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Die Peitinger Drehleiter war bereits zwei Mal in Schongau im Einsatz – hier am Jugendheimweg.

Schongauer Drehleiter in Inspektion

Nachbarschaftshilfe bei der Feuerwehr

Schongau - Rund drei Wochen muss die Schongauer Feuerwehr ohne ihre Drehleiter auskommen, denn die befindet sich derzeit zur Inspektion in Limburg. Zum Glück hilft im Notfall die Nachbarwehr aus Peiting mit ihrer Drehleiter aus – das war schon zwei Mal der Fall.

„Alle zehn Jahre muss so eine Inspektion erfolgen, das ist Vorschrift“, klärt der Schongauer Feuerwehr-Kommandant Werner Berchtold auf. Eine solche Inspektion muss man sich wie eine TÜV-Untersuchung in großem Umfang vorstellen – und die ist nicht billig. Rund 35.000 Euro kostet die Überprüfung der Drehleiter, eine stattliche Summe also.

Und weil diese Inspektion nicht vor Ort in Schongau durchgeführt werden kann, sondern nur bei der Herstellerfirma oder einem dafür zertifizierten Unternehmen, haben die Schongauer ihre Drehleiter bis nach Limburg gefahren. Rund acht Stunden waren Gerätewart Franz Wunderer und sein Nachfolger Albert Huber (seit 1. Oktober im Amt) quer durch Deutschland unterwegs und haben das über eine halbe Million teure Fahrzeug dort zur Inspektion abgeliefert. Zurückgekehrt nach Schongau sind Wunderer und Huber mit dem Zug. Voraussichtlich nächste Woche geht’s dann wieder nach Limburg, um das inspizierte Fahrzeug abzuholen.

Weiterer Weg, dafür geringere Kosten

„Hätten wir die Drehleiter beim Hersteller Metz in Karlsruhe untersuchen lassen, wären wahrscheinlich Kosten in Höhe von 50.000 Euro angefallen“, rechnete Schongaus FF-Kommandant Werner Berchtold vor. Deshalb habe man sich lieber für den weiteren Weg nach Limburg entschieden – um Kosten zu sparen.

In den drei Wochen, in denen der Schongauer Feuerwehr keine Drehleiter zur Verfügung steht, halten sich die Peitinger mit ihrer Drehleiter bereit. „Das ist so abgesprochen und erfolgt im Rahmen der Nachbarschaftshilfe“, berichtet Kommandant Werner Berchtold.

Zweimal haben die Peitinger in den vergangenen zwei Wochen mit ihrer Drehleiter in Schongau bereits aushelfen müssen. Das war zum einen ein Zimmerbrand im Jugendheimweg, zum anderen ein Brand in einem Anbau in der Ingenrieder Straße in Schongau-West. „Das hat gut funktioniert, kann aber auf Dauer keine Lösung sein“, bestätigt der Peitinger Feuerwehr-Kommandant Klaus Straub. Denn für einen Feuerwehreinsatz gelten Hilfsfristen. Konkret heißt das: Spätestens zehn Minuten nach Eingang der Alarmierung muss eine Wehr am Brandort sein. Und das ist natürlich nicht immer machbar.

In Peiting gibt es bald eine neue Drehleiter

Im Gegenzug helfen aber auch die Schongauer bei Bedarf mit ihrer Drehleiter in Peiting aus. Wann steht in der Marktgemeinde die nächste Inspektion für die Drehleiter an? „Eine Inspektion wird es bei uns so schnell nicht geben, denn unsere Drehleiter ist bereits 25 Jahre alt und muss durch eine neue ersetzt werden“, gibt der Peitinger Kommandant zu verstehen. Außerdem bestehe auch noch die Möglichkeit, sich eine Leihdrehleiter von den großen Herstellern zu besorgen. Doch das ist ein erheblicher Aufwand.

Jetzt hoffen die Schongauer und Peitinger Feuerwehrkameraden, dass in den nächsten Tagen kein größerer Brandfall eintritt und dass in einer Woche die Schongauer Drehleiter nach erfolgter Inspektion wieder voll einsatzfähig ist.

Michael Gretschmann

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