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Hell und freundlich: Das neue Künstlerzimmer im Ballenhaus, zu dessen Eröffnung Brigitte Battenberger und Fritz Mäuerle (rechts) einen Scheck über 2000 Euro an Bürgermeister Falk Sluyterman übergaben.

Schongauer Ballenhaus

Schmuckkästchen für die Künstler

Schongau - Schmuckkästchen statt Rumpelkammer: Künstler, die im Schongauer Ballenhaus zu Gast sind, können sich jetzt auch zeitgemäß auf ihren Auftritt vorbereiten.

Zur offiziellen Inbetriebnahme des Künstlerzimmers am Dienstag war auch der Kulturverein Schongauer Land mit seiner Vorsitzenden Brigitte Battenberg aus Steingaden und Vize Fritz Mäuerle aus Peiting vertreten. Der Verein war so froh über die Initiative, dass er zur Freude und Überraschung von Stadtchef Falk Sluyterman auch gleich noch einen Scheck über 2000 Euro mitbrachte. Schließlich gingen der Umbau und die Möblierung der früheren Garderobe (sie hat jetzt im Eingangsbereich ihren Platz gefunden) auf eine Anfrage des Kulturvereins aus dem Jahr 2011 zurück.

Damals hatten die Vereinsmitglieder angefragt, wie man das Künstlerzimmer funktionaler und heutigen Bedürfnissen der Künstler angemessen gestalten könne. Nach ersten Vorüberlegungen und Planungen war das Vorhaben im Mai 2013 gestoppt worden, da der Umbau mit Cateringservice und Getränkeausschank kollidiert wäre und keine Ersatzflächen verfügbar gewesen seien.

Im vergangenen Jahr griff Bürgermeister Sluyterman höchstpersönlich das Thema wieder auf. Durch die Verlagerung des Getränkelagers in das Dachgeschoss sowie die Umnutzung der dadurch frei gewordenen Fläche für die Garderobe wurde ein ganzheitliches und stimmiges Konzept gefunden.

Der Bau- und Umweltausschuss beschloss in der Folge in seiner Sitzung vom 11. November vergangenen Jahres, dass die Umbau- und Verbesserungsmaßnahmen zu einem Preis von 52 000 Euro erfolgen sollten. Die Maßnahme selbst begann im Mai dieses Jahres und konnte im August fertiggestellt werden. Dabei wurden das Getränkelager vom Erdgeschoss ins Dachgeschoss verlagert, die Garderobe wechselte nach unten. Zeitgleich erfolgte der Einbau eines barrierefreien Windfangs mit automatischen Schiebetüren im Haupteingang.

„Normalerweise wird der öffentlichen Hand immer vorgeworfen, dass sie den Kostenrahmen nicht einhält“, erklärte dazu der Rathauschef, der sich diebisch darüber freute, „dass wir den Ansatz sogar um 8000 Euro unterschritten haben“. Bei der Ausführung der Arbeiten seien insgesamt zwölf – überwiegend Schongauer – Firmen beteiligt gewesen.

Fritz Mäuerle erwähnte namens des Kulturvereins, dass dieser vor 27 Jahren vom langjährigen Vorsitzenden Dr. Helmut Zedelmaier zur Förderung des künstlerischen und kulturellen Lebens in Schongau und seinem Umland gegründet worden sei. Und der Verein habe in all den Jahren mit Vorliebe das Ballenhaus als Veranstaltungsort gewählt. Stolz sei man auch auf den seinerzeit für den Festsaal im Ballenhgaus gestifteten Steinway-Flügel.

Dank sagte Mäuerle namens des Vereins für den neuen Raum, der unerlässlich gewesen sei, da sich in Schongau auftretende Künstler immer wieder begeistert über die schöne Umgebung gezeigt, im gleichen Atemzug aber auch den untragbaren Zustand des alten Künstlerraums bemängelt hätten. Bislang hätten die Künstler deswegen immer durch das Gebäude laufen müssen, wenn sie sich umziehen wollten. Dies sei jetzt endlich Geschichte.

Im neuen Raum finden sich jetzt nicht nur zahlreiche Sitzgelegenheiten, sondern auch diverse Spiegel (auch ein Schminkspiegel) sowie Tisch und Stühle aus Birke. Großen Dank gab es in diesem Zusammenhang von Kulturverein und Bürgermeister auch für die glänzende Organisation durch den städtischen Haustechniker Michael Blumrich.

Stephan Penning

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