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Leni Kekeisen bei der Reittherapie, zusammen mit Physiotherapeutin Monika Bauer und Führer Daniel Rosengart.

Das wurde aus den Boneberger-Spenden

„Toll, dass es diese Aktion gibt“

Weilheim-Schongau - Sie alle waren in einer schwierigen Situation, hatten zum Teil schwere Schicksalsschläge erlitten und konnten dringend Hilfe gebrauchen. Wir wollten wissen, wie es den letztjährigen Empfängern der Boneberger-Spendenaktion ergangen ist.

Eine Reittherapie und einen Familienurlaub – das hatte eine Leserin vergangenes Jahr für die RottenbucherFamilie Kekeisen vorgeschlagen. Und genau das haben sie auch gemacht, sagt Mutter Diana. Ihre Tochter Leni war mit einem seltenen Gendefekt zur Welt gekommen, danach wurde noch ein Tumor im Hirn entdeckt und die Kleine erlitt mit noch nicht einmal zwei Jahren einen Hirninfarkt, war zum Teil halbseitig gelähmt. „Sie hat sich in dem Jahr super entwickelt“, so die Mutter. Konnte Leni anfangs noch nicht einmal krabbeln, läuft sie jetzt schon wieder. „Treppen und Stufen sind noch ein Problem, aber auch das klappt gut.“ Die Behandlung wird zwar übernommen, nicht aber die Reittherapie, die vor allem für Lenis Gleichgewichtssinn wichtig ist. „Dank der Spende mussten wir nicht überlegen, wo wir das Geld dazu hernehmen.“ Zusätzlich war noch einwöchiger Urlaub in einem Familienhotel im Schwarzwald mit Papa Markus und Sohn Jakob drin, „da konnten wir einmal zur Ruhe kommen“. Diana Kekeisen ist immer noch begeistert über die Spendenaktion der Firma Boneberger: „Toll, dass es das gibt. Es hilft einem, in den normalen Alltag zurückzukehren.“

An einen normalen Alltag war auch für Familie Marquardt aus Weilheim lange Zeit nicht zu denken. Kurz vor Weihnachten war Heiko Marquardt völlig überraschend mit 43 Jahren gestorben, Ehefrau Claudia stand plötzlich mit vier Kindern und einem anstehenden Umzug alleine da. Dank vieler Helfer, vor allem aus der Firma ihres Mannes und vom TSV Weilheim, und nicht zuletzt der Boneberger-Spende „hat alles funktioniert“, sagt Claudia Marquardt. Natürlich sei die Situation für alle schwer; es gebe gute und schlechte Tage, auch die Kinder im Alter von 9 bis 17 Jahren gehen mal mehr, mal weniger gut mit der schweren Situation um. „Aber es muss weitergehen“, sagt die 37-Jährige. Sie selbst arbeitet seit diesem Monat wieder als Verkäuferin in einer Bäckerei, es ist ein Stück Weg zurück in den Alltag.

Schwerer Weg zurück in den Alltag: Claudia Marquardt mit Tochter Laura.

Alltag ist fürFamilie Strasser aus Schongau schon lange Zeit ein Fremdwort gewesen. Ihre Tochter Melanie ist von Geburt an schwerbehindert, sie leidet an Athetose, einer Form der Spastik. Im Laufe der Jahre konnte sie immer schwerer ins Auto gehoben werden. Deshalb wollten sich die Eltern Klaus und Ulrike einen Schwenk-Hub-Sitz kaufen, um die mittlerweile 18-Jährige einfacher im Fahrzeug unterbringen zu können. Das wurde dank der Boneberger-Finanzspritze in die Tat umgesetzt. „Es war eine gute Investition“, sagt Mutter Ulrike – auch wenn sie ihre Tochter seit kurzem nur noch am Wochenende sehen. Denn Melanie hat im Sommer an der Schule für Körperbehinderte in Kempten ihren Mittelschul-Abschluss gemacht und geht jetzt ins Internat im baden-württembergischen Weingarten. „Sie macht dort ein Praktikum und will nächstes Jahr eine Ausbildung als Bürogehilfin anfangen.“ Auch wenn sie sich darüber gefreut hat, sei es schwer gewesen, Melanie gehen zu lassen, sagt Ulrike Strasser. Der Trost sind die Wochenenden – und da leistet der Schwenk-Hub-Sitz weiter gute Dienste.

Stephanie Greinwald schuf der Mutter ein schönes Grab.

Abschied auf immer musste auch Stephanie Greinwald nehmen. Die Mutter der 21-Jährigen war kurz vor Weihnachten gestorben, ihren Vater hatte sie schon sieben Jahre zuvor verloren. Die gebürtige Wildsteigerin, die jetzt in Peißenberg wohnt, wusste kurzfristig nicht einmal, wie sie mit ihrem Lehrlingsgehalt die Beerdigung zahlen soll, geschweige denn die Nachlasskosten. Dank der Spende und der Hilfe ihrer Familie konnte Greinwald ihrer Mutter schließlich ein richtig schönes Grab herrichten. Und im April musste sie auch noch ihr Auto reparieren lassen, weil sie unverschuldet in einen Unfall geraten war. Zum Glück ist die 21-Jährige mit leichten Verletzungen davongekommen.

Noch besteht die Chance, weitere Vorschläge für die Aktion zu machen: Bis Sonntag, 20. Dezember, müssen sie bei den Schongauer Nachrichten eingegangen sein. Am besten per E-Mail unter lokales@schongauer-nachrichten.de.

Boris Forstner

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