Aus dem Amtsgericht Weilheim

Schongauer (45) nach Streit freigesprochen

Schongau - Hatte der Schongauer seinem Nachbarn ins Gesicht geschlagen oder nicht? Diese Frage versuchte das Amtsgericht Weilheim zu klären. Erfolglos. Im Endeffekt stand Aussage gegen Aussage. Es gab einen Freispruch.

In einem Punkt waren sich die beiden Kontrahenten einig. In den frühen Morgenstunden im vergangenen Jahre erklang in dem Mehrfamilienhaus in Schongau ein Dauerklingelton an der Tür des späteren Angeklagten. Er vermutete eine Manipulation an seiner Klingel, hervorgerufen durch seinen Nachbarn, mit dem er seit einiger Zeit im Streit lag. Auslöser der Zwistigkeiten war der permanente Vorwurf der Nachbarfamilie an den Angeklagten – nächtliche Ruhestörung in Form von lauter Musik. Sogar Unterschriften hatte die Familie aus Russland schon gegen den angeblichen Ruhestörer bei der Hausgemeinschaft gesammelt und auch schon häufig die Polizei informiert.

An diesem Morgen brachte der ominöse Dauerklingelton die beiden Nachbarn in Rage. Der Angeklagte stürmte durch das Treppenhaus und klingelte seinerseits bei seinem Nachbar. Ab da gingen die Aussagen auseinander. Der 45-jährige Schongauer sagte aus, dass er von dem 33- jährigen Russen sofort angegriffen wurde. So sei er von diesem dann auf den Boden geworfen, in dessen Wohnung gezerrt und am Hals gewürgt worden, so lange, bis die Polizei eintraf.

Der Nachbar schilderte den Vorgang ganz anders. So habe ihn der spätere Angeklagte sofort nach dem Öffnen der Tür mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen. Er habe dann den Mann überwältigt und bis zum Eintreffen der Polizei am Boden festgehalten. Auch die Ehefrau des Geschädigten erklärte im Wesentlichen den Tatbestand so, fügte aber noch Einiges hinzu. In Widerspruch geriet das Ehepaar dann auf die Frage, mit welcher Hand der Angeklagte zugeschlagen haben soll. Beide konnten auch nicht erklären, wieso der Angeklagte beim Eintreffen der Polizei mit dem Rücken auf dem Bauch des Geschädigten im Klammergriff gehalten wurde. Richterin Krempl sprach den Angeklagten mangels an Beweisen frei.

 

Regina Wahl-Geiger

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