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Das Schongauer Brauhaus braut wieder

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Klare Ansage: Brauhaus-Pächterin Marion Albrecht und Diplom-Braumeister Peter Just. fkn
Klare Ansage: Brauhaus-Pächterin Marion Albrecht und Diplom-Braumeister Peter Just. fkn

Schongau - Die neue Pächterin des Schongauer Brauhauses, Marion Albrecht, hat den Braumeister Peter Just wieder zurück an den Sudkessel geholt

Nach den Turbulenzen zum Jahresanfang ist es still geworden um das Schongauer Brauhaus - was in diesem Fall aber nichts Schlechtes ist. Die neue Pächterin Marion Albrecht hat die Gaststätte nach dem Insolvenzantrag in ruhigeres Fahrwasser geführt und kann jetzt eine gute Nachricht verkünden: „Das Brauhaus braut wieder.“ Und für das Bier wird kein geringerer zuständig sein als Peter Just, der das Brauhaus bereits von der Eröffnung 2002 bis zum ersten Insolvenzantrag 2008 geführt und dort auch gebraut hat.

Anfang Februar bei einer Informationsveranstaltung für die Aktionäre war vehement gefordert worden, das Brauhaus solle endlich wieder eigenes Bier herstellen. Wegen verschiedener Defekte an der Brauanlage, die aufgrund der Finanzprobleme nicht behoben werden konnten, war das zuletzt vergangenen Sommer möglich. „Aber ich pachte nicht das Brauhaus, um dort nur Spezi auszuschenken“, sagt Albrecht, die seit der Übernahme zum 1. März an der Wiederaufnahme des Braubetriebs gearbeitet hat. Bei der Suche nach einem Logistik-Partner landete Albrecht bei der Firma Getränke Jocher, und dort arbeitet Just in der Limonadenabfüllung. Dass das für den Diplom-Braumeister nicht die Erfüllung ist, gibt er zu. „Aber irgendwie muss man ja seinen Lebensunterhalt verdienen“, sagt er achselzuckend.

Im ersten Gespräch mit Albrecht - beide kannten sich vorher nicht - hatten sich beide Parteien gesucht und gefunden. „Als er mir gesagt hat, es gibt nichts Schöneres, als bei Sonnenschein wieder am Braukessel im Brauhaus zu stehen, wusste ich, dass er der Richtige ist“, sagt Albrecht. Er habe bereits früher gutes Bier gebraut, daran war Just nicht gescheitert, betont Albrecht.

Doch bis zum ersten Brauen mussten noch einige Hürden, vor allem organisatorischer Natur, überwunden werden. Alles musste neu beantragt werden, von der Brauerlaubnis über den Zoll bis zur Handwerkskammer. Und Just musste testen, ob die Anlage funktioniert. Das ist alles erfolgreich abgeschlossen - bereits heute geht es los: Gebraut werden jeweils rund 400 bis 500 Liter Weißbier, Dunkles und „Himmelvator“, ein Spezialbier, das Just schon früher dort gebraut hat. „Es trifft sich gut, dass am Montag der Tag des Bieres ist. Da können Besucher dem Herrn Just beim Brauen über die Schulter schauen“, so Albrecht. Von 13 bis 20 Uhr steht er an den Kesseln, Gäste können zuschauen und Fragen stellen. Dazu gibt es ein kleines Fest.

Wegen der bekannt beschränkten Lagerkapazitäten im Brauhaus werden nur immer drei selbstgebraute Sorten vorrätig sein. Just würde sich wünschen, dass andere Biere von regionalen Brauereien kommen. Das will sich Albrecht überlegen. Aber dank Jocher als Partner könnte endlich ein anderer Traum wahr werden: Brauhaus-Bier, abgefüllt in Fässern, ausgeschenkt bei Festen und Feiern. bo

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