Ballettschule Schongau: Rund um den Globus getanzt

Schongau - An zwei Tagen haben die Schüler der Ballettschule Schongau ihre Gäste auf eine Reise um die Welt mitgenommen. „Diamant Erde“ heißt die Inszenierung, bei der über 200 Tänzer knapp drei Stunden lang mit viel Ausdruck und tänzerischer Power Schönes wie Schlimmes aus unserer Welt zu demonstrieren wussten.

„Wie ein leuchtender Edelstein auf einem schwarzen Samt.“ So beschreiben die Raumfahrer und Weltraumforscher unseren Planeten, die Erde. Dieses Bild hing auch über den Köpfen der Tänzerinnen, die den Abend im Modeon eröffneten. Zu den Klängen von Rihannas Diamonds tanzte die Gruppe um Tanzlehrer Herbert Groß, ehe dieser das Wort ergriff und die zahlreichen Zuschauer begrüßte.

Es gehe diesmal, so Groß, in Krachlederner und Haferlschuhen um unsere Heimat.

Da wo wir lebten und uns wohlfühlten und - im übertragenen Sinne - unsere kosmische Heimat. Eben den Planeten Erde. Und es gehe diesmal um eine Botschaft in getanzter Form. Von den Engeln, die sich sorgten um die Erde, die mit Sorge auf die Entwicklung der Menschen schauten. Und so nahmen die Tänzerinnen und Tänzer, egal ob nun schon halber Profi oder gerade die ersten Schritte hinter sich habend, die Zuschauer mit auf eine Tour.

Begonnen mit den Engeln und ihrer Botschaft, tanzten sie als Feen und Meerjungfrauen, entführten die Menschen in die Nordländer sowie auf den fünften Kontinent. Zeigten ihnen die Innenerde und New York ebenso wie die Südstaaten oder Paris und China.

Natürlich immer mit dem passenden Tanz. Ob mit Hip-Hop aus der Bronx, klassischem Ballett wie man es von zarten, engelsgleichen Gestalten erwarten würde, oder vollkommen losgelöst im Jazzdance, wie „südamerikanische Bienen“. Keinen Kontinent, keinen Tanzstil und fast keine Kostümvariation ließen die 220 Tänzerinnen (und einige wenige Tänzer) aus, um die Schönheit der Erde vorzuführen.

Da wird schon einmal ein Saxophon lebendig, wenn die Tänzerinnen Dave Brubecks „Take five“ interpretieren oder wie Gene Kelly mit einem Regenschirm durch den Londoner Nebel flanieren.

Waren alle Tanzstile vertreten, musste die Musik nachziehen, oder vorlegen - je nach dem. So reichte die Bandbreite der Stücke, zu denen die jungen und junggebliebenen Tänzer sich bewegten, von Bach bis zu Florence and the Machine, die vor allem der Innenerde und den Ozeanen ihre Stimme und ihre Rhythmen lieh. Dabei begleitete die Botschaft der Engel die Tänzer, die mal im Solo und mal in der Gruppe über die Bühne schwebten, huschten und wirbelten. Ehe es dann im zweiten Teil des Programms „ernst“ wurde. Liebe, Gebet, Gleichgültigkeit, „Wir müssen helfen“, Rekruten, Krieg, Wut und Verzweiflung, so waren nun die Tanzstücke überschrieben.

Teil zwei geht

dem Puplikum

unter die Haut

Da marschierten die jungen „Rekruten“ in Uniform über die Bühne, erinnerten, wie viele Menschen und Kinder auch heute noch unter dem Krieg und seinen Gräueltaten leiden müssen. Hielten einen Spiegel vor, wie sich unsere Gesellschaft benimmt, mit Handy und prall gefüllten Einkaufstüten am Elend des Nachbarn vorbeilaufend. Bis eben jener Blick in den Spiegel zur Vernunft und zur Veränderung ruft. Oder wie es Michael Jackson in seinem Song formuliert hatte: Ich fange mit dem Menschen im Spiegel (also mit mir selbst) an. Eine Botschaft, die aktueller denn je ist. Und die Akteure gut zwei Jahre der Vorbereitung gekostet hatte.

Was man aber jede Sekunde lang auf der Bühne spüren konnte. Bis zum Wiedersehen in zwei Jahren, dann wieder mit einem hoffentlich ebenso ansprechenden Thema und so viel tänzerischer Power und Ausdruck.

os

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