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Und wieder ein Fehlalarm: Schongauer Feuerwehrler am Montagabend auf dem Marienplatz.

Schongauer Altstadt

Kirchen-Scheinwerfer gaukelt ständig Brand vor

Schongau - Zum dritten Mal innerhalb eines Jahres ist in der Schongauer Altstadt ein Dachstuhlbrand gemeldet worden – immer falscher Alarm. Der vermeintliche Feuerschein war von einem Scheinwerfer verursacht worden, der die Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt anstrahlt. Damit ist nun Schluss.

21.45 Uhr am Montagabend: Ein großes Aufgebot an Feuerwehrlern rückt mit acht Fahrzeugen zum Marienplatz aus. „Dachstuhlbrand“, so lautet die Einsatzmeldung. Ein Feuer in der Altstadt – das kann verheerend sein. Alle Blicke sind auf das Gebäude gerichtet, in dem unten die Sparkasse und oben das Notariat untergebracht sind. Der „Feuerschein“ ist nicht zu übersehen.

„Wir waren uns zunächst selber nicht ganz sicher: Brennt es wirklich oder handelt es sich nur um eine optische Täuschung?“, räumt der Schongauer Feuerwehr-Kommandant Werner Berchtold ein. Sicherheitshalber wird die Drehleiter ausgefahren, zwei Kameraden im Rettungskorb an der Spitze der Leiter sehen sich den Feuerschein aus der Nähe an. Dann steht schnell fest: Es hat nur so ausgesehen, als ob es brennt.

Kein Vorwurf an den Brandmelder, der den vermeintlichen Funkenflug gesehen hat und Schlimmes befürchtete. Denn es war nicht das erste Mal, dass Passanten beim nächtlichen Sapziergang in der Innenstadt getäuscht worden sind. „Der Scheinwerfer, von dem der Lichtschein stammt, befindet sich hinter der Stadtpfarrkirche und ist selber nicht sichtbar“, schildert Kommandant Berchtold die Situation. Da am Montagabend anscheinend noch Nachtfalter und Käfer vor dem Scheinwerfer hin- und herschwirrten, flackerte der Lichtschein auf dem gegenüberliegenden Haus. Kein Wunder, dass so der Eindruck erweckt wurde, es könnte brennen.

Vergangenen Winter sind Passanten ähnlich getäuscht worden. Damals stiegen Nebelschwaden auf, die von den Scheinwerfer erleuchtet wurden und das Licht flackern ließen wie Feuerschein. Doch jetzt ist Schluss damit. „Wir haben den Scheinwerfer abgeklemmt. Er strahlt erst wieder, wenn die Stadt eine Lösung gefunden hat“, sagt der Feuerwehr-Kommandant.

„Eigentlich schade, wenn der Kirchturm nur noch von einer Seite angestrahlt wird“, meint Stadtpfarrer Norbert Marxer. Allerdings räumt er ein, dass er den „Funkenflug“ auf dem gegenüberliegenden Gebäude ebenfalls schon gesehen habe und dass der täuschend echt aussehe.

Wie kann die Lösung aussehen? „Wir werden prüfen, was man alternativ machen kann“, kündigt Martin Blockhaus vom Bauamt im Schongauer Rathaus an. Möglicherweise wird der Ständer, auf dem sich besagter Scheinwerfer befindet, etwas höher gesetzt, so dass der Scheinwerfer, der bisher etwas verdeckt ist, besser gesehen werden kann. Dann wäre leichter erkennbar, woher der Lichtschein kommt.

Oder aber man verwendet für den Scheinwerfer ein anderes Licht (LED?), das weniger Hitze abstrahlt. „Wir gehen der Sache in jedem Fall nach und unternehmen was“, verspricht Blockhaus.

Michael Gretschmann

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