, ob wir diesen Weg gehen wollen.“ Hinweise habe es schon gegeben – so habe Hans Geisenberger (Unabhängige/Sachsenried) einmal nachgefragt, ob es einen Plan B gebe. Das heißt: Erst wenn der Kreistag zustimmt, kann der Landkreis die Pläne zur erneuten Überarbeitung an die Regierung schicken, wobei es dort durchaus heißen kann, dass alles so bleiben soll wie bisher. „Wir müssen nur zeitnah handeln, weil es wegen des Planungsfortschritts nur ein enges Zeitfenster gibt“, sagte Merk.

Boris Forstner

Rubriklistenbild: © dpa

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