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Außergewöhnliches Konzert im Ballenhaus (von links): Christian Gruber Moritz Kraus und Peter Maklar.

Ballenhaus Schongau

Drei Gitarren, zwei Seelen, eine Harmonie

Schongau - „Jetzt haben wir sogar unsere eigene Vorband“, sagte Christian Gruber lachend. Als Band kann man den jungen Gitarristen Moritz Kraus (17) aus Peiting zwar nicht bezeichnen, aber er gehörte im Schongauer Ballenhaus bei dem Konzert des Gitarrenduos „Gruber&Maklar“ mit dazu. Und das allein war schon etwas Besonderes.

Der Kulturverein Schongauer Land hatte diesmal zusammen mit der Kulturstiftung das Konzert organisiert. Und natürlich war das Ballenhaus nahezu voll besetzt. Auch viele junge Musikbegeisterte waren erschienen. Ein Ergebnis der Werbung und Unterstützung der jeweiligen Musikschulen aus Schongau und Peiting, die auch mit Freikarten für das Konzert im Ballenhaus lockten.

Die gebürtigen Bayern Christian Gruber und Peter Maklar lernten sich während ihres Musikstudiums in Augsburg kennen. Nachdem sie bei einem internationalen Wettbewerb für Gitarrenduos in Montélimar den ersten Preis erhielten, blieben die beiden Künstler zusammen und begannen ihre weltweite Konzertkarriere. Vor dreißig Jahren war das. Und seitdem verzaubert das Duo sein Publikum mit einem breiten Repertoire an Konzertgitarrenmusik.

Harmonische Klänge

Zwei Gitarren, zwei Seelen, eine Harmonie – das kann man auf ihrer Webseite lesen. Und treffender kann man die beiden Künstler nicht beschreiben. Natürlich hat man sich nach einer so langen Zeit des gemeinsamen Musizierens aufeinander eingespielt. Aber das allein reicht ja nicht für das Besondere, für die Magie von Gruber&Maklar. Ihre instrumentale Symbiose, die perfekte Harmonie, die vollkommen übereinstimmende Klangfarbe ist es, die so besticht, und die man als Stern in der Musikwelt bezeichnen kann.

Das an diesem Nachmittag präsentierte Programm war so abwechslungsreich wie das herrschende Aprilwetter. Ein Wechselbad an unterschiedlichen Kompositionen rauschte durch den Saal und berauschte die Zuhörer nahezu. Die rasante Ouvertüre zu Gioachino Rossinis Oper „Der Barbier von Sevilla“ gespielt auf zwei Konzertgitarren? Bei Gruber&Maklar ist das selbstverständlich. Auch die ungewöhnliche Zusammenstellung der präsentierten Präludien von Johann Sebastian Bach über Mario Castelnuovo-Tedesco bis hin zu George Gershwin sorgte für Jubel beim Publikum.

Und dann waren auch noch typische Werke für klassische Gitarren dabei. Zwei Arrangements des Komponisten Isaac Albéniz waren darunter, mit den so gewohnten und beliebten spanischen Klängen. Der populäre brasilianische Komponist Heitor Villa-Lobos schrieb Zauberhaftes für die Konzertgitarre. Man hörte ein Fabelwesen, einen Spaziergang bei Vollmond und mit „Samba Classico“ ein Trostlied für melancholische Momente. Mit einer wahren Gitarrenexplosion endete das Stück „Byzantinisches Thema“ des zeitgenössischen Komponisten Dusan Bogdanovic. Orientalische Rhythmen und kaleidoskopartige Klänge steigerten sich zu einem wahrhaft musikalischen Rausch.

Ausdruckskraft kombiniert mit Lockerheit

Und wie kommt es, das Moritz Kraus bei diesem Konzert auftrat? Ganz einfach. Kein anderer als Christian Gruber ist sein Gitarrenlehrer. Und wenn dieser vor versammeltem Publikum über seinen Schüler sagt: „Es ist bewundernswert, mit wie viel Liebe und Hingabe sich der Moritz der Musik widmet“, dann ist das schon eine Auszeichnung für einen so jungen Musiker. Bei den vier hervorragend interpretierten Stücken verschiedener Komponisten, überzeugte Kraus nicht nur mit glänzender Technik. Seine jetzt schon sehr ausgereifte musikalische Ausdruckskraft, kombiniert mit einer überraschenden Lockerheit, muss man einfach bewundern. Und so ist es ein berührender Moment, als das Duo Gruber&Maklar den jungen Gitarristen für eine gemeinsame Zugabe auf die Bühne holt. Mit einem leisen, sanften „Zwischenspiel“ aus der Oper Carmen von Georg Bizet beendeten die drei Künstler das Konzert. Es war wunderschön!

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