Im Schongauer Hauptausschuss: Ärger wegen Terminansetzung

Schongau - Die Stadt Schongau setzt eine Hauptausschussssitzung an, während gleichzeitig die LL/LTS in Altenstadt ihren Neujahrsempfang feiert - das sorgte für Ärger.

Noch bevor Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl (SPD) am Dienstagnachmittag um 15.30 Uhr mit dem ersten Tagesordnungspunkt begann, machte CSU-Stadtrat Helmut Schmidbauer seinem Ärger Luft. „Schade, dass Sie hier sind“, sagte er zu Gerbl und meinte damit, dass der Bürgermeister besser am gleichzeitig stattfindenden Neujahrsempfang der Kaserne in Altenstadt aufgehoben wäre. „Die brauchen uns in dieser schwierigen Situation“, beschwor ihn Schmidbauer.

Gerbl erwiderte, sein Stellvertreter Paul Huber sei in Altenstadt, außerdem stehe der Sitzungsplan seit Anfang Dezember. „Die heutige Sitzung könnten wir gar nicht zu einem anderen Zeitpunkt machen“ - zumal Robert Bohrer (SPD) gleich einwarf, er lege wert auf langfristige Planung und auch auf dem Dienstag als Sitzungstag.

„Natürlich ist der Termin disponabel, das kann man so nicht stehen lassen“, redete sich Schmidbauer in Rage. „Das wäre leicht zu machen gewesen. Die brauchen bei dem Empfang möglichst viele Stadträte. Keiner unterstellt Ihnen etwas Böses, aber das wäre leicht zu machen gewesen“, so Schmidbauer zu Gerbl.

Der wehrte sich gegen diese angebliche Gedankenlosigkeit: „Das ist mit den Verantwortlichen der Luftlandeschule so abgesprochen.“ Er habe mit Kommandeur Ferdinand Baur ein sehr gutes Verhältnis, in zwei Wochen treffe man sich wieder, so Gerbl. Und überhaupt hält er es für fraglich, dass tatsächlich alle Schongauer Stadträte unbedingt nach Altenstadt auf den Empfang geeilt wären: „Wenn ich manchmal sehe, dass bei Veranstaltungen in Schongau nicht einmal die Hälfte der Stadträte da ist, bin ich gespannt, ob heute 14 in Altenstadt waren. Da werde ich mich erkundigen.“

Einer, der auf jeden Fall gerne nach Altenstadt gegangen wäre, ist Ex-Bundeswehrler Hans Hartung (CSU). „Ich bin immer da, und der Empfang war schon immer nachmittags“, entgegnete er Bohrer, der den Termin am Nachmittag als merkwürdig für einen Neujahrsempfang bezeichnet hatte.

Eine ganz pragmatische Lösung hatte zum Schluss schließlich Heinrich Forster (SPD) parat: „Jeder Stadtrat hat doch für den Ausschuss einen Vertreter. Da kann man sich absprechen und trotzdem auf den Neujahrsempfang gehen.“

Dazu der Kommentar von SN-Redaktionsleiter Boris Forstner:

Dass Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl von einem Stadtrat in einer Sitzung mit den Worten „Sie sollten nicht hier sein“ begrüßt wird, kommt auch nicht alle Tage vor. Helmut Schmidbauer hat die Unterstützung für die LL/LTS Altenstadt gut gemeint, doch deshalb gleich eine Sitzung verlegen? Dafür ist die Terminlage zu eng und die Themen zu wichtig. Außerdem ist erst vor einigen Monaten nach massiven Protesten wegen überfrachteter Stadtrats-Tagesordnungen entschieden worden, mehr Themen in den Hauptsausschuss zu verlegen, und jetzt ist es auch wieder nicht recht. Übrigens war das Interesse der 14 Stadträte, die nicht in der Sitzung waren, am Neujahrsempfang der Kaserne verhalten: Gesichtet wurden ganze drei Personen.

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