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Nur das Schaufenster von Uhren Zwack im Bild links sorgt in der Mitte der Kirchenstraße am frühen Abend noch für Licht. Nach 22 Uhr ist es dort stockdunkel.

Seit Monaten fehlt Laterne

In Schongaus Kirchenstraße ist es zappenduster

Schongau - In der Kirchenstraße soll Anwohnern und Passanten bald wieder ein Licht aufgehen. Denn derzeit ist es dort in weiten Teilen der Nacht zappenduster. Die Lösung war im Schongauer Bauausschuss aber gar nicht so einfach.

Wer abends durch die Kirchenstraße geht, fühlt sich automatisch unsicher. „Da hat man Angst, das ist der Wahnsinn“, sagt Fritz Zwack, der mittendrin sein Uhren- und Schmuckgeschäft hat. Sein hell erleuchtetes Schaufenster sorgt wenigstens am frühen Abend noch für etwas Licht, doch um 22 Uhr gehen auch in seiner Auslage die Lichter aus – dann herrscht in der Kirchenstraße finsterste Nacht.

Seit Monaten besteht das Problem, das zwischendurch nur durch die Weihnachtsbeleuchtung gemildert wurde, und hat jetzt auch die Stadtverwaltung auf den Plan gerufen. „Da ist dringend Abhilfe nötig“, sagte Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) im Bauausschuss. Den Hintergrund des Problems erklärte Stadtbauamts-Mitarbeiter Martin Blockhaus: Demnach gab es früher genau auf Höhe des Zwack-Hauses eine sogenannte Überspannung, also eine Leuchte, die mittig an zwei Seilen an gegenüberliegenden Häusern befestigt ist. Solche Überspannungen gibt es viele in der Altstadt. Doch die neuen Besitzer des Hauses gegenüber wollten laut Blockhaus nicht mehr, dass die Überspannung an ihre renovierte Fassade montiert wird. „Mir ist auch schon aufgefallen, dass dort eine Lampe fehlt“, sagte Paul Huber (CSU). Viel schlimmer noch als in der Kirchenstraße sei es in der Verbindungsgasse zur Münzstraße, „da sieht man nachts gar nichts mehr“.

Blockhaus schlug vor, als Ersatz für die eine Lampe gleich zwei Laternen aufzustellen – eine an der Gasse, deren Beleuchtung durch den Hausvorsprung nicht weit reiche, weshalb noch eine weitere schräg gegenüber auf der Zwack-Seite nötig sei. Der Mast dort müsste direkt an der Hauswand stehen, „weil er sonst zu oft umgefahren wird“, so Blockhaus.

Das rief Bettina Buresch (ALS) auf den Plan: Die Laterne nahe der Wand sehe furchtbar aus, die müsse näher an der Straße stehen. „Wir können uns doch nicht nach Autofahrern richten, nur weil die nicht fahren können“, regte sie sich auf. „Die Realität ist leider so“, entgegnete Sluyterman. Auch Bureschs Vorschlag, am Zwack-Anwesen eine Laterne direkt ans Haus zu schrauben, sei nicht möglich, weil Zwack das Haus nicht gehöre und die Besitzer, die es verkaufen wollen, das nicht genehmigen.

Stadtbaumeister Ulrich Knecht hatte schließlich die rettende Idee: Man könnte die eine Laterne an der Gasse gleich aufstellen und beim Verkauf des Zwack-Hauses zur Bedingung machen, dass der neue Besitzer die Lampe direkt an der Wand akzeptiere. Das sei rechtlich möglich, so Knecht, und wurde einstimmig beschlossen.

Boris Forstner

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