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Der hintere Bereich des Gnettner-Areals ist bereits fast voll bebaut, auf der linken Seite ist bereits in der letzten Reihe ein Vierspänner-Reihenhaus fertig. Blau umrandet ist der Bereich, in dem bald vier Wohnblöcke mit insgesamt 48 Wohnungen entstehen sollen. Rot schließlich ist das Gewerbe: Rechts soll ein neuer Norma entstehen, dafür müssen die bestehenden Häuser abgerissen werden. Links sind Fachmärkte und evtl. auch ein Lokal oder Café geplant.

Noch dieses Jahr könnte es losgehen

Schongauer Gnettner-Areal: Pläne für Rest-Bebauung

Schongau - Noch im vergangenen Jahr hatte die Stadtrats-Mehrheit knapp die großen Supermarkt-Pläne auf dem südlichen Gnettner-Areal verhindert. Mittlerweile ist die Planung geändert und genehmigt worden – schon bald könnten dort ein neuer Norma, weiteres Gewerbe sowie 48 Wohnungen entstehen.

Im April vergangenen Jahres war Planer Dietmar Hörner sichtlich angefressen nach dem Veto im Stadtrat. Nach kontroverser Debatte hatte sich die Mehrheit gegen einen neuen Vollsortimenter mit 1200 Quadratmeter Größe entschieden – damit waren alle bisherigen Planungen hinfällig. Im Bebauungsplan war zwar nur von einem 800-Quadratmeter-Supermarkt die Rede gewesen, doch das ist mittlerweile völlig überholt – in dieser geringen Größe werden Discounter heutzutage nicht mehr gebaut.

Hörner plante also um, was gar nicht so einfach war. Denn im Mischgebiet an der Altenstadter Straße, das auch als Puffer zur Straße dienen soll, muss das Verhältnis zwischen Wohnen und Gewerbe genau austariert sein. „Ideal ist ein Anteil von jeweils 50 Prozent“, sagt Stadtbaumeister Ulrich Knecht. Bei weniger als 30 Prozent verliere das Gebiet seinen Charakter. Hörner schaffte es, eine Planung vorzulegen, die auf beiden Seiten der künftigen Zufahrtsstraße genau diesen 30-prozentigen Gewerbeanteil vorsah.

Klar war aber auch: Ein Supermarkt, gegen den sich vor allem Teile der SPD wegen der vielen Märkte in der Umgebung gewehrt hatten, der aber mit 800 Quadratmetern bereits genehmigt war, muss hin. „In dem gesamten Quartier leben künftig bis zu 3000 Menschen. Deshalb ist es wichtig, eine wohnortnahe Versorgung zu etablieren“, so Knecht. Hörners Pläne sahen vor, diesen Supermarkt im östlichen Bereich zu setzen, im westlichen sollten kleinere Fachmärkte entstehen. „Eventuell auch ein Lokal oder Café, das wird man sehen“, sagt Günther Gnettner, der Grundstücksbesitzer, auf Anfrage. Direkt dahinter sollten die Wohnungen in insgesamt vier Blöcken entstehen.

Ilona Böse (SPD) gefiel diese Planung viel besser. „Manchmal ist es doch gut, wenn man nicht gleich zustimmt.“ Das sah Paul Huber (CSU) komplett anders: Er wetterte erneut gegen den Versuch, dem Einzelhandel und den Bürgern vorzuschreiben, wie und wo sie einzukaufen haben. „Wir sind doch nicht in der DDR“, regte er sich auf. Und auch sein Parteikollege Robert Stöhr hält die angebliche Überversorgung nicht für ein Argument: „Mir wäre lieber, dass die Bürger bei uns einkaufen als in Supermärkten in Altenstadt oder Hohenfurch.“

Vermutlich wären alle Pläne sowieso Makulatur gewesen, wenn es nicht einen glücklichen Zufall gegeben hätte. Denn wenige hundert Meter weiter betreibt Norma einen Mini-Supermarkt, bei dem ständig das Gerücht ging, er mache bald zu. Das Unternehmen konnte sich deshalb auch für den geplanten 800-Quadratmeter-Laden auf dem Gnettner-Areal erwärmen. „Ich gehe davon aus, dass es der Norma wird“, sagt Gnettner optimistisch.

Nach der grundsätzlichen Zustimmung, die im Stadtrat mit 19:2 Stimmen deutlich ausfiel, ging es in die Detailplanung und Bebauungsplan-Änderung, So sollen die Wohnblöcke drei Stockwerke haben mit 60 bis 88 Quadratmeter großen Wohnungen. Die Parkplätze des künftigen Supermarkts werden vorne zur Altenstadter Straße hin angelegt und nicht, wie ursprünglich geplant, daneben und dahinter. Zudem wird der Faule Graben in dem Bereich ein Stück geöffnet, es wurde noch über einige Bäume diskutiert – ansonsten kann es losgehen.

„Zum Baubeginn kann ich noch nichts sagen. Ich hoffe, dass es dieses Jahr startet“, so Gnettner. Er will sich mit seiner Bellapatria GmbH, die die Grundstücke vermarktet, zuerst auf den Bau der restlichen Häuser konzentrieren. Da ist der Bau in der letzten Reihe bereits in Angriff genommen worden. „Die Wohnblöcke sind genehmigt, aber wir sind in dem restlichen Bereich noch im Feintuning, was beispielsweise Zufahrten und Stellplätze betrifft“, so Gnettner.

Boris Forstner

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