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Auf Infotour mit dem Bürgermeister: Der Seniorenbeirat informierte sich über das Videoreisezentrum.

Nach Besuch mit dem Bürgermeister am Bahnhof

Senioren loben Videoreisezentrum

Schongau - Vor etwas über einen Monat wurde das neue Videoreisezentrum am Schongauer Bahnhof eröffnet. Zusammen mit Vertretern des Seniorenbeirates der Stadt hat Bürgermeister Falk Sluyterman es nun getestet und den Senioren die Funktionsweise erklärt – mit Erfolg.

„Sehen Sie, Sie haben es mit einem Menschen zu tun.“ Ein Tastendruck des Bürgermeisters genügte, und auf dem Videoschirm erscheint eine freundlich lächelnde Dame. Einem Radiomoderator gleich erklärt Sluyterman, was in der kleinen Kabine genau passiert. Zu Zeiten der Deutschen Bundesbahn habe man es mit Schalterbeamten hinter Glas zu tun gehabt, erinnert Sluyterman, jetzt ist die Dame auch hinter Glas. Soviel also hat sich gar nicht geändert. Nur, dass die junge Dame in der schmucken Uniform, mit der Sluyterman spricht, nicht in Schongau, sondern im 50 Kilometer entfernten Kempten sitzt.

Teils vor der Tür lauschend, zum Teil mit dem Bürgermeister in der Kabine, verfolgen die 14 Senioren, die auf Einladung des Beirats gekommen sind, was als nächstes passiert. Früher, so Sluyterman, habe man in Schongau eine sehr gute persönliche Beratung genossen. Eine Aussage, die die Senioren mit Kopfnicken bestätigen.

Ob die Beratung jetzt genauso gut ist, möchte der Bürgermeister testen. Während die junge Generation die Fahrt mit der Eisenbahn via Smartphone plane und so auch Tickets kaufe, komme das Videoreisezentrum der guten alten Zeit der Reisebuchung noch am nächsten. Und sei damit eine gute Alternative für die ältere und nicht so technikafine Generation. Ganz so, als säße die Schalterbeamtin direkt vor ihm, macht Sluyterman small talk, fragt nach dem Deutschlandpass und geht schließlich in die Vollen. Eine Verbindung nach Würzburg brauche er, für den 4. Juli. In der unterfränkischen Metropole habe er um elf Uhr einen Termin, müsse also spätestens um 10.30 Uhr ankommen. Weiterhin gibt Sluyterman an, eine Bahncard 50 für die erste Klasse zu haben, wolle aber lieber zweiter Klasse reisen. „Welchen Zug muss ich in Schongau nehmen und was kostet das?“ fragt er nach.

Wie früher gibt die Dame, die mit zwei Kolleginnen noch sechs weitere Videoreisezentren betreut, die Daten in ihren Rechner ein, was Sluyterman und die Senioren an einem zweiten Bildschirm mitverfolgen. Schließlich hat sie eine Verbindung gefunden, die auch Sluyterman zusagt. Nun müsste das Stadtoberhaupt nur noch zahlen, mit EC- oder Kreditkarte. Oder auch mit Bargeld. Eine Variante, die es seinerzeit nicht gab, als er in Kahl am Main die Probe aufs Exempel gemacht hatte. Der Automat wechselt sogar.

Und Sluyterman macht noch einen weiteren Test, will wissen, wann sein Sohn, der aus Frankfurt kommt, hier ankommen werde und was die Fahrt kostet. Schließlich erkundigt sich der Bürgermeister noch nach dem Sinn des „Briefkastens“, der vor dem Videoschirm angebracht ist. Und erfährt, dass man dort Nachrichten an die Bahn einwerfen kann.

„Optimal“ klingt es fast einhellig aus 14 Kehlen. Und eine der Seniorenbeirätinnen bringt es auf den Punkt: „Hier ist eine Hürde überwunden worden.“ Die Senioren überzeugt die Möglichkeit des Gesprächs. „Ich brauche keine stereotype Antworten wie am Automaten“, heißt es.

Auch Sluyterman schätzt die soziale Interaktion. Man könne mit den Mitarbeitern am Schalter reden und bekomme auf alle Fragen Antworten. Der Bürgermeister ist froh über dieses Angebot.

Elisabeth Wagner vom Seniorenbeirat teilt dies. Wie oft der Service angenommen wurde, weiß die Dame in Kempten zwar nicht, dafür aber, dass die Schongauer den Service oft nutzen.

Und der Seniorenbeirat hat schließlich auch noch ein Angebot für all diejenigen, die „dem neumodischen Kram“ noch nicht trauen. Auf Wunsch kann ein Beiratsmitglied den Senior beim ersten Mal begleiten. Und auch in der Stadtverwaltung können Senioren nachfragen. Elisabeth Wagner beantwortet zudem mobil unter 0171/116 1833 jederzeit Fragen.

Oliver Sommer

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