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Das Schongauer THW war am Sonntag mit zahlreichen Helfern in Polling und Oberhausen vor Ort.

Schongauer THW im Dauereinsatz

„Wir mussten einen ganzen See wegmachen“

Eine harte Woche hat das Technische Hilfswerk Schongau hinter sich. Drei Mal mussten die THW-Leute zur Hochwasserbekämpfung ausrücken – zweimal nach Peißenberg und zuletzt nach Polling und Oberhausen. Doch der Einsatz hat sich gelohnt, sagt der Schongauer THW-Ortsbeauftragte Walter Frömmrich.

-Die Alarmierung erfolgte am Sonntag um 6.20 Uhr früh. Mit wieviel Mann ist der THW-Ortsverband Schongau ausgerückt?

Walter Frömmrich ist seit 32 Jahren Schongaus THW-Chef.

Frömmrich: Wir haben uns mit 18 Leuten auf den Weg nach Polling und Oberhausen gemacht. Mit dabei unsere zwei Großpumpen und die entsprechenden Fahrzeuge.

-Zu tun gab es ja jede Menge, wenn man hört, wie die Straßen überflutet und wie viele Keller vollgelaufen sind.

Frömmrich: Stimmt, zum Durchschnaufen blieb da kaum Zeit. Wir sind getrennt vorgegangen. Die eine Großpumpe war in Polling im Einsatz, mit der anderen waren wir in Oberhausen an der Staatsstraße Weilheim – Peißenberg, die ebenfalls überschwemmt war und gesperrt worden ist.

-Musste das THW Schongau auch Keller auspumpen?

Frömmrich: Nein, dafür sind unsere Pumpen viel zu groß, die würden nicht nur das Wasser, sondern auch alles andere aufsaugen. Wenn das Wasser im Ort bis zu 70 Zentimeter hoch steht, dann bringt es auch nichts, wenn man einen Keller leersaugt und das Wasser gleichzeitig auf der anderen Seite wieder hineinläuft.

-Wo kamen die Großpumpen dann zum Einsatz?

Frömmrich: Vor Polling hatte sich ein großer See gebildet, der musste mehr oder weniger weggemacht werden, damit das Wasser aus dem Ort ablaufen konnte.

-Was schafft so eine Großpumpe, wie das THW Schongau sie hat?

Frömmrich: Die pumpt 16 000 Liter Wasser pro Minute ab, also eine ganz schöne Menge.

-Man hat also schon was ausrichten können...

Frömmrich: Stimmt, aber es war ja nicht nur das THW Schongau mit zwei Großpumpen vor Ort, sondern auch andere Ortsverbände halfen mit. So war zum Beispiel aus Sonthofen eine Großpumpe in Peißenberg im Einsatz, weitere Großpumpen – insgesamt fünf – stellten Dachau, München und Eichstätt. Insgesamt halfen 160 THW-Kräfte bei der Hochwasserbekämpfung mit.

-Und die haben Schwerstarbeit verrichten müssen.

Frömmrich: Stimmt, wenn man bedenkt, was so ein Wasserschlauch mit 15 Zentimetern Durchmesser wiegt – ein Meter allein 20 Kilogramm, und die Schläuche, die wir verlegt haben, waren 250 Meter lang.

-Es war ein 24-Stunden-Job, den die THWler hinter sich haben. Sind alle wieder heil zurückgekehrt?

Frömmrich: Gottseidank, keiner hat einen Kratzer abbekommen, es ist alles gut gegangen.

-Dann bleibt jetzt hoffentlich Zeit zum Ausruhen.

Frömmrich: Von wegen! Am Montagnachmittag um 15.30 Uhr ist eine erneute Alarmierung erfolgt. Wir haben unsere Leute zusammengeholt, denn jetzt muss alles abgebaut und sauber gemacht werden. Das Sauermachen allein dauert noch viele Stunden.

-Wie lange machen Sie ihren Job als THW-Ortsbeauftragter in Schongau eigentlich schon?

Frömmrich: Seit 1984, 32 Jahre. Aber man hat wieder gesehen: Wenn wir helfen können, tun wir es gerne. Die vom Hochwasser betroffenen Menschen in Peißenberg und Polling waren jedenfalls sehr dankbar.

Interview: Michael Gretschmann

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