+
Schicke Grundschule: Die Visualisierung zeigt, wie das Gebäude (im Bild die Turnhalle) einmal ausschauen wird.

Stadtrat

Schongauer Grundschule bekommt ein Gesicht

Schongau - Bei der Planung zum Neubau der Schongauer Grundschule geht es in die Endphase: Erstmals wurden im Stadtrat Modelle gezeigt, wie der 17-Millionen-Euro-Neubau ausschauen wird.

Normalerweise treffen sich zum ersten Spatenstich eines Neubaus Politiker und rammen fröhlich grinsend mit Bauhelm auf dem Kopf eine Schaufel in die Erde. Bei der Grundschule ist das anders: Dort ist vergangene Woche unbemerkt mit den Bauarbeiten begonnen worden. Gut, es handelt sich um zwei nicht sehr prestigeträchtige Übergabegebäude für die Fernwärme. Aber das Signal: Schongaus größtes Bauprojekt seit Jahrzehnten startet. Und es wird „sehr komplex, weil alles eng beieinander liegt“, warnte Sebastian Dietrich vom Bauamt schon einmal vor (siehe Kasten).

Einige Stadträte hatten sich kürzlich auf Exkursion nach München-Riem begeben, wo das Architekturbüro Balda, das auch in Schongau bauen wird, eine neue Schule gebaut hat. Die Reaktionen waren uneingeschränkt positiv – nicht zuletzt, weil die Verantwortlichen nicht nur den Zeitplan, sondern auch die Kosten eingehalten hatten.

Architekt Franz Balda hatte im Vergleich zum November, als die erste Planung präsentiert worden war, noch geringe Änderungen eingebaut, etwa beim Hort, dem Eingang zur Turnhalle und der Mensa (siehe Bericht rechts). Ein wichtiges Thema war der Platzbedarf: Nach dem kürzlich überraschend prognostizierten Schüler-Anstieg wollte Gregor Schuppe (ALS) wissen, ob die Schule nicht zu klein geplant sei. Baldas Antwort, man könne dank der modularen Bauweise problemlos erweitern, stellte Schuppe nicht wirklich zufrieden: „Das wird schon bei der Eröffnung der Schule so sein. Wir brauchen eher 20 statt 17 Klassenzimmer.“

Man habe ein genehmigtes Raumprogramm durch die Regierung, antwortete Stadtbaumeister Ulrich Knecht, und sich ohnehin schon einen Klassenraum mehr geleistet, der nicht gefördert wird. „Das kinderreiche Jahr 2014 war ein Ausreißer, wir sind von der ursprünglichen Planung nicht so weit weg“, beruhigte Dietrich. Außerdem könne man alte Räume später abreißen und übergangsweise nutzen. Der Einwand von Markus Wühr (CSU), man sollte mehr Kellerräume bauen, wurde wegen der Kosten abgelehnt: „Da könnten wir gleich oberirdisch bauen“, so Knecht.

Viel wurde über Raumklima, Heizungen und Lärmpegel diskutiert, die Außenanlagen sollen erheblich verbessert werden mit einem zentralen Weg, der sich durch das gesamte Schulzentrum schwingt – und über Parkplätze. Denn da gibt es ein massives Defizit von 115 bis 200, je nach Zählweise. Weil Autos direkt auf dem Schulgelände vermieden werden sollen, will die Stadt das auf der anderen Straßenseite gelegene May-Gelände als Parkplatz nutzen. Wobei eigentlich der Landkreis als Schulträger von Realschule und Gymnasium in der Pflicht ist. „Denn wir könnten unseren Bedarf decken“, so Dietrich. Doch weil es ein gemeinsames Projekt ist, die Stadt sowieso Altstadt-nahe Parkplätze bauen und den Fanschuh-Parkplatz entlasten will, soll ein Konzept für das May-Gelände erstellt werden.

Das gefiel Gregor Schuppe gar nicht. „Die sind zu weit weg von der Altstadt, da würde ich lieber den Parkplatz an der Fanschuhstraße ausbauen.“ Seine Parteikollegin Bettina Buresch sah vor allem das Zufahrtproblem, das würde die Polizei dort ohne Kreisverkehr an der Marktoberdorfer Straße nie genehmigen. „Wir sollten den Volksfestplatz nutzen“, schlug sie vor. Eine Lösung wurde noch nicht gefunden.

Das trifft auch für die Mittelschule zu. Dort hat der Schulverband beschlossen, zuerst zu untersuchen, ob eine Generalsanierung notwendig sei. Die könnte möglicherweise den für das Jahr 2019 geplanten Um- und Anbau (3,3 Millionen Euro) unnötig machen. Weil es aber keinen Sinn mache, schon jetzt eine Ausschreibung für die Sanierung zu starten und das Ergebnis drei Jahre in die Schublade zu stecken, soll das erst 2018 angegangen werden. „Das hat jetzt keine Konsequenz für die Umbaupläne, sondern bedeutet nur, dass wir erst 2018 einsteigen“, so Dietrich.

Boris Forstner

Auch interessant

Kommentare